LOGINEine Nacht mit einem Fremden. Vier Jahre voller Geheimnisse. Und ein Sohn, der den Schatten-Alpha gerade „Papa“ genannt hat. Als mein vorherbestimmter Gefährte mich zurückwies, lief ich in die Arme eines Mannes, von dem ich dachte, ich würde ihn nie wiedersehen. Jetzt ist er mein Boss, der Vater meines Kindes und der gefährlichste Alpha der Welt. Er ist kalt. Er ist besitzergreifend. Und er ist entschlossen, mich zu der Seinen zu machen. Der Schatten-Alpha hat seinen Erben gefunden. Jetzt kommt er, um mich zu holen.
View MoreRosalie wartete, bis das Anwesen still geworden war.Sie lag noch eine Stunde in Miguels Armen, nachdem er eingeschlafen war, reglos, mit langsamen Atemzügen, während sie den gleichmäßigen Rhythmus seines Herzschlags an ihrer Wange zählte. Er war erschöpft. Die Ereignisse der letzten zwei Tage hatten ihn ausgehöhlt und auf eine Weise verletzlich gemacht, wie sie ihn noch nie gesehen hatte. Sein Arm lag über ihrer Taille. Sein Atem war warm in ihrem Haar. Er hatte ihr süße Dinge zugeflüstert, bevor der Schlaf ihn geholt hatte, Versprechen von Schutz und Hingabe und einer Zukunft, auf die sie seit Jahren hingearbeitet hatte.Sie wartete, bis sein Atem tiefer wurde und in den langsamen, gleichmäßigen Rhythmus der Bewusstlosigkeit überging. Dann schlüpfte sie unter seinem Arm hervor und lief barfuß über den kalten Steinboden. Ihr Seidenmantel hing über einem Stuhl am Fenster. Sie zog ihn an und band den Gürtel fest um ihre Taille. Der Verband an ihrem Arm war immer noch makellos weiß, ein
DRITTE PERSON Miguel stand mitten in den Trümmern der Boutique und hatte das Gefühl, die Welt würde sich um ihn herum schließen.Das zerbrochene Glas knackte unter seinen Schuhen. Die Diamanten lagen noch immer verstreut über den Marmorboden wie gefallene Sterne. Die Kamera des Reporters lief noch, fing jeden Winkel des Chaos für die Schlagzeilen des Morgens ein. Die Society-Damen waren von den Sicherheitskräften nach draußen gebracht worden, doch ihr Flüstern hing weiterhin wie Rauch in der Luft. Und Candice stand vor ihm mit ihrem verfilzten Haar und ihren roten Augen und ihren Händen, die einfach nicht aufhören wollten zu zittern.„Bitte“, flüsterte sie. „Bitte, Miguel. Du kennst mich. Du weißt, dass ich meinem Sohn niemals wehtun würde. Er ist alles für mich. Er ist meine ganze Welt.“Miguel sah sie an und wollte ihr glauben. Jeder Instinkt in seinem Körper schrie ihn an, ihr zu glauben. Das war die Frau, die vor vier Jahren mit einer zerbrochenen Bindung und einem Herzen voller
CANDICE Ich öffnete den Mund, um es zu erklären, um mich zu verteidigen, um ihm von der Krankenschwester zu erzählen und vom Gift und von der Art, wie Rosalie gelächelt hatte, als sie fiel. Aber die Worte kamen nicht heraus. Meine Kehle hatte sich um sie verschlossen.Gott, was habe ich getan?Miguel stieg über die zerbrochenen Glasscherben und blieb direkt vor mir stehen. Sein Gesicht war wie aus Stein, aber seine Augen brannten. „Candice. Sag mir, was passiert ist. Sofort.“„Ich bin hergekommen, um sie zur Rede zu stellen.“ Meine Stimme zitterte so sehr, dass ich kaum sprechen konnte. „Ich habe dich am Telefon gehört. Du hast ihren Namen gesagt. Du hast gesagt, sie war vor dem Unfall in Ians Zimmer. Ich wollte sie nur fragen, warum. Ich wollte ihr nur in die Augen sehen und fragen, warum sie das getan hat.“„Also hast du sie geschlagen?“„Sie ist absichtlich gefallen. Ich habe ihr eine Ohrfeige gegeben, ja, aber sie hat sich selbst in diese Vitrine geworfen. Sie wollte, dass das pa
CANDICE Ich stürmte in die Thorn Mall wie eine Frau, die nichts mehr zu verlieren hatte. Meine billigen Sneakers quietschten bei jedem wütenden Schritt über den kalten Marmorboden. Dieselben Kleider, die ich seit fast vierundzwanzig Stunden trug, klebten an meinem Körper, verblichene Jeans, befleckt von Ians Schweiß, mein altes Hausmeistershirt, das immer noch den scharfen, sterilen Geruch des Krankenhauses trug. Meine Haare waren ein einziges Chaos und meine Augen brannten von stundenlangen stillen Tränen und verzweifelten Gebeten an dem Bett meines Sohnes. Jeder Atemzug fühlte sich an wie Feuer in meinen Lungen.Ian wäre beinahe gestorben. Schon wieder.Die Worte des Arztes hallten immer wieder in meinem Kopf nach wie ein Albtraum, aus dem ich nicht erwachen konnte: seltene Komplikationen durch Alpha-Blut… stressbedingter Anfall… er ist im Moment stabil, aber jeder weitere Schock könnte etwas Schlimmeres auslösen. Mein Baby, meine ganze Welt, hatte in meinen Armen gekrampft, währen





