LOGINNachdem ihr Freund sie verlassen hatte, verbrachte sie eine Nacht mit einem Fremden. Wenige Wochen später stellte sie fest, dass sie schwanger war und verschwand. Monate später traf sie den geheimnisvollen Milliardär wieder. Er war überzeugt, der Vater ihres Kindes zu sein – doch sie ließ ihn im Ungewissen.
View MorePositiv.
Diese beiden kleinen roten Linien starrten mich vom Teststäbchen aus an. Ich war schwanger. Meine Hand zitterte, als ich das Testkit hielt. „Das kann nicht passieren“, flüsterte ich. Ich warf das Stäbchen in den Mülleimer. Solche Tests liegen doch ständig falsch, oder? Aber ich hatte bereits zwei Tests gemacht. Beide zeigten dasselbe.
Ich drehte den Wasserhahn auf, atmete tief. Mein Blick fing sich im Spiegel – ausgewaschen, grau, die Augen matt. Ich sah aus wie ein Wrack.
Die Angst, die mich seit dem Aufwachen beschlichen hatte, hatte endlich einen Namen. Was zur Hölle sollte ich jetzt tun? Das Schlimmste? Ich hatte keine Ahnung, wer der Vater war.
Vor zwei Wochen war mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt worden. Hätte ich gewusst, dass die Nacht, die ich für die romantischste meines Lebens hielt, zur häßlichsten werden würde, wäre ich nie hingegangen. Und hätte ich gewusst, dass eine einzige Flasche Champagner reichen würde, um mich in das Bett eines anderen zu befördern, hätte ich keinen Tropfen angerührt.
ZWEI WOCHEN ZUVOR
„Hey, hier ist Jackson. Hinterlass eine Nachricht.“ Seine Voicemail sprang zum vierten Mal an. Ich hatte ihn schon fünfmal angerufen. Ich schickte eine weitere Nachricht – die einundzwanzigste.
Zwanzig vor neun. Wo blieb er? Ich lief im Hotelzimmer auf und ab, meine Finger strichen über die Rosenblätter, die ich auf den Laken verteilt hatte. Clara schrieb: Jackson hab ich nicht gesehen. Ist er bei dir?
Nein, antwortete ich.
Zweiundzwanzig nach neun. Aus Sorge war pure Wut geworden. Unser zweiter Jahrestag. Ich hatte fünf Stunden lang dieses riesige Zimmer dekoriert – Kerzen, Ballons, Champagner, Kuchen mit den Worten ALLES GUTE ZUM ZWEITEN JAHRESTAG, LIEBE. Jetzt wirkten die Ballons schlaff, die Kerzen waren halb heruntergebrannt.
Scheiß auf ihn. Ich drehte die Champagnerflasche auf und trank direkt daraus. Je mehr ich trank, desto schärfer wurde der Schmerz. Ich wischte die weißen Schokoladenbuchstaben mit dem Finger weg, leckte ihn sauber, stand auf und begann zu tanzen – wie ein wilder Popstar, als würde mir niemand zusehen.
Ich weiß nicht, wie lange ich mich wie eine beschwipste Närrin im Kreis drehte, bevor es an der Tür klopfte. Jackson? Er musste es sein. Die Wut begann zu schmelzen, Hoffnung kehrte zurück.
Ich ging zur Tür und schloss auf.
„Jackson?“
Statt Jackson stand ein größerer Mann im Schatten, atmete schwer, fast keuchend. Bevor ich klar denken konnte, packte er mein Handgelenk, wirbelte mich herum und drückte mich gegen die Wand. Mein nackter Rücken traf auf die kalte Oberfläche.
„Hilf mir“, flüsterte er, sein Atem streifte meine Wange. Er pinnte meine Hände links und rechts von mir an die Wand, zog seine Lippen über meine Wange – reich, würzig, pure Männlichkeit. Jeder Gedanke in mir löste sich auf.
Ich öffnete den Mund, um zu sagen, dass etwas nicht stimmte, doch in dem Moment küsste er mich hart. Hitze schoss durch meinen Körper. Ich wusste, dass er nicht Jackson war, aber der Alkohol hatte mich schwach gemacht – und ich war so erregt, dass es mir egal war.
Er hob mich hoch und trug mich zum Bett. Meine Kleider waren binnen Sekunden weg. Ein schmaler Lichtstreifen aus dem Flur schnitt durch das Zimmer, und ich erhaschte den scharfen, intensiven Blick in seinen Augen.
„Fuck“, knurrte er. Kein langsames Necken, keine sanften Worte. Er stieß hart in mich hinein, und ich schrie auf.
Danach verschwamm alles.
