LOGINUm ihren Adoptivbruder zu retten, heiratete Inge Winter Jannis Luther. Drei Jahre lang führten sie eine heimliche Ehe – körperlich verbunden, aber ohne Liebe. An dem Tag ihrer Diagnose feierte ihr Ehemann mit seiner Affäre Feuerwerk. Zur gleichen Zeit präsentierte ihr Bruder, frisch aus dem Gefängnis entlassen, öffentlich eine andere Frau und erklärte sie zur Liebe seines Lebens. Als Inge die beiden Männer, die einst so kaltherzig und gefühllos gewesen waren, nun ihre neuen Liebschaften öffentlich zur Schau stellen sah, beschloss sie, nicht länger zu warten. Sie ließ sich scheiden, kündigte ihren Job und brach endgültig mit ihrer Familie… Sie griff ihren alten Traum wieder auf und stieg von einer belächelten Hausfrau zu einer führenden Figur der Tech-Branche auf. Doch eines Tages wurden sowohl ihre geheime Identität als auch ihre Krankheit enthüllt. Ihr Bruder sah sie mit geröteten Augen an: „Inge, nenn mich noch einmal so wir früher, ja?“ Und der sonst so gefühlskalte Jannis Luther verlor die Kontrolle: „Liebling, ich werde mein Leben lang alles wiedergutmachen – geh nicht weg von mir…“ Doch Inge empfand nur eines: Liebe, die zu spät kam, war nichts mehr wert. Sie wollte davon längst nichts mehr.
View MoreJannis zog seinen Blick zurück, legte kurz darauf das Besteck beiseite und stand auf. „Ich muss noch etwas erledigen. Esst ruhig weiter.“Er sah Inge kein einziges Mal mehr an und ging mit großen Schritten die Treppe hinauf.Inge hatte eben diesen schwer zu deutenden Blick von Jannis aufgefangen. Einen Moment lang wusste sie nicht, was er damit meinte, doch sie fühlte sich innerlich unruhig.Wann wollte Jannis es der Großmutter endlich sagen?Sarah verzog neben ihr den Mund. „Wenn mein Bruder keinen Appetit mehr hat, dann esse ich auch nicht.“Sie ging danach spielen.Inge blieb gelassen und aß weiter. Was andere von ihr hielten, war deren Sache.Warum sollte sie sich daran aufreiben?Nach dem Essen zog die Großmutter Inge zu sich heran und seufzte hilflos. „Liebes, so ist Jannis nun mal. Ich weiß, dass du dich ungerecht behandelt fühlst. Aber keine Sorge – Ich stehe auf deiner Seite. Ich lasse nicht zu, dass er dich enttäuscht.“Als sie die besorgte Miene der alten Frau sah, wu
„Deine Herkunft war von Anfang an nicht gerade gut, und dein Abschluss ist auch nur durchschnittlich. Soll Jannis später nach außen etwa sagen, seine Ehefrau sei nur Hausfrau?“ Heike Luther konnte es kaum verbergen, wie sehr sie das missbilligte, und eine Verachtung schlich sich unwillkürlich in ihre Stimme.Sie konnte diese Schwiegertochter wirklich nicht ausstehen.Damals blieb nur die zweitbeste Lösung, sie ins Haus zu holen. Heike fand, ihr Sohn habe etwas Besseres verdient.Doch Nea, die in letzter Zeit so eng mit Jannis zu tun hatte, war zumindest vorzeigbar.Auch wenn ihre Herkunft mit der Familie Luther nicht mithalten konnte.Aber dieses Mädchen war hervorragend ausgebildet – Inge kam da nun einmal nicht heran.Inge verstand, was Heike meinte, und sagte ruhig: „Diese Sorge werden Sie bald nicht mehr haben.“Heike runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“Bevor Inge antworten konnte, ertönte draußen das Hupen eines Autos.Eine hochgewachsene, schlanke Gestalt erschien i
Bastian Holm sagte nichts.Aber was Levin Krämer zwischen den Zeilen meinte, fand auch bei ihm etwas Zustimmung.Levin sah Jannis an und sagte mit fester Überzeugung: „Ich glaube, Inge legt sich eigentlich nur mit Nea an. Nea interessiert sich für Drohnen – also tut Inge so, als würde sie es auch. Nea interessiert sich für Christian – also steigt Inge bei Luftwerk ein. Der Kern dahinter ist doch ganz klar: Sie will deine Aufmerksamkeit.“Mit diesen kleinen weiblichen Strategien kannte er sich, wie er fand, ziemlich gut aus.Frauen, die sich ungeliebt fühlen, machen eben Theater. Laut und unerquicklich.Jannis sagte nichts. Da klingelte sein Handy. Seine Großmutter war dran. Er stand auf und ging nach draußen.„Oma? Du bist so spät noch wach?“Sie schnaubte. „Und du? Bist du nicht bei Inge?“Jannis runzelte die Stirn. „Viel Arbeit.“„Rede keinen Unsinn! Glaubst du, ich höre die Gerüchte nicht? Mit wem du dich in letzter Zeit abgibst – ist das noch anständig?“, fuhr sie ihn wütend
Inge schnürte es die Brust zu. Sie war verblüfft, fast ungläubig.Erst nach einer Weile brachte sie ein paar Worte heraus: „Wenn das so ist, dann sag mir bitte, wann du mit mir gehst, um die Scheidung zu …“Die letzten Worte sprach sie nicht aus.Jannis’ Handy klingelte.Er warf Inge einen Blick zu, drehte sich zur Seite und nahm ab. Seine Stimme klang unwillkürlich weicher. „Ja. Ich komme sofort zurück.“Ohne darauf zu achten, ob Inge noch etwas sagen wollte, drehte er sich plötzlich um und ging hastig mit langen Schritten davon.Wie immer. Kalt. Achtlos.Inge hatte die Gelegenheit eigentlich nutzen wollen, um ihn zu fragen, wann er Zeit hätte, mit ihr ihre Großmutter mütterlicherseits zu treffen und alles klarzustellen.Doch als sie sah, wie Jannis ohne zu zögern zu Nea aufbrach, stieg sie ins Auto.Schon gut.Ein anderes Mal.Sie hatte im Moment weder Kraft noch Energie, sich weiter in etwas zu verheddern.Sie nahm die Medikamente aus den Originalschachteln, ließ eine Tablet





