Nach ihrem Verrat heiratete ich reich

Nach ihrem Verrat heiratete ich reich

Por:  SchansinActualizado ahora
Idioma: Deutsch
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[Vater und Tochter bereuen zu spät + keine Vergebung + erst Leid, dann Genugtuung + Rivalen kämpfen um ihre Liebe + der zweite Mann gewinnt ihr Herz] Nach einem unerwarteten Zwischenfall verbarg Cynthia Juniper ihr wahres Können und heiratete Colin Leclair, dessen Unternehmen damals kurz vor dem Bankrott stand. Fünf Jahre lang hielten sie ihre Ehe geheim. Cynthia kümmerte sich allein um den Haushalt und zog das Kind groß. Gleichzeitig unterstützte sie Colin im Verborgenen und half ihm Schritt für Schritt dabei, zum reichsten Mann des Landes aufzusteigen. Doch ein Autounfall veränderte alles. Cynthia rettete Ella Leclair, die sie fünf Jahre lang wie ihre eigene Tochter großgezogen hatte. Dabei wurde sie selbst lebensgefährlich verletzt. Trotzdem kümmerte sich weder Ella noch Colin um sie. Stattdessen schickten sie den Arzt sofort zu Alice Tennyson, Colins jüngerer Schwägerin. Dabei hatte Alice lediglich ein paar Schürfwunden davongetragen. Fünf Jahre lang kochte Cynthia jeden Tag für Ella. Nicht ein einziges Mal hörte sie dafür ein Wort des Dankes. Doch als Alice dem Mädchen persönlich eine Schüssel Suppe reichte, strahlte Ella sie an und nannte sie sogar „Mama“. Damit nicht genug. Colin verlangte von Cynthia auch noch, ein Zimmer für Alice herzurichten. In diesem Moment begriff Cynthia endlich, wie wenig sie den beiden bedeutete. Noch am selben Tag kontaktierte sie einen Anwalt und ließ die Scheidungspapiere vorbereiten. Colin nahm ihre Entscheidung jedoch überhaupt nicht ernst. Für ihn war es nur ein weiterer grundloser Streit, der sich früher oder später von selbst erledigen würde. Cynthia lächelte nur ruhig. „Deine große Liebe ist wieder da.“ Während Colin noch glaubte, zwischen zwei Frauen wählen zu können, nahm Cynthia den Traum wieder auf, den sie Jahre zuvor für ihn aufgegeben hatte. Diesmal lebte sie nicht mehr für ihn. Diesmal entschied sie sich für sich selbst. Und sie begann wieder zu strahlen. Die Zeit verging. Als Colins Unternehmen wegen schwerwiegender technischer Probleme ins Wanken geriet und erneut kurz vor dem Bankrott stand, hatte Cynthia längst mehrere der renommiertesten internationalen Auszeichnungen gewonnen. Mit ihren Erfolgen machte sie sich weltweit einen Namen. Eines Tages stürzte Ella vor Cynthias neuem Zuhause plötzlich auf sie zu. Das Mädchen, das sie früher für völlig nutzlos hielt, weinte bitterlich. „Mama! Ich habe dich so vermisst!“ Auch ihr Exmann war gekommen. Derselbe Mann, der einst höhnisch zu ihr gesagt hatte: „Wer außer mir würde dich überhaupt wollen?“ Nun kniete Colin verzweifelt vor ihr. „Cynthia, ich habe mich geirrt. Bitte komm zurück zu mir ...“ Cynthia lächelte nur. Dann hakte sie sich bei dem Mann neben ihr ein und hob demonstrativ die Hand. An ihrem Ringfinger glänzte ein neuer Ehering. „Darf ich vorstellen? Das ist mein frisch angetrauter Ehemann.“ Sie ließ ihren Blick kurz auf Colin ruhen. „Und der neue Eigentümer der Leclair-Gruppe.“

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Capítulo 1

Kapitel 1

Cynthia lag auf dem Operationstisch. Sie hatte das Gefühl, ihr Blut rann langsam aus ihrem Körper.

Das grelle Licht über ihr blendete sie so sehr, dass sie kaum noch die Augen offen halten konnte. Trotzdem zwang sie sich, wach zu bleiben. Ihr Blick blieb starr auf die Tür gerichtet.

