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KAPITEL 4

Author: Black Bambi
last update Petsa ng paglalathala: 2026-06-06 04:36:12

Sylvaren POV

„Er ist völlig außerhalb deiner Liga, Lena, hör auf zu sabbern“, lachte ein Mädchen und lehnte sich gegen die Steinstufen des Kunstgebäudes.

„Ich sabber nicht“, antwortete Lena. Ihre Stimme trug klar durch die Nachmittagsluft. „Ich sage nur, dass Professor Evander genau weiß, wie man ein Publikum fesselt. Sieh ihn dir an.“

Ich verlangsamte meine Schritte. Meine Sneakers schleiften über den Boden. Drei Mädchen aus dem fortgeschrittenen Kunstseminar umringten Calix unten an den Betonstufen, als würde er kostenlose Noten verteilen. Lena stand am nächsten. Sie lachte laut über etwas, das er leise gesagt hatte. Sie legte ihre Hand auf seinen Unterarm und ließ sie dort liegen. Calix schob sie nicht weg. Er zuckte nicht einmal. Er stand einfach da, die Arme locker verschränkt, und ließ sie ihn berühren, während seine Augen leicht in den Winkeln zuckten.

Ich zog das Kinn runter und den Kragen meiner Jacke höher, um die roten Stellen an meinem Hals zu verstecken. Meine Brust fühlte sich eng an, aber ich zwang mein Gesicht, völlig ausdruckslos zu bleiben. Es war egal. Was er mit seinen fortgeschrittenen Studentinnen machte, ging mich nichts an. Unsere kranke kleine Abmachung war sowieso vorbei.

Ich ging weiter. Meine Schulter streifte fast an Lena vorbei, als ich zum Haupthof lief. Ich sagte mir, ich wäre fertig mit den Spielen. Mein Stipendium war wichtiger als diese gefährliche Fixierung.

Später am Nachmittag wartete ich, bis der lange Flur vor den Fakultätsräumen komplett leer war. Die Stille war absolut. Ich ging zu seiner schweren Eichentür, klopfte einmal und trat ein, bevor er etwas sagen konnte.

„Wir müssen das jetzt sofort beenden“, sagte ich und knallte die Tür hinter mir zu. Der Riegel klickte. Ich drehte mich sofort zu ihm. „Das mit dem privaten Atelier neulich war zu viel. Du hast eine Grenze überschritten.“

Calix lehnte sich gegen die Kante seines Mahagoni-Schreibtischs, die Beine überkreuzt. Er wirkte nicht überrascht, mich zu sehen. Er sah aus, als hätte er genau dort gesessen und darauf gewartet, dass ich hereinkomme und genau das sage.

„Habe ich eine Grenze überschritten, Sylvaren?“, fragte er mit tiefer, ruhiger Stimme. „Du hast jede einzelne Sekunde genossen, als der Pinsel über deine Haut glitt.“

Mein Gesicht brannte sofort bei der Erinnerung. Mein Körper erinnerte sich an die kalte Farbe. „Ich meine es ernst, Calix. Wenn du mich noch einmal anfasst oder in einen weiteren privaten Raum auf diesem Campus ziehst, gehe ich direkt zum Dekan. Ich werde alles melden. Mein Stipendium und meine Zukunft sind dieses lächerliche Risiko nicht wert.“

Calix neigte den Kopf. Seine Augen wurden dunkler, als sie sich in meine bohrten. Eine lange, schwere Stille entstand. „Du glaubst wirklich, du kannst einfach so weggehen, nachdem wir das in dem Raum gemacht haben? Du glaubst, du kannst so tun, als gehörtest du mir nicht?“

„Ja“, sagte ich und hielt meine Stimme so hart wie möglich, obwohl mein Puls raste. „Weil es ein riesiger Fehler war. Ich will das nicht mehr. Ich bin fertig damit, von dir benutzt zu werden.“

Er lächelte leicht, aber es war kein freundliches Lächeln. Es war kalt und wissend und ließ meinen Magen sich zusammenziehen. „Das werden wir sehen, Herr Soren.“

„Da gibt es nichts zu sehen“, zischte ich, drehte mich um und riss die Tür auf. „Lass mich in Ruhe.“

Zwei Tage vergingen. Ich versuchte, ihn während der Vorlesungen zu ignorieren. Aber am Donnerstagnachmittag im Kunsttheorie-Kurs vibrierte mein Handy in meiner Tasche. Ich zog es unter dem Tisch heraus.

„Komm sofort nach deiner letzten Vorlesung in mein Büro. Lass mich nicht warten.“

Meine Hände zitterten, als ich schnell antwortete. „Nein. Ich habe dir gesagt, ich bin fertig.“

Eine Minute später kam eine weitere Nachricht. „Mein Büro, Sylvaren. Sonst rufe ich dich jetzt vor die gesamte Aula und bespreche deine durchgefallene Note vor achtzig Leuten.“

Ich sog scharf die Luft ein. Meine Zähne knirschten. Er hatte mich in der Falle und er wusste es.

Eine Stunde später marschierte ich den Fakultätsflur hinunter und stieß seine Bürotür auf. Ich erwartete ihn allein vorzufinden, aber jemand war schon da. Lena lehnte über seinen Schreibtisch, ihre langen Haare fielen über ein Skizzenbuch. Sie war die beste Studentin unseres Jahrgangs, die immer nach jeder Vorlesung länger blieb, um extra Fragen zu stellen und viel zu nah an ihn heranzutreten.

