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KAPITEL 3

Autor: DINO
last update Fecha de publicación: 2026-08-28 08:11:49

Der Morgen danach

Lena wachte mit einem Gefühl der Leichtigkeit auf, das sie seit Monaten nicht gespürt hatte. Das Bett war weich, die Bettwäsche aus hochwertiger Seide, und durch das große Fenster fiel warmes Morgenlicht herein. Für einen Moment wusste sie nicht, wo sie war.

Dann drehte sie den Kopf und sah David neben sich liegen.

Sein Gesicht war im Schlaf entspannt, die dunklen Wimpern ruhten auf seinen Wangen. Er war so schön – das hatte sie schon in der Bar bemerkt, aber im Morgenlicht war es noch offensichtlicher. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig, und sein Arm lag lässig um ihre Taille.

Lena lächelte. Es war ein kleines, fast schüchternes Lächeln.

Sie hatte es getan. Sie hatte eine Nacht mit einem Fremden verbracht, und es fühlte sich nicht falsch an. Es fühlte sich befreiend an. Sie hatte die Kontrolle über ihr Leben zurückgenommen, und das war das beste Gefühl der Welt.

Sie stand leise auf, zog ihr Kleid an und suchte ihre Handtasche. Sie wollte nicht bleiben – sie wusste nicht, wie man mit so etwas umging. Es war nur eine Nacht gewesen. Nur ein kleiner Ausbruch aus ihrem sonst so kontrollierten Leben.

Sie fand einen Zettel und schrieb eine kurze Nachricht: "Danke für diese Nacht. Es war wunderschön. Lena."

Dann verließ sie die Wohnung – eine luxuriöse Penthouse-Wohnung in bester Lage – und nahm ein Taxi nach Hause.

Drei Tage vergingen. Lena kehrte in ihren Alltag zurück, aber etwas war anders. Sie fühlte sich stärker. Sie hatte endlich beschlossen, ihr Leben neu aufzubauen. Sie schickte Bewerbungen, rief alte Kontakte an und suchte nach einem neuen Job.

Und dann, am vierten Tag, kam die Antwort.

Ein Anruf von einem großen Unternehmen – Wagner Industries. Sie hatten ihre Bewerbung gesehen und wollten sie einladen. Lena war aufgeregt. Wagner Industries war eines der erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands. Ein Job dort war ein Karrieresprung.

Sie zog ihr bestes Kostüm an, frisierte sich und fuhr zum Vorstellungsgespräch.

Die Lobby war beeindruckend – Marmor, Glas, moderne Kunst. Lena wurde in den sechsten Stock geführt, wo ein großes Besprechungszimmer auf sie wartete. Die Personalchefin, eine freundliche Frau in den Fünfzigern, begrüßte sie.

"Frau Bergmann, wir sind sehr beeindruckt von Ihrer Bewerbung. Sie haben genau die Erfahrung, die wir suchen."

Das Gespräch verlief gut. Lena war selbstbewusst, kompetent, überzeugend. Am Ende stand die Personalchefin auf.

"Wir möchten Sie heute noch dem CEO vorstellen – er ist zufällig im Haus. Möchten Sie?"

Lena nickte. "Gerne."

Sie folgte der Personalchefin durch einen langen Flur bis zu einer doppelflügeligen Tür aus dunklem Holz. Die Personalchefin klopfte und öffnete die Tür.

"Mr. Wagner, das ist Lena Bergmann. Sie ist die Kandidatin, von der ich Ihnen erzählt habe."

Lena trat ein – und erstarrte.

Am Schreibtisch saß David. Der Mann aus der Bar. Der Mann, mit dem sie eine Nacht verbracht hatte.

Der CEO von Wagner Industries.

Er sah sie an, und seine Augen weiteten sich einen Moment, bevor er sein professionelles Lächeln wieder aufsetzte.

"Frau Bergmann", sagte er ruhig. "Willkommen bei Wagner Industries."

Lena konnte kaum atmen. Ihr Herz raste. Sie hatte mit dem CEO geschlafen. Dem Mann, der jetzt ihr Chef werden könnte.

Sie hatte keine Ahnung, was sie tun sollte.

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