Der Morgen nach der Zeremonie kam nicht wie ein Neubeginn, sondern wie eine Fortsetzung dessen, was längst in Bewegung geraten war. Nebel lag schwer über Nebelherz, dicht und reglos, als hätte der Wald selbst beschlossen, noch nicht zu urteilen. Kein Vogel rief, kein Wind brach die Stille wirklich auf. Alles wirkte, als halte die Welt den Atem an und warte darauf, ob das, was in der Nacht geboren worden war, Bestand haben würde oder zerbrechen musste.In den Gemächern des Westturms war die Luft warm, aber nicht beruhigend. Sie war erfüllt von etwas Unsichtbarem, das sich verändert hatte, seit dem Vollmond. Flora lag wach, noch bevor das Licht vollständig in den Raum fiel. Ihr Körper war ruhig, doch in ihrer Brust zog etwas stetig, tief und lebendig. Es war kein Schmerz im klassischen Sinn, sondern eher ein permanentes Bewusstsein, das sich nicht abschalten ließ. Das Band war nicht mehr ein Ereignis, es war ein Zustand geworden. Etwas, das in ihr wohnte und gleichzeitig über sie hinaus
Última actualización : 2026-08-15 Leer más