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Kapitel 4

作者: Unruhige Wellen
Zu Hause begann ich, die Erinnerungsstücke durchzusehen, die Shane mir im Laufe der Jahre geschenkt hatte.

Die silberne Halskette, sein Geschenk zu meinem achtzehnten Geburtstag, glänzte im Licht. Ich trug sie einmal stolz in der Schule, bis ich dieselbe Kette um Esthers Hals sah.

Errötend sagte sie, „Shane hat versprochen, dass ich alles haben werde, was du hast.

Der limitierte Teddybär war inzwischen nur noch eine leere Schachtel.

Shane nahm ihn mit und behauptete, er möge den Duft des Parfums, das ich darauf gesprüht hatte. Doch schon am nächsten Tag lag der Bär auf Esthers Schreibtisch.

Dann waren da noch die High Heels mit Riemchen von meinem achtzehnten Geburtstag, das Öl mit dem Duft von Indigo. Alles, was ich für etwas Einzigartiges gehalten hatte, war weitergereicht worden, wie billiger Kram.

Schlimmer noch, es war nicht einmal gleich.

Ein bitteres Lächeln erschien auf meinen Lippen, als ich daran dachte, wie Shane Esther ständig umsorgte und immer auf ihrer Seite stand. Wenn er es so wollte, konnten diese Überbleibsel direkt im Müll landen.

Ich buchte einen Flug für den nächsten Tag und plante, meine letzte Nacht in Ruhe zu verbringen.

Um zwei Uhr morgens riss mich das schrille Klingeln meines Handys aus einem verschwommenen Traum. Verschlafen nahm ich ab, doch die Leitung blieb stumm.

Gerade als ich auflegen wollte, hörte ich Shanes Stimme, schwer und gedämpft. „Alice, es tut mir leid.“

Ich war sofort wach. ‚Kam jetzt endlich die Wahrheit?‘

Doch dann sagte er: „Esther hat sich verletzt. Ich kann sie nicht allein lassen, also verschiebe ich den Schulwechsel.“

Der letzte Funken Hoffnung erlosch. Ich fühlte mich lächerlich. Am liebsten hätte ich ihn angeschrien und Antworten für den Schmerz verlangt, den er mir mit seiner vorgetäuschten Opferrolle zugefügt hatte.

Unbeeindruckt fuhr er fort: „Sag einfach, dass es dir leid tut.“

Ich war fassungslos. „Wie bitte?“

Sein Ton wurde fest. „Du musst dich bei Esther entschuldigen. Sie hat sich wegen dir verletzt.“

Ich brachte kein Wort heraus, doch plötzlich ergab alles Sinn. Solange Esther da war, war alles, was ich sagte, falsch.

Shanes Stimme klang kälter als ein Wintersturm. „Du enttäuschst mich sehr. Wenn du dich entschuldigst, können wir so tun, als wäre nichts passiert. In zwei Monaten komme ich an die neue Schule. Willst du wirklich all die Jahre unserer Freundschaft deswegen wegwerfen?“

In seinen Worten lag eine deutliche Drohung, doch ich spürte weder Schmerz noch Zögern. Nur noch Ärger.

Ich legte auf, blockierte seine Nummer und löschte sie. Ich konnte es kaum erwarten, dieses Flugzeug zu besteigen.

Die Welt im Ausland wirkte lebendig, wie eine leere Leinwand voller Möglichkeiten.

Jemand nahm mir den Koffer ab. Ich blickte auf und sah in Stanley Rossis Augen. Er grinste. „Alice, lange nicht gesehen.“

Ich schüttelte ihm die Hand und lächelte ehrlich. „Schön, dich zu sehen, Stanley.“

Mein Handy vibrierte erneut und riss uns aus dem Moment. Es war einer von Shanes Freunden.

Als ich ranging, hörte ich Shanes Stimme, von Panik durchzogen. „Alice, in welche Klasse bist du gewechselt? Warum sagt jeder, dass dich niemand gesehen hat?“
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