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Kapitel 2

Author: Traumleser
An diesem Nachmittag fuhr ich direkt zurück zur Firma und reichte bei meinem Vorgesetzten Layton Guerra meine Kündigung ein.

„Weiß Ivy von deiner Kündigung?“

Herr Guerra war von meiner Entscheidung offensichtlich überrascht. Schließlich war ich sieben Jahre in Folge der beste Flugbegleiter der Airline gewesen. Wenn ich in der Firma blieb, lag eine glänzende Zukunft vor mir.

Ich brachte nur ein bitteres Lächeln zustande.

„Ich sage es ihr heute Abend. Aber ich glaube kaum, dass es sie interessiert.“

„Ach, Mensch. In den letzten Jahren seid ihr beide gemeinsam neue Strecken geflogen und habt zusammen Auszeichnungen der Firma gewonnen. Vor drei Jahren kam sogar der Geschäftsführer persönlich zu eurer Hochzeit. Alle haben euch damals beneidet, aber na ja ...“

Herr Guerra brach ab und seufzte schwer. In seiner Stimme lag tiefes Bedauern.

Ja, das waren tatsächlich schöne Erinnerungen.

Aber Erinnerungen blieben Erinnerungen.

Wir konnten nie wieder zurück.

Nachdem ich meine Kündigung eingereicht hatte, kehrte ich gegen zehn Uhr abends nach Hause zurück. Das Haus war unheimlich still und leer. Auf meinem Handy ploppte ein neuer Social-Media-Post von Owen auf. Er hatte mich extra darin getaggt.

In der Caption stand:

„Ein besonderer Dank an meine wunderschöne Ausbilderin, die den ganzen Nachmittag an meiner Seite geblieben ist. Als Dankeschön nehme ich sie morgen mit zu Marcus Vales Konzert! Ich freue mich schon riesig.“

In diesem Moment wusste ich, dass Ivy, die gesagt hatte, sie würde mittags nach Hause kommen, nicht zurückkehren würde.

In unseren drei Ehejahren war so etwas einfach zu oft passiert.

Nachdem ich mir eine einfache Schüssel Instantnudeln gemacht hatte, öffnete ich meine E-Mails.

Vor mir lagen Jobangebote von mehr als zehn Airlines aus verschiedenen Ländern. Mein Cursor blieb schließlich bei dem Angebot von Meridian Airways in Avalonia stehen.

Ohne zu zögern klickte ich auf „Annehmen“ und buchte einen Flug nach Avalonia für übermorgen.

Vor fünf Jahren geriet Ivy auf einem Flug nach Avalonia in den schwersten Zwischenfall ihrer gesamten Karriere. Seitdem war dieses Wort, Avalonia, für sie ein Tabu.

Sie weigerte sich nicht nur, selbst dorthin zu fliegen. Sie ließ auch mich kein einziges Mal diese Route übernehmen.

„Ivy, wenn ich erst nach Avalonia gehe, sehen wir uns in diesem Leben vermutlich nie wieder“, murmelte ich vor mich hin.

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