Fünf Jahre später: Er verfällt ihr erneut

Fünf Jahre später: Er verfällt ihr erneut

Von:  BrokatblüteGerade aktualisiert
Sprache: Deutsch
goodnovel4goodnovel
Nicht genügend Bewertungen
30Kapitel
11Aufrufe
Lesen
Zur Bibliothek hinzufügen

Teilen:  

Melden
Übersicht
Katalog
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN

Zusammenfassung

Modern

Versöhnung nach Trennung

Missverständnis

Anwalt

Schmerzliche Romanze

Intelligent

Julian Castell entstammte einer alten, einflussreichen Elitefamilie. Mit seiner makellosen Haltung, seiner kühlen Eleganz und jener selbstverständlichen Noblesse, die niemand imitieren konnte, wirkte er wie ein unerreichbares Idol – ein wahrer Liebling der Götter, zu dem alle voller Bewunderung aufblickten. Vier Jahre lang waren Valerie Stern und Julian ein Paar. Jeder wusste, dass Valerie die Frau war, die sich unauslöschlich in sein Herz gebrannt hatte. Doch eine inszenierte „Affäre“ zerriss ihre Beziehung und ließ sie auf denkbar hässliche Weise auseinandergehen. Als Julian und Valerie sich fünf Jahre später wiedersahen, drückte Julian sie gegen die Wand. In seinen Augen loderte ein Hass, der alles zu vernichten schien. Julian sagte mit eisiger Stimme: „Wenn du schon aus meinem Leben verschwunden bist, dann verschwinde ganz. Lass dich nie wieder vor mir blicken!“ Valerie antwortete trocken und ohne zu zögern: „Gut.“ Julian hasste Valerie bis ins Mark – und verlor ihretwegen trotzdem immer wieder die Kontrolle. Als die Wahrheit schließlich ans Licht kam, drängte Julian Valerie mit geröteten Augen gegen die Tür. Mit heiserer Stimme sagte Julian: „Lass mich ein Leben lang dafür büßen. Heirate mich. Deine Schuld trage ich.“ #ZweiteChance #HighSocietyVsAnwältin #LiebeUndSchmerz #ErWillSieZurück #ErIstIhrVerfallen

Mehr anzeigen

Kapitel 1

KAPITEL 1

Die vier Jahre an Julians Seite waren die glücklichste Zeit in Valeries Leben.

Doch nach ihrer Trennung weinte Valerie fünf Jahre lang.

Nicht jeden Tag. Doch sobald sie an Julian dachte, zog in ihrem Herzen grauer Dauerregen auf. Alles wurde schwer und klamm, und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Sie hatte nie geglaubt, ihm in diesem Leben noch einmal zu begegnen.

Ausgerechnet auf einer Dinnerparty, zu der Lukas Bergmann eingeladen hatte.

Kaum betrat sie den lebhaften privaten Speiseraum, blieb ihr Blick an einem vertrauten Profil hängen.

Ihr Herz donnerte los, so heftig, dass sie völlig unvorbereitet getroffen wurde. In ihrem Inneren brach ein Sturm los.

Die Welt um sie herum verstummte, und alles schien seine Farbe zu verlieren.

Sie sah nur Julian.

Er trug ein weißes Hemd und eine schwarze Hose. Groß, kräftig, elegant und unnahbar wirkte er, mit einer kühlen Ruhe, die seine markanten Züge atemberaubend gut aussehen ließ.

Julian blickte auf sein Handy.

Für einen Moment legte sich die Erinnerung über die Gegenwart. Vor ihrem inneren Auge war er wieder der junge Mann von damals – voller jugendlicher Lebendigkeit, Wärme und Sonnenschein, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Als hätte er sie erst gestern im Arm gehalten, den Kopf zu ihr geneigt und mit zärtlichem Schmollen gesagt: „Valerie, küss mich.“

Aber es war nicht gestern.

Es waren fünf Jahre vergangen – ein Zeitraum, der sich wie ein ganz anderes Leben anfühlte.

Ihre Fingerspitzen zitterten. Ein dumpfer, bitterer Schmerz breitete sich in ihr aus, ihre Augen wurden feucht. Sie hatte nicht den Mut, ihm noch einmal gegenüberzutreten. Sie wollte fliehen ...

Nach einem Moment des Zögerns drehte Valerie sich hastig um.

„Valerie ...“, rief Lukas hinter ihr her. „Du bist gerade erst gekommen. Wohin willst du schon wieder?“

Valerie blieb stehen. Ihre Hand erstarrte an der Türklinke.