NÄCHSTER MORGEN
Ich erwachte mit einem schweren Arm über meinem Bauch. Neben mir lag ein Kopf mit dickem schwarzem Haar. Jackson hatte sandblondes Haar.
Ich setzte mich ruckartig auf. Heilige Scheiße. Hatte ich wirklich mit einem Fremden geschlafen?
Dann klingelte mein Handy. Clara: Sag mir bitte, dass Jackson gerade bei dir ist?
„Nein“, flüsterte ich.
Verdammt! Jackson ist hier – in diesem Hotel. Mit einer anderen Frau!
Ich war vollkommen nackt. Mein goldenes Satinkleid lag in Fetzen auf dem Boden. Ich zog die Ersatzjeans an, griff Handy und Tasche, und war aus der Tür, bevor der Fremde auch nur aufwachte.
Ich fand Clara im Flur von Zimmer 207.
„Er ist da drin“, sagte sie, das Gesicht vor Abscheu verzerrt.
Ich klopfte. Eine Frau mit wunderschönen kupferroten Haaren öffnete. Ein kurzer Moment der Erleichterung – dann drang eine vertraute Stimme aus dem Zimmer:
„Schatz, wer ist da?“
Etwas in mir zerbrach. Ich schob mich an ihr vorbei. Jackson lag im Bett, vollkommen nackt.
Sein träges Lächeln verschwand. „E-Elara –“
„Nicht“, schnitt ich ihm das Wort ab. Er machte einen Schritt auf mich zu, ich riss die Hand hoch. „Wag es ja nicht, näher zu kommen.“
Die Rothaarige fuhr mich an, aber ich schaute nicht einmal hin. „Wie konntest du mir das nur antun?“
Jackson stammelte etwas von Schlussmachen, von komplizierten Umständen. Ich hörte kaum hin.
„Drei Monate“, sagte er schließlich.
Drei Monate. Zweiundneunzig Tage. Alle Anzeichen, die ich übersehen hatte – die Stimmungsschwankungen, der Lippenstiftabdruck auf seinem Hemd – stürzten auf mich ein.
Ich ging direkt zu ihm, sah ein letztes Mal in diese smaragdgrünen Augen. „Wir sind fertig, Jackson Carter. Ich mache Schluss mit dir. Verrottet in der Hölle mit dieser Schlampe, das ist mir egal.“ Ich riss mir die dünne Goldkette vom Hals und schleuderte sie ihm ins Gesicht.
„Du hättest aufpassen sollen, was du tust!“
Ich drehte mich um und ging. Ich blieb nicht stehen, bis ich durch die Glastüren ins helle Morgenlicht trat.
Dort, auf dem Bürgersteig, brach ich zusammen. Der Schmerz war scharf und tief. Meine erste echte Beziehung war gerade auf die schlimmstmögliche Weise zu Ende gegangen.
Und irgendwo da draußen – in einem Hotelzimmer, in dem ich ihn zurückgelassen hatte – lag ein Fremder, der nicht einmal wusste, dass er mich für immer verändert hatte.
Aber das würde ich bald herausfinden.
ADRIANIch hatte mich in meinem ganzen Leben noch nie so nervös gefühlt. Meine Knie zitterten unkontrolliert, und meine Handflächen waren schweißnass. Im Krankenhausflur lief ich wie ein gefangenes Tier rastlos auf und ab. Immer wieder wanderte mein Blick zu der Tür des Zimmers, in dem sich mein Moonshine, meine Elara, befand.Ihre Fruchtblase war heute völlig unerwartet geplatzt. Man hatte uns gesagt, dass es noch eine weitere Woche dauern würde, doch offenbar hatte unsere Tochter andere Pläne. In dem Moment, als es passierte, setzte mein Gehirn praktisch aus. Ich brachte Elara so schnell ins Krankenhaus, dass ich mich kaum noch an die Fahrt erinnern konnte.Beide Mütter waren sofort auf dem Weg gewesen, nachdem sie die Nachricht erhalten hatten. Leo war bei meiner Mutter in der Richmond-Villa in Sicherheit, während Elara und ich uns auf dem Weingut aufgehalten hatten, als alles begann.Der Krankenhausflur fühlte sich plötzlich unerträglich eng a