Vor einer halben Stunde wollte sie Ella vom Kindergarten abholen. Auf dem Weg gerieten sie in einen Verkehrsunfall.

Als das Auto direkt auf sie zuraste, stieß Cynthia ihre Tochter mit aller Kraft zur Seite.

Ella war in Sicherheit.

Cynthia dagegen wurde von dem Wagen erfasst und mehrere Meter weit geschleudert. Sie landete in einer Blutlache und konnte sich nicht mehr bewegen.

Nun lag sie in der Notaufnahme.

Allein.

Niemand war bei ihr.

Auch von Ella fehlte jede Spur.

Wie ging es ihrer Tochter? Hatte sie sich bei dem Sturz verletzt?

Cynthia versuchte, sich aufzurichten und nach ihr zu sehen. Doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Schon die kleinste Bewegung löste unerträgliche Schmerzen aus.

„Mama ...“

Für einen Moment glaubte Cynthia, Ellas Stimme zu hören.

Ihre Augen wurden feucht. Sie wollte gerade antworten, als hinter dem Vorhang hastige Schritte ertönten.

„Doktor, hier entlang. Schnell.“

Das war Colin.

Ihr Mann.

Seine Stimme klang wie immer kühl und distanziert. Doch diesmal hörte Cynthia eine Spur von Unruhe darin.

Gleich darauf erklang Ellas kindliche Stimme.

„Herr Doktor, Sie gehen falsch! Nicht da lang. Hierher!“

Cynthias Herz zog sich schmerzhaft zusammen.

Mit letzter Kraft hob sie die Hand, griff nach dem Vorhang und schob ihn ein Stück zur Seite.

Draußen sah sie ihren Mann und ihre Tochter. Die beiden zogen den Arzt gerade zu einem anderen Behandlungsraum.

„Aber die Patientin in Behandlungsraum eins ist deutlich schwerer verletzt. Ich muss zuerst zu ihr—“

„Nein!“

Ella stampfte ungeduldig mit dem Fuß auf.

„Meiner Mama geht es gut! Sie hat doch nur ein bisschen geblutet. Sie ist total stark. Ihr passiert schon nichts! Aber Tante Alice hat sich am Finger verletzt, als sie mir aus dem Auto geholfen hat. Das tut bestimmt ganz, ganz doll weh. Bitte sehen Sie zuerst nach Tante Alice!“

Tante Alice?

Cynthia erinnerte sich.

Nachdem sie Ella zur Seite gestoßen hatte, kam tatsächlich eine Frau angerannt und half dem Mädchen auf.

Alice hatte sich dabei verletzt?

Noch bevor Cynthia den Gedanken zu Ende bringen konnte, zogen mehrere verschwommene Gestalten an ihrer Tür vorbei.

Sie erkannte Colins große, aufrechte Gestalt.

Daneben sah sie Ellas kleinen Kopf mit den beiden Zöpfen.

Gemeinsam drängten sie den Arzt weiter und verschwanden in die andere Richtung.

Keiner von ihnen blickte auch nur ein einziges Mal zu Cynthia.

Sie öffnete den Mund.

Sie wollte nach ihnen rufen.

Sie wollte ihnen sagen, dass sie hier lag.

Dass sie dringend einen Arzt brauchte.

Dass ihr Leben in Gefahr war.

Doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Kein Laut kam heraus.

Plötzlich breitete sich ein metallischer Geschmack in ihrem Mund aus.

Cynthia hustete einen Schwall Blut hervor.

Dann wurde alles schwarz.

...

Als Cynthia wieder zu sich kam, waren zwei Tage vergangen.

Langsam öffnete sie die Augen.

Das Krankenzimmer war leer.

Noch immer war niemand bei ihr.

Vorsichtig bewegte sie die Finger. Ihr ganzer Körper fühlte sich an, als hätte man ihn auseinandergerissen und anschließend wieder zusammengesetzt. Jede Stelle schmerzte.

Cynthia senkte den Blick.

Große Teile ihres Körpers waren bandagiert. Ihr Arm steckte in einem Gipsverband. Auch ihr Bein war eingegipst.

