MilaCamille saß schon am Eckplatz, als ich ankam, zehn Minuten zu früh, wie meine Uhr verriet. Sie hielt ihren Kaffeebecher fest umklammert.Heute kein Rot. Ein grauer Pullover, die Haare offen statt gestylt. Sie sah nicht mehr so aus wie die Version von sich selbst, gegen die ich mich drei Jahre lang gewehrt hatte, sondern eher wie jemand, an dem ich achtlos vorbeigegangen wäre.„Du bist gekommen“, sagte sie.„Ich hatte es versprochen.“„Das sagen die Leute viel seltener zu mir, als man denkt, wenn man bedenkt, wie viel ich dafür getan habe, dass sie einen Grund dazu hatten.“Ich setzte mich ihr gegenüber, so nah am Fenster, dass ich, wenn ich den Kopf leicht drehte, Lena an einem Café-Tisch auf der anderen Straßenseite sehen konnte. Sie las eine Zeitung, die sie offensichtlich nicht las.„Erzähl mir den Rest“, sagte ich. „Du hast gesagt, es gäbe mehr als nur den Brief.“Camille umklammerte die Tasse fester, und einen Moment lang sah ich ihr sichtlich zu, wie sie überlegte, wie we
Última actualización : 2026-07-19 Leer más