Fast alle im Raum sahen zu ihr.

Nur Julian nicht. Sein Daumen, der eben noch über den Bildschirm gestrichen hatte, hielt plötzlich inne. Danach rührte er sich keinen Millimeter mehr.

Valerie atmete schwer aus. Ihre Brust fühlte sich so zugeschnürt an, dass sie kaum Luft bekam.

Ihrer ersten Liebe nach fünf Jahren wieder gegenüberzustehen, war schon schwer genug.

Und ihre Trennung war alles andere als friedlich verlaufen.

„Komm rein. Hannah ist gleich da“, drängte Lukas.

Hannah Sommer war Valeries Kindheitsfreundin und ihre engste Vertraute. Im vergangenen Monat hatte sie Lukas bei einem arrangierten Kennenlernen getroffen. Zwischen ihnen hatte es sofort gefunkt, und kurz darauf waren sie offiziell ein Paar gewesen.

Ihre Beziehung entwickelte sich in rasantem Tempo. Die Hochzeit war bereits für Mitte des nächsten Monats angesetzt.

Heute wollten beide Seiten ihre engsten Freunde miteinander bekannt machen, damit sich alle vor der Hochzeit einspielen und gemeinsam das Programm für die Feier planen konnten.

Hannah wollte, dass Brautjungfern und Trauzeugen zusammen tanzten, während Braut und Bräutigam auf der Bühne ein Liebeslied sangen.

Ohne eine wirklich enge Freundschaft hätte wohl niemand freiwillig zugesagt, sich vor allen Gästen auf der Bühne zum Affen zu machen.

Valerie brauchte eine Weile, um sich innerlich zu sammeln. Dann drehte sie sich um und ging zurück.

Lukas kam Valerie entgegen. Eine Hand hielt er höflich hinter ihrem Rücken, ohne sie zu berühren, mit der anderen wies er ihr den Weg zu einem freien Platz bei den Frauen.

Kaum saß Valerie, bemerkte sie die auffallend schöne Frau neben Julian.

Clara Vogel – seine Kindheitsfreundin, mit der ihn eine lange gemeinsame Vergangenheit verband.

Schon damals, als Valerie und Julian zusammen gewesen waren, hatte Clara ihre Abneigung gegen Valerie nie verborgen.

Auch jetzt war ihr Blick voller Feindseligkeit. Ohne den geringsten Versuch, ihren Ekel zu verstecken, wandte sie sich an Lukas und sagte: „Sag mal, Lukas, kann heutzutage wirklich jeder Abschaum als Brautjungfer eingeladen werden?“

Der ganze Raum erstarrte.

Selbst Lukas war sprachlos.

Bei einem Treffen unter Freunden hatte niemand mit einer derart brutalen Beleidigung gerechnet.

Alle sahen Clara an.

Valerie wusste genau, dass die Worte ihr galten. Ihr Herz zog sich zusammen. Beschämt ließ sie den Blick zu Julian wandern.

Julian sah weiterhin auf sein Handy, als ginge ihn das alles nichts an.

Julians kantige Gesichtszüge wirkten hart und kühl. Das helle Licht fiel auf sein kurzes Haar und zeichnete feine Schatten darüber. Um ihn lag eine Distanz, die jeden davon abhielt, ihm zu nahe zu kommen.

Eine der Frauen fragte verärgert: „Von wem redest du eigentlich?“

Clara hob herausfordernd das Kinn. „Valerie weiß schon, wen ich meine.“

Sofort richteten sich wieder alle Blicke auf Valerie.

Valerie war eine Frau, deren Schönheit sich nie aufdrängte. Eher wie eine seltene Blüte, verborgen in einem stillen Tal. Ihr langes, glattes schwarzes Haar war im Nacken zusammengebunden, ihre Ausstrahlung klar und ruhig. Obwohl Valerie als Anwältin bei einer gemeinnützigen Rechtsberatung arbeitete, wirkte sie sanft und gutmütig, beinahe so, als könne nichts auf der Welt sie aus der Ruhe bringen.

Wer Valerie wirklich kannte, wusste allerdings, dass ihr Charakter ganz anders war, als ihr Äußeres vermuten ließ.

Alle fragten sich, was zwischen den beiden vorgefallen war, wenn Clara Valerie schon im ersten Satz als Abschaum bezeichnete.

Eigentlich hätte Valerie wütend werden und zurückschlagen müssen.

Doch sie wusste, dass Clara für Julian sprach.