Ihr Mund war völlig trocken.

Auf dem Nachttisch stand ein Glas Wasser.

Cynthia streckte die Hand danach aus. Ihre Fingerspitzen erreichten das Glas, doch ihr fehlte die Kraft, es anzuheben.

Also versuchte sie, sich aufzusetzen.

Sofort schoss ein stechender Schmerz durch ihren Körper. Kalter Schweiß trat ihr auf die Stirn. Kraftlos sank sie wieder auf das Bett zurück.

In diesem Moment gingen draußen mehrere Personen an ihrem Zimmer vorbei.

Cynthia wollte gerade nach ihnen rufen, als sie Gesprächsfetzen hörte.

„Fräulein Tennyson im VIP-Zimmer hat wirklich Glück. Sie hat sich nur ein bisschen am Finger aufgeschürft, und Herr Leclair hat ihr sofort das beste Ärzteteam organisiert. Er ließ sogar Spezialisten aus dem Ausland holen.“

„Allerdings. Und dieses kleine Mädchen ist doch erst fünf, oder? Sie hat Fräulein Tennyson sogar persönlich mit Suppe gefüttert. Weil sie Angst hatte, die Suppe könnte zu heiß sein, pustete sie jeden einzelnen Löffel erst kalt. Wirklich süß.“

„Meinst du, Fräulein Tennyson ist vielleicht die eigentliche Frau Leclair? Herr Leclair und seine Tochter kümmern sich jedenfalls rührend um sie. Die drei sehen aus wie eine richtige Familie.“

„Das dachte ich auch. Von der Oberschwester habe ich gehört, dass sie nach Fräulein Tennysons Entlassung sogar für ein paar Tage nach Westmark fahren wollen. Ein Familienurlaub zu dritt.“

Die Stimmen entfernten sich langsam.

Cynthia vergaß völlig, um Hilfe zu rufen.

Ihre Hand hing noch immer halb ausgestreckt in der Luft.

Sie starrte auf die halb geöffnete Tür.

Plötzlich kam ihr alles nur noch absurd vor.

Eine Frau mit einer kleinen Schürfwunde am Finger lag in einem VIP-Zimmer und wurde vom besten Ärzteteam umsorgt.

Und sie?

Sie war Colins Ehefrau. Sie war dem Tod nur knapp entkommen.

Trotzdem lag sie allein in einem gewöhnlichen Krankenzimmer und hatte nicht einmal genug Kraft, selbst ein Glas Wasser zu trinken.

Die Tochter, die sie mit eigenen Händen großgezogen hatte, pustete ihr noch nie auch nur einen einzigen Löffel Suppe kalt.

Für eine andere Frau tat sie es dagegen ganz selbstverständlich.

Dabei war Cynthia Colins rechtmäßige Ehefrau.

Und trotzdem hielten alle Alice für die Frau, die Herr Leclair auf Händen trug.

Eigentlich hätte Cynthia sich darüber längst nicht mehr wundern dürfen.

So etwas passierte schließlich nicht zum ersten Mal.

Vielleicht hätte sie schon viel früher die Augen öffnen müssen.

Diese Ehe war von Anfang an ein Fehler.

Colin liebte sie nicht.

Seit dem Tag ihrer Hochzeit begegnete er ihr mit Kälte, Abneigung und Ungeduld.

Eine Zeit lang glaubte Cynthia sogar, Colin sei einfach ein Mann, der niemals lächelte.

Dann tauchte Alice auf.

Zum ersten Mal sah Cynthia ihren sonst so eisigen Ehemann lächeln.

Vor Alice wurde Colin plötzlich sanft und aufmerksam. Es wirkte, als verwandelte er sich in einen völlig anderen Menschen.

Einmal sah Cynthia sogar mit eigenen Augen, wie Colin sich vor Alice hinkniete und ihr die Schuhe anzog.

Sechs Jahre war Cynthia mit diesem Mann verheiratet.

In all dieser Zeit brachte er ihr nicht einmal ein Glas Wasser.

Natürlich dachte auch Cynthia schon mehr als einmal darüber nach, diese Ehe zu beenden.

Sie wusste von Anfang an, warum Colin sie heiratete.

