INICIAR SESIÓNOnline verliebte ich mich in einen geheimnisvollen Fremden: Morpheus. Drei Monate lang schlief ich jeden Abend mit glühenden Wangen über seinen unverblümten, schmutzigen Nachrichten ein. „Spürst du, wie sehr ich dich begehre, Süße?“ „Letzte Nacht habe ich wieder von dir geträumt. Du hast dich unter mir gewunden und meinen Namen geschrien.“ Endlich war ich bereit, ihn um ein Treffen zu bitten. Doch dann schickte er mir ein Foto. Nur eine beiläufige Aufnahme seines Schreibtisches. Genau in der Mitte lag jedoch ein uraltes Buch. Auf dem Einband prangte ein Wappen, das ich nur zu gut kannte: der Ouroboros des Valerius-Vampirklans. Und ausgerechnet ich arbeitete in dem Museum, in dem der Valerius-Klan seine unsterblichen Relikte verwahrte. Drei ganze Monate lang hatte ich mit einem unsterblichen Raubtier Sexting betrieben. Mit einem Vampir, der mich vermutlich jeden einzelnen Tag aus den Schatten beobachtete. Während meine Gedanken rasten und ich versuchte, seinem Namen ein Gesicht zuzuordnen, fiel mein Blick darauf. Der maßgefertigte Blutgranat-Siegelring, bei dessen Entwurf ich „Morpheus“ geholfen hatte ... glänzte am Finger meines Chefs Alistair.
Ver más„Sieh dir das an.“Inmitten der erstickenden Spannung lachte Cassian kalt auf. Mit einer Hand lockerte er seine Krawatte und hielt mir sein Handy direkt vor das Gesicht.Auf dem Bildschirm war unser Chatverlauf zu sehen. Neben seiner letzten, nicht zugestellten Nachricht prangte ein rotes Ausrufezeichen: Nachricht konnte nicht gesendet werden. Du wurdest blockiert.Ich hörte auf zu atmen.Das vertraute Profilbild. Die anzüglichen Chats, die mich jedes Mal erröten ließen. Und meine letzte wütende Nachricht, mit der ich sämtliche Brücken hinter mir abgebrochen hatte.Ich hatte ihn nicht nur blockiert.Wegen eines billigen falschen Rings hatte ich direkt vor ihm gestanden und um einen anderen Mann geweint.Ich hatte ihn sogar als widerliches Monster bezeichnet.„Bringt ihn hinaus. Und blutet nicht auf meinen Teppich“, befahl Cassian kalt, ohne sich umzudrehen.Zwei riesige schwarz gekleidete Wachen stürmten herein und schleiften den schlaffen Alistair wie einen toten Hund hinaus.
Der Kater hämmerte wie ein stumpfer Gegenstand gegen meine Schläfen.Ich setzte mich auf, hielt mir den Kopf und wurde von bruchstückhaften Erinnerungen überrollt.Das Polarlicht, das Cassian für mich erschaffen hatte. Mein betrunkener Zusammenbruch. Seine verrückten Worte.„Jahrhundertelang habe ich auf Sie gewartet.“Ich schüttelte den Kopf und tat es als betrunkenes Gerede ab.Plötzlich strich meine Hand über meinen Hals, und mein Herz blieb stehen.Mein silbernes Medaillon mit dem Foto meiner Mutter war verschwunden! Es war das Einzige, was mir von ihr geblieben war. Ich durfte es nicht verlieren!In Panik stellte ich das ganze Zimmer auf den Kopf, fand jedoch nichts. Vielleicht war es in der vergangenen Nacht im Observatorium heruntergefallen. Ich zog hastig eine Jacke an und rannte zu Cassians Arbeitszimmer.Gerade als ich die schwere Mahagonitür erreichte, hörte ich Alistair verzweifelt aufheulen.„Eure Hoheit, bitte helfen Sie mir!“„Seraphina will den Blutpakt absage
„Kommen Sie mit mir ins Observatorium.“Bei Einbruch der Dämmerung erschien Cassian vor meiner Tür. Statt seines förmlichen schwarzen Anzugs trug er einen dunkelgrauen Pullover, wodurch er ein wenig weniger unnahbar wirkte.In seinen uralten silbernen Augen lag jedoch weiterhin etwas, das ich nicht deuten konnte.„Jetzt sofort?“, fragte ich verwirrt.„Jetzt sofort.“ Er ließ keinen Widerspruch zu.Ich folgte ihm durch die gewundenen Steinkorridore bis zum uralten Observatorium an der höchsten Stelle der Festung. Durch ein riesiges rundes Oberlicht war jeder einzelne Stern kristallklar zu erkennen.„Stellen Sie sich hierhin.“ Cassian deutete auf die Stelle direkt unter dem Glas.Ich gehorchte und blickte zum Sternenhimmel hinauf.Dann schnippte Cassian leicht mit den Fingern.Augenblicklich leuchtete der Nachthimmel auf. Bänder aus Grün, Blau und Violett tanzten wie Seide durch die Dunkelheit.Tatsächlich zapfte er kräftezehrende uralte Vampirmagie an, nur um über Nordamerika e
„Sie kommen mit mir zurück in die Festung.“Nach dem Angriff war Cassians Gesicht zu Stein erstarrt. Es war keine Bitte.„Jetzt sind Sie ihr Ziel. Der einzige Ort, an dem ich Ihre Sicherheit vollständig gewährleisten kann, ist die steinerne Valerius-Festung tief in den Adirondacks.“Ich wollte widersprechen, doch sein unerbittlicher Blick ließ mich die Worte hinunterschlucken.Eine Stunde später saß ich in einem prachtvollen Salon tief im Inneren der Festung. Hohe Bücherregale, antike Ölgemälde und ein knisterndes Kaminfeuer. Der ganze Ort roch förmlich nach dem Reichtum des alteingesessenen nordamerikanischen Geldadels.Cassian schenkte mir ein Glas Rotwein ein und setzte sich mir gegenüber.„Sie waren heute mutig.“ Er hob sein Glas. „Auf Ihre Selbstbeherrschung.“Ich nahm das Glas entgegen und trank einen winzigen Schluck. Der Wein war warm, doch meine Gefühle waren ein einziges Durcheinander.„Warum haben sie mich angegriffen?“, musste ich fragen.„Weil Sie mir wichtig sind