Ganz falsch lag Clara damit wohl nicht.

Gemessen an dem, was sie Julian angetan hatte, kam Valerie sich tatsächlich wie der letzte Dreck vor.

Lukas verzog verlegen das Gesicht. Dann sagte er: „Ihr kennt euch also schon. Valerie ist die beste Freundin meiner zukünftigen Frau. Tut mir den Gefallen: Was auch immer zwischen euch war, begrabt es heute Abend bei ein paar Gläsern und vertragt euch, ja?“

Clara schnaubte. „Ich habe mit ihr nichts zu klären. So ein Miststück kenne ich nicht. Julian hat ein Problem mit ihr. Frag ihn, ob er Frieden schließen will.“

Ein Miststück?

Die Sache wurde immer komplizierter. Lukas lächelte gequält und fragte: „Julian, kennst du Valerie?“

Eigentlich wollte er fragen: Hat sie dich etwa betrogen?

Unter dem Tisch ballte Valerie beide Hände zu Fäusten. Die wenigen Sekunden, in denen sie auf Julians Antwort wartete, machten sie nervöser als damals vor dem Abitur.

Die Luft schien dünner zu werden. Ein unsichtbarer Druck legte sich über den Raum.

Jetzt war Julian direkt angesprochen worden. Er konnte sich der Situation nicht länger entziehen.

Langsam legte er sein Handy beiseite und hob den Blick zu Valerie.

Seine dunklen Augen waren kalt wie Winterfrost. Darin lag eine scharfe, schwer zu deutende Distanz.

„Nein“, sagte er mit tiefer, völlig gefühlloser Stimme. „Kenne ich nicht.“

Diese wenigen Worte trafen Valerie wie ein Schlag mitten ins Herz. Der Schmerz ließ sie innerlich erzittern, zugleich überschwemmte sie eine tiefe Leere.

Als sich ihre Blicke trafen, brannten Valeries Augen. Sie wollte weinen, zwang die Tränen aber zurück, bis sogar ihre Fäuste zitterten, und senkte hastig den Kopf.

Es tat zu weh. Sie wollte fort.

Die Stimmung sank schlagartig. Sie waren alle erwachsen; niemand musste lange rätseln, um an Gesichtern und Reaktionen zu erkennen, dass hier mehr dahintersteckte.

Lukas durchbrach das Schweigen. „Wir haben heute die Brautjungfern und Trauzeugen zusammengebracht, damit wir uns kennenlernen und gut miteinander auskommen. Bevor das Essen kommt, spielen wir etwas. Dann taut jeder schneller auf.“

Für eine Gruppe junger Leute gab es kaum etwas Besseres als Wahrheit oder Pflicht.

„Ich fange an ...“ Lukas stellte eine Flasche in die Mitte des runden Tisches und gab ihr einen kräftigen Dreh.

Bis auf Valerie hofften fast alle Frauen, dass die Flasche auf Julian zeigen möge.

Die Flasche wurde langsamer und blieb schließlich stehen.

Tatsächlich zeigte sie auf Julian. Sofort wurde die Runde lebhaft. „Julian! Wahrheit oder Pflicht?“

Julian blieb ruhig. Er hatte nicht vor, vor anderen auch nur einen Gedanken preiszugeben. „Pflicht.“

Lukas zog einen Zettel und las überrascht vor: „Küsse eine der anwesenden Frauen zwei Minuten lang durch ein Papiertaschentuch.“

Julians Stirn legte sich in Falten. Sein Gesicht verfinsterte sich.

Valeries Hand krallte sich langsam in den Stoff ihrer Hose. Ihre Finger spannten sich an, in ihrer Brust brannte ein bitteres Ziehen.

Valerie musste verrückt sein, hier sitzen zu bleiben und sich selbst zu quälen. Der Drang zu gehen wurde immer stärker.

Clara zog lächelnd ein Taschentuch heraus. „Ihr könnt es vergessen. Julian küsst sowieso mich.“

Damit legte Clara das Taschentuch auf ihre Lippen und beugte sich zu Julian.

Erweitern
Nächstes Kapitel
Herunterladen

Aktuellstes Kapitel

Weitere Kapitel
Keine Kommentare
30 Kapitel
Entdecke und lies gute Romane kostenlos
Kostenloser Zugriff auf zahlreiche Romane in der GoodNovel-App. Lade deine Lieblingsbücher herunter und lies jederzeit und überall.
Bücher in der App kostenlos lesen
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN
DMCA.com Protection Status