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Kapitel 47: Der Morgen danach

Autor: Viv Rex
last update Data de publicação: 2026-05-11 14:12:53

Elias erwachte langsam.

Das Erste, was er spürte, war Wärme. Nicht die Hitze eines Feuers oder die stickige Luft einer Höhle, sondern eine lebendige, atmende Wärme, die sich an seinen Körper schmiegte wie eine zweite Haut. Dann roch er sie. Wald. Wind. Etwas Wildes, das nach Zuhause roch.

Er öffnete die Augen.

Kaelen lag neben ihm, den Kopf auf seine Brust gebettet, einen Arm quer über seinen Bauch gelegt, als wollte sie ihn selbst im Schlaf nicht loslassen. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig.
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    Sie gingen tiefer in die Festung hinein.Die Halle mit den stummen Toten lag hinter ihnen, aber das Gefühl, beobachtet zu werden, blieb. Es war, als würden die Geister ihnen folgen, nicht mit Schritten, sondern mit ihrer bloßen Aufmerksamkeit. Ein unsichtbarer Druck, der auf Elias' Schultern lastete wie eine zweite Haut. Kaelen spürte es auch. Er sah es an der Art, wie ihre Ohren sich bewegten, wie ihre Nasenflügel zuckten, wie ihre Hand die seine fester hielt als nötig.„Sie folgen uns nicht wirklich“, sagte sie nach einer Weile. „Sie warten immer noch in der Halle. Aber irgendwie... irgendwie sind sie trotzdem hier. In meinem Kopf. In meinem Fell. Unter meiner Haut. Ist das Einbildung? Spürst du das auch? Oder werde ich langsam verrückt? Sag mir, dass du es auch spürst. Sag mir, dass ich nicht die Einzige bin, die das Gefühl hat, dass hunderte tote Augen auf uns gerichtet sind, selbst wenn wir sie nicht sehen. Das ist schlimmer als ein direkter Blick. Ein direkter Blick ist ehrlich.

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