Rheas Perspektive„Hey, Rhea.“ Ginnys Stimme schwebte noch vor ihr in den Keller, durchdrungen von selbstgefälliger Genugtuung. „Noch am Leben?“Es waren drei Tage vergangen. Drei Tage der Gefangenschaft an diesem feuchten, fensterlosen Ort. Sie gaben mir gerade genug zum Überleben – altbackenes Brot, eine Tasse Reis, zweimal täglich ein kleines Glas Wasser. Kaum etwas, aber nicht genug, um mich umzubringen. Gerade genug, um mich daran zu erinnern, dass ich nichts wert war.Ginny stieg langsam die Treppe hinunter, ihre Absätze klackerten bei jedem Schritt. Sie lächelte natürlich. Dieses süße, giftige Lächeln, das mein Blut in Wallung brachte.„Sieh dich nur an“, sagte sie und umkreiste mich wie eine Katze, die mit einer sterbenden Maus spielt. „So dünn. So erbärmlich. Warum musstest du Papa ausgerechnet in dem Moment verärgern, als er zurückkam? Er hat sich tatsächlich gefreut, dich zu sehen, weißt du.“Ich antwortete nicht. Ich beobachtete sie nur mit halb geschlossenen Augen und zwa
Zuletzt aktualisiert : 2026-07-26 Mehr lesen