Seine Familie setzte ihn damals unter Druck. Dazu kam jener Zwischenfall, nach dem sie eine Nacht miteinander verbrachten.

Bis heute war Colin überzeugt, Cynthia mischte ihm damals etwas ins Getränk. In seinen Augen war sie eine berechnende Frau, die ihm absichtlich eine Falle stellte.

Doch Cynthia war in jener Nacht selbst ein Opfer.

Sie versuchte immer wieder, es ihm zu erklären.

Colin glaubte ihr kein einziges Wort.

Lange redete Cynthia sich ein, dass die Zeit irgendwann die Wahrheit ans Licht bringen würde.

Später begriff sie jedoch etwas viel Einfacheres.

Wenn ein Mensch einen nicht liebte, liebte er einen eben nicht.

Daran änderte auch die Wahrheit nichts.

Cynthia suchte sogar schon einmal einen Anwalt auf und ließ Scheidungspapiere vorbereiten.

Am Ende brachte sie es trotzdem nicht übers Herz, sie Colin vorzulegen.

Wegen Ella.

Sie konnte ihre Tochter nicht loslassen.

Sie wollte ihr ein vollständiges Zuhause geben.

Doch Cynthia rechnete nie damit, dass eines Tages sogar ihre eigene Tochter begann, sie abzulehnen.

Dabei zog sie Ella fast ganz allein groß.

Als Ella einmal fast vierzig Grad Fieber hatte, trug Cynthia sie mitten in der Nacht allein in die Notaufnahme.

Wenn andere Kinder Ella ärgerten, stellte Cynthia sich sofort schützend vor sie. Sie sprach mit deren Eltern und gab nicht nach, bis die Sache geklärt war.

Ella war beim Essen äußerst wählerisch. Deshalb probierte Cynthia ständig neue Rezepte aus. Manchmal stand sie schon um vier Uhr morgens auf, nur um ihr frischen Brei zu kochen.

Und trotzdem entfernte sich ihre Tochter immer weiter von ihr.

Cynthia erlaubte Ella nicht, zu viele Süßigkeiten zu essen.

Daraufhin weinte Ella und schimpfte:

„Du bist eine böse Mama! Tante Alice ist viel lieber. Sie kauft mir ganz viele Süßigkeiten!“

Cynthia begrenzte Ellas Fernsehzeit.

Ella wurde wütend.

„Ich hasse dich! Tante Alice ist viel besser. Bei ihr darf ich Zeichentrickserien schauen, solange ich will!“

Einmal sagte Ella sogar: „Ich will Tante Alice als Mama!“

Jedes einzelne dieser Worte schnitt Cynthia tief ins Herz.

Trotzdem redete sie sich immer wieder ein, dass Ella noch klein war.

Sie verstand noch nicht, was gut für sie war.

Cynthia musste nur geduldig bleiben. Irgendwann würde Ella es verstehen.

Das glaubte sie zumindest.

Doch nun lag Cynthia schwer verletzt im Krankenhaus.

Sie wäre für ihre Tochter fast gestorben.

Und Ella kam nicht einmal zu ihr.

Das Kind, das Cynthia mit ihrem eigenen Leben beschützt hatte, zog den Arzt stattdessen zu einer Frau, die sich lediglich den Finger aufgeschürft hatte.

Cynthia starrte auf den Infusionsbeutel über ihrem Bett.

Er war fast leer.

Plötzlich lachte sie leise.

Gleichzeitig liefen ihr Tränen über die Wangen.

Sie hob die Hand und wischte sie fort.

Dann holte sie tief Luft und drückte auf den Rufknopf neben ihrem Bett.

Kurz darauf kam eine Krankenschwester herein. Sie wechselte die Infusion und fragte Cynthia, wie es ihr ging.

„Mir geht es gut“, sagte Cynthia ruhig.

Nachdem die Schwester das Zimmer verlassen hatte, nahm Cynthia ihr Handy und wählte die Nummer ihres Anwalts.

„Herr Zephyr, setzen Sie bitte eine Vereinbarung für mich auf.“

Ihre Stimme war vollkommen ruhig.

„Ich will mich scheiden lassen.“

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