Mara lachte.Es klang falsch, dünn und brüchig, und hallte von den Wänden des leeren Korridors zurück. Julian rührte sich nicht.„Ein Werwolf“, wiederholte sie.„Ja.“„Also einer, der den Mond anheult. Mit Silberkugeln und allem.“„Weniger dramatisch.“ Seine Stimme war leise. „Aber ja.“Sie starrte ihn an, und der Abend lief in grellen, ungewollten Bruchstücken noch einmal vor ihr ab: Tobias' gelb aufblitzende Augen, die Laternen, die in windstiller Luft schwankten, Studenten, die in die Knie gingen, als hätte jemand ihre Fäden durchtrennt. Das Gewicht, das auf ihrer Lunge gelastet hatte. Das Gold in Julians Augen vor wenigen Minuten.Nein, dachte sie. Dafür gibt es eine Erklärung.Und dann, weil sie Mara war und Mara es hasste, bevormundet zu werden:„Du machst das, um mir Angst einzujagen“, sagte sie. „Du willst, dass ich deine Regeln befolge, und du glaubst, mit einer Monstergeschichte geht das schneller als mit der Wahrheit.“Etwas huschte über sein Gesicht. „Wenn ich dir Angst ma
Última actualización : 2026-11-05 Leer más