Meine Hände zitterten leicht, als ich mich auf den Mittelgang zubewegte. Mit jedem Schritt breitete sich eine neue Welle der Nervosität in meinem Bauch aus. Der Strauß aus Pfingstrosen fühlte sich in meinen Händen überraschend leicht an, doch die Bedeutung dieses Augenblicks lastete schwer auf meinem Herzen.Ich hob meinen Blick von den zarten Blumen und sah zu Dad und Leo hinüber, die bereits auf mich warteten. Beide sahen in ihren perfekt sitzenden, eleganten Anzügen unglaublich gut aus, und ihre Gesichter hellten sich sofort auf, als sie mich erblickten. Leo, dessen Gesicht vor Glück strahlte, rannte mit dem breitesten Lächeln auf seinen kleinen Lippen sofort auf mich zu.Dad hingegen blieb wie angewurzelt stehen und starrte mich mit einem verblüfften Gesichtsausdruck an, als würde er mich gerade zum allerersten Mal sehen.Als ich mich ihnen näherte, bemerkte ich, dass sich Tränen in Dads Augen sammelten, obwohl er sich alle Mühe gab, sie zurückzuhalten
Während ich vor dem Spiegel saß und mein Blick zwischen meinem Spiegelbild und dem meiner Mutter hin und her wanderte, legte sich ein sanftes Lächeln auf meine Lippen. Meine Make-up-Pinsel lagen ordentlich vor mir bereit, und ich ging meine gewohnte Routine mit der Selbstsicherheit einer Frau durch, die sie im Laufe der Jahre perfektioniert hatte.Meine Mutter saß hinter mir auf einem Hocker und beobachtete mich. Ihr Gesicht spiegelte noch immer diese vertraute Mischung aus Ungläubigkeit und grenzenloser Zuneigung wider.„Du wirst nicht auf mich hören, oder?“, seufzte sie. Trotz ihrer Worte klang ihre Stimme voller Liebe. Ihre Augen, die sich bereits wieder mit Tränen zu füllen begannen, wurden ganz weich, als sie mich ansah.„Ich bin eine professionelle Visagistin, Mom“, erwiderte ich. Mein Tonfall war verspielt, aber bestimmt, während ich ihr durch den Spiegel in die Augen sah. „Wie könnte ich es da zulassen, dass jemand anderes mich für meine eigene Hochzeit schminkt?“Mom schüttel
In dem Moment, als Leo das Zimmer verließ, blieb der besorgte Blick meiner Mutter auf mich gerichtet. Ich seufzte, wobei sich der Schmerz in meiner Brust selbst bei diesem flachen Atemzug verstärkte. Der Arzt hatte mir gesagt, dass ich großes Glück gehabt hatte, weil die Kugel mein Herz nicht durchbohrt hatte. Das bedeutete jedoch nicht, dass ich schmerzfrei war. Jede noch so kleine Bewegung tat immer noch weh.Mama streckte die Hand nach mir aus und nahm sanft meine Hand. Ihre Berührung war zärtlich, doch ich konnte ihre Sorge deutlich spüren. Mir war klar, wie sehr sie sich nach Antworten sehnte, also begann ich, ihr alles zu erklären. Ich erzählte ihr von Vivians Besessenheit von Adrian und davon, wie weit sie mit ihrem ungesunden Verhalten gegangen war, nur um ihn an ihrer Seite zu halten.Außerdem erwähnte ich kurz Dominics verdrehten Plan, mich zu seiner Sklavin zu machen und mich als Spielfigur für seine kranke Rache an Adrian zu benutzen. Diesen Teil hielt ich kurz, weil ich n
„…was hast du im Krankenhaus gemacht? Was für ein Abbruch?“ Moms Stimme zitterte so sehr, dass sie mein ganzes Ohr ausfüllte.„Mom, beruhig dich. Ich erkläre dir alles, das verspreche ich. Ich sag’s dir heute Abend, wenn ich zum Essen vorbeikomme.“„Du weißt wirklich, wie man mir einen Herzinfarkt
Ich sah den Kindern zu, wie sie über das Feld tobten und dem Fußball hinterherjagten, als wäre er das Wichtigste auf der Welt. Ihre Rufe und ihr Lachen erfüllten die Luft, und etwas daran wärmte mich von innen. Allein der Anblick ihrer riesigen Grinser und das pure Glück darin ließen mich automatis
GEGENWARTDer scharfe Chlorgeruch traf mich und ließ meinen Magen rebellieren. Selbst der sanfte Lilien-Duft meines eigenen Shampoos machte mich jetzt übel. Ich holte langsam Luft, versuchte, das Gefühl zu beruhigen, und ging weiter auf Zimmer zwölf zu – die Gynäkologie-Abteilung.Herauszufinden, d
Etwas in mir zerbrach in dem Moment, als ich diese Stimme hörte. Es gab keinen Zweifel. Ich schob mich an der Rothaarigen vorbei und betrat das Zimmer, bevor sie mich aufhalten konnte. In meinem schlimmsten Albtraum hätte ich mir nie ausgemalt, Jackson dort im Bett liegen zu sehen, vollkommen nackt











