Der Morgen brach still über der Festung von Shadowfang an.Der Sturm, der Evelyn seit Nightclaw verfolgt hatte, war endlich vorübergezogen und hatte die Berge unter einer frischen Schneedecke zurückgelassen, die im blassen Licht der Wintersonne glitzerte. Von ihrem Fenster aus wirkte das Tal friedlich, beinahe unberührt von dem Chaos, das sich jenseits der Festungsmauern entfaltete.Es hätte sie beruhigen sollen.Stattdessen machte es sie unruhig.Frieden war zu etwas geworden, dem sie nicht mehr vertrauen konnte.Sie stand am Fenster und zog sich ein wollendes Schultertuch enger um die Schultern. Das Baby bewegte sich sanft unter ihrem Herzen – nicht mehr mit den heftigen Schüben, die Mira in Angst versetzt hatten, sondern mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen, die beinahe... bewusst wirkten.Evelyn legte eine Hand auf ihren Bauch.„Ich wünschte, ich wüsste, woran du denkst.“Das Kind antwortete mit einem sanften Tritt.
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