Calix sah genau in dem Moment auf, als ich hereinkam. „Mach die Tür zu, Herr Soren. Lena hat mir gerade von ihrem neuen Projektvorschlag erzählt. Setz dich.“

Ich schluckte den Kloß aus Wut runter und ging zur hinteren Wand. Ich ließ mich schwer auf den harten Holzstuhl fallen. Lena blieb direkt neben seinem Ledersessel stehen. Sie lächelte auf ihn herunter, ihr Körper beugte sich so weit vor, dass ihre Brust fast über seinem Schreibtisch schwebte.

„Ich dachte, die finale Leinwand könnte Macht durch den gezielten Einsatz von Schatten zeigen“, sagte Lena mit weicher, hauchiger Stimme. „So wie eine starke Person das Licht um sich herum komplett kontrollieren kann. Es fühlt sich sehr intensiv an.“

Calix nickte langsam, die Augen auf ihr Skizzenbuch gerichtet. Er griff nach dem Papier und schob es einen Zentimeter näher zu ihrer Seite des Tisches. Dabei strichen seine langen Finger absichtlich über ihre. Seine Knöchel glitten über ihre Haut. „Das ist eine unglaublich kluge Sicht auf Komposition, Lena. Du hast ein sehr gutes Auge dafür.“

Lena kicherte. Ihre Wangen wurden rosa. Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr. „Vielen Dank, Professor. Ich denke ständig an Ihre Vorlesungen. Sie inspirieren mich wirklich.“

Ich hielt mein Gesicht völlig ausdruckslos und starrte auf das Bücherregal, aber meine Finger krallten sich in die Holzarmlehnen, bis meine Knöchel weiß wurden. Meine Zähne schlugen so hart aufeinander, dass mein Kiefer schmerzte. Calix warf einen kurzen Blick in meine Ecke. Seine dunklen Augen trafen meine. Er wusste genau, was er tat. Er wollte, dass ich hier sitze und das mit ansehe.

Er wandte sich wieder ganz Lena zu und beugte sich näher zu ihr. „Du solltest unbedingt am Wochenende ins private Atelier kommen. Ich arbeite an einigen exklusiven Referenzstücken, die dir bei Layout und Tiefe helfen könnten.“

Lena lächelte noch breiter. Ihre Augen leuchteten. „Wirklich? Das wäre absolut toll, Professor. Ich würde gerne vorbeikommen und Ihre privaten Arbeiten sehen.“

„Gut. Ich sorge dafür, dass die Tür für dich offen ist“, murmelte Calix mit derselben ruhigen, tiefen Stimme, die er benutzte, wenn er einen Raum kontrollieren wollte. Jedes Mal, wenn sie lachte, ließ er die Stille gedehnt stehen und hielt den Blick auf ihr Gesicht gerichtet. Er sah mich kein zweites Mal an, aber die schwere Spannung im Raum war erstickend. Er benutzte sie, um mich zu bestrafen. Er zeigte mir, wie leicht er mich durch jemand anderen ersetzen konnte, der um seine Aufmerksamkeit betteln würde.

Als Lena endlich ihre Skizzen zusammennahm und gehen wollte, legte sie ihre Hand wieder auf seinen Unterarm. Ihre Finger strichen langsam über seine Haut. „Ich sehe Sie am Freitag, Professor.“

„Ich freue mich darauf, Lena“, sagte Calix leise.

Er sah ihr nach, bis die schwere Tür hinter ihr zuschlug. In dem Moment, in dem der Raum leer war, verschwand die gespielte Wärme komplett aus seinem Gesicht. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und richtete seinen dunklen, raubtierhaften Blick direkt auf mich.

„Du denkst immer noch, du kannst einfach so von mir weggehen, Sylvaren?“, fragte er mit dunkler Belustigung in der Stimme.

Ich stand so schnell auf, dass der Stuhl gegen die Wand knallte. „Diese kleine Vorführung ändert gar nichts. Ich habe es ernst gemeint. Lad sie ruhig in dein Atelier ein. Mal sehen, ob es mich interessiert.“

Er antwortete nicht. Er saß nur hinter seinem Schreibtisch und sah mich mit ruhiger, furchteinflößender Sicherheit an, während ich mich umdrehte und aus dem Raum floh.

Später am Abend war die Sonne komplett untergegangen. Der Campus-Parkplatz lag in schweren grauen Schatten. Ich ging schnell zu meinem Auto. Ich wollte nur noch ins Wohnheim und die Tür abschließen. Aber als ich an der Reihe der Fakultätsparkplätze vorbeikam, sah ich zwei vertraute Gestalten neben einer dunklen Limousine stehen.

Es war Calix und Lena.

Sie stand auf den Zehenspitzen, ihre Hände lagen leicht auf seinen breiten Schultern. Während ich erstarrt im Schatten stand, beugte sie sich vor und drückte einen langsamen, absichtlichen Kuss direkt auf seine Wange. Calix wich nicht zurück. Er bewegte sich nicht weg. Er stand einfach da im Licht der Straßenlaterne und ließ ihre Lippen seine Haut berühren.

Ich blieb wie angewurzelt stehen. Mein Atem blieb mir im Hals stecken. Mein Magen drehte sich. Eine kalte, üble Welle aus purem Eifersucht überrollte mich, während ich zusah, wie eine andere Person den Mann berührte, der meinen Körper erst vor wenigen Tagen für sich beansprucht hatte.

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