Der Heilige Schein-Wie Geld behandelt wird! Band 1

Der Heilige Schein-Wie Geld behandelt wird! Band 1

last updateTerakhir Diperbarui : 2026-05-13
Oleh:  Betty KyriaziBaru saja diperbarui
Bahasa: Deutsch
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Wir verehren das Geld, behandeln den physischen Träger dieses Wertes aber wie den letzten Dreck. Der „Heilige Schein“ ist am Ende des Tages nur ein Stück bedruckte Baumwolle mit einer posttraumatischen Belastungsstörung.

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Bab 1

Kapitel 1: Die Warteschleife Gottes – Meditation im Schacht 4

Ich bin eine 50-Euro-Note. Aber nennen Sie mich bitte nicht „Fuffi“. Das klingt nach einem billigen Handlanger, nach jemandem, den man achtlos für eine Packung Zigaretten und ein belegtes Brötchen beim Bäcker opfert. Ich bevorzuge „Friedrich“. Ich habe eine Seriennummer, die mit Z beginnt – ich bin also ein Belgier. Ein Europäer von Welt, gedruckt auf feinster Baumwolle, durchzogen von einem Smaragdzahl-Sicherheitsmerkmal, das schimmert wie die Hoffnung eines Start-up-Gründers vor dem ersten Burnout.

Momentan befinde ich mich in einer Art Zen-Zustand. Ich liege in Kassette 3, Schacht 4, eines Geldautomaten der Stadtsparkasse.

Die klinische Isolation

Stellen Sie sich einen Ort vor, der so sauber ist, dass selbst ein Operationssaal dagegen wie eine Bahnhofstoilette wirkt. Hier drin riecht es nach nichts. Absolut nichts. Es ist die Geruchslosigkeit des Vakuums. Ich liege auf meinen Brüdern und Schwestern – ein Stapel von 500 identischen Kopien meiner selbst. Wir sind wie eine Terrakotta-Armee des Kapitalismus, nur flacher und wesentlich flexibler.

Über uns herrscht das Gesetz der algorithmischen Auslese. Alle paar Minuten erzittert der Kasten. Ein mechanisches Surren, das wie das Schnurren einer Katze klingt, die gerade eine Goldmine verschluckt hat. Das ist der Moment, in dem die „Rollen“ aktiv werden. Ein kurzes Zisch-Klack. Jemand oben am Lichtschacht hat „200 Euro“ eingetippt. Vier von uns werden jetzt ausgewählt. Es ist wie eine biblische Entrückung, nur ohne Harfenmusik, dafür mit Gummiwalzen.

Die parodische Beurteilung: Das Warten

Komfort: 5 von 5 Sternen. (Keine Knicke, keine Feuchtigkeit, konstante 20 Grad).

Soziales Leben: 1 von 5 Sternen. (Meine Nachbarn sind so glattgebügelt, dass man mit ihnen kein vernünftiges Gespräch über Inflation führen kann).

Spannungsfaktor: 0 von 5 Sternen. (Man wartet darauf, dass die Welt einen konsumiert).

Philosophische Betrachtungen im Dunkeln

Wissen Sie, was das Problem am „Heiligen Schein“ ist? Wir haben keinen Wert an sich. Ich bin ein Versprechen. Ich bin ein bunt bedruckter Lappen, auf dem steht: „Ich bin 50 Euro wert, weil die Zentralbank das sagt.“ Wenn morgen alle beschließen, dass Muschelschalen die neue Währung sind, bin ich höchstens noch gut genug, um einen wackeligen Tisch in einer Kneipe zu stabilisieren.

In dieser Dunkelheit des Automaten wird man philosophisch. Man fragt sich: Wer wird mein neuer Besitzer? Wird es die rüstige Rentnerin sein, die mich vorsichtig in ein Lederportemonnaie legt, das nach Mottenkugeln und Enkel-Liebe riecht? Oder werde ich die Einstiegsdroge für einen Abend, der in der Ausnüchterungszelle endet?

Die Angst vor dem „Draußen“ ist groß. Wir Scheine tauschen Horrorgeschichten aus, die über die statische Aufladung weitergegeben werden. Geschichten von der „Waschmaschine des Grauens“ (60 Grad mit Weichspüler – der Tod jeder Faserstruktur) oder dem „Kaugummi-Schicksal“, bei dem man als Notbehelf benutzt wird, um klebrige Masse von einer Schuhsohle zu kratzen.

Die Entrückung naht

Plötzlich: Bewegung. Das Surren wird lauter. Ein Lichtstrahl dringt durch den schmalen Schlitz am Ende des Tunnels. Es ist kein göttliches Licht, es ist die Neonröhre der Bankfiliale, die durch den Ausgabeschacht blinzelt.

Ich spüre die Gummiwalze an meinem Rücken. Es kitzelt. Ein kurzes, brutales Saugen. Ich werde von meinem Stapel getrennt. „Adieu, Schacht 4!“, rufe ich meinen Kameraden zu, doch sie antworten nicht. Sie sind nur Papier. Ich hingegen... ich bin Schicksal.

Ich werde durch eine Reihe von Plastikführungen gejagt. Wusch. Wusch. Klack. Ich liege im Ausgabefach. Zusammen mit drei anderen 50ern, die so frisch riechen, dass es fast wehtut.

Dann öffnen sich die Metallklappen. Die Freiheit!

Und was sehe ich als Erstes? Nicht die Sonne. Nicht das Lächeln eines glücklichen Kindes. Ich sehe zwei zittrige Finger mit abgekauten Fingernägeln und einen Typen im Kapuzenpulli, der so heftig schnieft, dass ich sofort weiß: Meine Zeit im Tresor war die Wellness-Kur meines Lebens. Das hier? Das hier wird der wilde Ritt in den Abgrund.

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