Prolog:Der Regen hatte längst aufgehört, doch die Straßen glänzten noch immer, als hätten sie vergessen, trocken zu werden. Barbara stand am Fenster ihrer kleinen Wohnung und beobachtete die verschwommenen Lichter der Stadt. Menschen gingen vorbei, verloren in ihren eigenen Gedanken, ihren eigenen Geschichten. Früher hatte sie geglaubt, jede Begegnung hätte eine Bedeutung. Dass jede Berührung Spuren hinterließ, die niemals ganz verschwanden.Heute wusste sie nicht mehr, ob das stimmte.In der Stille hinter ihr vibrierte kurz ihr Handy. Eine Nachricht, die sie nicht lesen musste, um zu wissen, von wem sie kam. Markus hatte die seltsame Fähigkeit, selbst in seiner Abwesenheit Räume zu füllen. Und vielleicht war genau das ihr größter Fehler gewesen: zu glauben, dass Nähe automatisch Wahrheit bedeutete.Sie schloss die Augen.Irgendwo zwischen Sehnsucht, Schuld und Verlangen hatte sie begonnen, sich selbst zu verlieren. Nicht plötzlich. Nicht dramatisch. Eher langsam, beinahe unmerklich
Last Updated : 2026-06-16 Read more