Mag-log inDie Nacht im Wald bildete nicht den Abschluss. Die innere Glut in Silas’ Adern erreichte ein Maß, das seine Haut in einem tiefen, goldenen Glanz erstrahlen ließ. Während sie zur Festung zurückkehrten, schienen die massiven Felswände die Hitze aufzusaugen und leicht zu glühen. Der Fluch steuerte auf seinen absoluten Höchststand zu. Es war die finale Phase. In den Aufzeichnungen der Bibliothek hieß es, dass die Gestalt des Herrn in dieser Nacht entweder in ihrer eigenen Intensität vergehen oder ein dauerhaftes Gleichgewicht finden würde.Silas trug Elara ein letztes Mal hinab in das unterirdische Gewölbe – an den Ort, an dem ihre gemeinsame Geschichte begonnen hatte. Die Luft im Raum war von drückender Hitze erfüllt. Die Wachskerzen waren längst geschmolzen, sodass das einzige Licht von Silas’ erwärmter Gestalt ausging. Er wirkte wie eine antike Skulptur aus glühendem Erz. Seine Statur hatte ein Ausmaß erreicht, das ihm das aufrechte Stehen unmöglich machte, sodass er auf den Steinboden
Der Vollmond stand hell und silbern über den Kämmen der Festung. Silas spürte, wie die innere Glut in seinem Blut erneut in Bewegung geriet. Das dicke Felsgestein bot keine ausreichende Entlastung mehr; der Fluch verlangte nach der Freiheit der nächtlichen Luft. Er hob Elara behutsam an und trat ohne Gewand durch die mächtigen Tore des Anwesens. Seine unbekleidete Gestalt glich einer Skulptur aus Muskeln und roher Kraft, während Elaras helle Haut im kühlen Mondlicht wie flüssiges Silber schimmerte.Sie durchquerten den dichten Bergwald. Die Bäume ragten hoch auf, doch Silas übertraf einige der jüngeren Stämme an Statur. Während sie voranschritten, schien die gestaute Energie aus seinen Poren zu weichen: Das Gras richtete sich unter seinen Tritten auf, und der Duft der Waldblumen intensivierte sich. Die nächtliche Natur wurde zum Schauplatz ihrer unverminderten Intensität.Silas steuerte eine Lichtung an, auf der das Moos dicht und weich gewachsen war. Ein kleiner Bachlauf plätscherte
Die Festung barg Unmengen an Verstecken. Hinter einem schweren Vorhang in der Bibliothek entdeckte Elara eine kleine, in das Mauerwerk eingelassene Tür. Sie führte in einen verborgenen Gang, der sich durch die dicken Felswände zog. Die Luft darin war warm und roch nach altem Holz und getrocknetem Harz. Silas folgte ihr. Aufgrund seiner gewaltigen Statur musste er sich auf Händen und Knien fortbewegen. Bei jedem seiner Schritte schien das Mauerwerk leise zu vibrieren.Sie erreichten ein kleines Gemach im Zentrum der Wand. Die Decke war niedrig, der Boden mit dichten, dunklen Pelzen ausgelegt. Ein einzelnes Kerzenlicht brannte in der Ecke und warf lange Schatten. Die Temperatur im Raum war hoch. Als Silas sich aufrichtete, berührte sein Kopf beinahe die Decke. Seine breite Gestalt füllte den Raum nahezu vollständig aus, während seine goldenen Augen im dämmerigen Licht von dunklem Verlangen zeugten.„Dieser Gang ist eng“, grollte Silas, und seine tief resonierende Stimme ließ Elaras Haut
Elara lehnte im Großen Saal an Silas’ mächtiger Gestalt. Das Verhallen der eiligen Schritte der Ältesten war das einzige Geräusch, das durch die hallenden Gänge der Festung drang. Sie spürte das schwere Gewicht seines Armes um ihren Schultern und die Spuren seiner Ausfüllung auf ihrer Haut. Die Männer aus Shadow-Valley waren abgezogen – klein, verunsichert und der Bedeutung dieses Ortes nicht gewachsen. Silas hingegen ragte auf wie ein unerschütterliches Massiv, und sie war die Einzige, die Zugang zu diesem Zentrum besaß.„Sie werden nicht wiederkehren“, flüsterte Elara.„Das ist ihr einzig vernünftiger Entschluss“, grollte Silas. Er hob sie an und trug sie zurück in den zentralen Trakt der Festung.Doch mitten im Schritt geriet Silas ins Stocken. Er strauchelte leicht und blickte auf den Steinboden hinab. Als sie den nächsten Türrahmen passierten, musste er den Kopf deutlich tiefer neigen als je zuvor. Seine Haut verfärbte sich zu einem tiefen, dunklen Rot, und sein Atem ging in schw
Die Sonne stand hell und kühl über den Bergkämmen. Draußen vor den schwarzen Mauern der Festung stiegen einige Männer den schmalen Pfad hinauf. Es waren die Ältesten aus Shadow-Valley. Sie trugen schwere graue Umhänge und hielten hölzerne Stäbe in den Händen. Alle zehn Jahre traten sie an das Tor, um nach dem Rechten zu sehen und die Ruhe des Dorfes zu sichern.Im Inneren des Anwesens war die Luft von der Wärme der vergangenen Stunden erfüllt. Elara befand sich in der großen Küche und nahm eine Kleinigkeit zu sich. Bei jeder Bewegung spürte sie die anhaltende Anspannung in ihren Hüften – eine stetige Erinnerung an Silas’ gewaltige Physis und an die Tatsache, dass sie die Scheu der ersten Tage längst abgelegt hatte.Plötzlich ertönte ein lauter Ton am Haupttor. KLANG! KLANG! KLANG!Elara schreckte auf. Es war das Signal der Abgesandten.„Sie sind eingetroffen“, grollte eine Stimme hinter ihr.Silas stand im Rahmen der Küchentür. Aufgrund seiner Statur musste er den Kopf leicht neigen.
Am nächsten Morgen war es im Gewölbe vollkommen still. Silas schlief noch auf dem gewaltigen Bett. Im Schlaf glich er einer Skulptur aus Fels: Seine breite Brust hob und senkte sich in ruhigen, schweren Zügen. Selbst in diesem Zustand wirkte seine Gestalt furchteinflößend. Elara bewegte sich vorsichtig. Ihr Körper fühlte sich schwer an, und jede Bewegung erinnerte sie an die Intensität der vergangenen Nacht – an die spürbare Dehnung und an die Tatsache, dass sie nun fest mit der Festung und ihrem Herrn verbunden war.Sie stieg die steinernen Stufen hinauf, um das Anwesen weiter zu erkunden. Sie durchquerte düstere Gänge, vorbei an verblassten Wandteppichen und schweren Vorhängen, bis sie vor einer mächtigen Flügeltür aus dunklem Holz mit goldenen Beschlägen stand. Sie schob sie auf.Es war eine gewaltige Bibliothek. Tausende von Bänden reichten von den schweren Dielen bis empor zur hohen Decke. Der Raum roch nach altem Pergament und getrocknetem Harz. In der Mitte stand ein schlichter







