MasukSie hatte keine Ahnung, wie sehr sie gehasst wurde; sie wollte einfach nur Liebe, sie flehte darum, doch am Ende war sie lediglich ein Ersatz für die falsche Tochter. Der Mann, den sie liebte, hasste sie, ihre Familie mochte sie nicht, ihre Adoptivschwester brachte sie um. Doch als sie eine zweite Chance bekommt, lässt sie sich von niemandem mehr unter den Fuß treten! „Du wirst deine Position in der Firma für deine Adoptivschwester opfern, Rhea!“ „Du bist die ältere Schwester, hör auf, so dramatisch zu tun, und mach Platz für deine jüngere Schwester!“ Das sagen ihr Bruder und ihre Eltern zu ihr, doch sie wehrt sich und bringt sie stattdessen zum Weinen! Aber warum zum Teufel hat sich dieser Geschäftsführer so verändert? Früher kam er ihr nicht einmal nahe! „Rhea, heirate mich, und ich werde dafür sorgen, dass jeder, der dich anfasst, es bereut.“ „Ich bin gerade nicht in der Stimmung für eine Hochzeit!“ „Mach dir keine Sorgen, ich werde dir alles geben, was du willst, sogar mein Vermögen.“ „Vielleicht ist eine Heirat doch keine so schlechte Idee …“
Lihat lebih banyakReas Perspektive
„Ich komme zu spät“, murmelte ich und warf erneut einen Blick auf meine Uhr – 9:40 Uhr. Noch zwanzig Minuten bis zum Termin. Noch zwanzig Minuten, bis ich mein Leben rechtlich mit dem von Kevin verbinden sollte. Das Taxi kroch durch den Verkehr in der Innenstadt, und jeder Zentimeter, den wir vorankamen, kam mir wie ein grausamer Scherz vor. Heute war der Tag, an dem mein Verlobter und ich unsere Ehe registrieren lassen wollten. Ich war glücklich, wirklich, aber … Ich starrte in den Rückspiegel und runzelte die Stirn, als ich meine geröteten Augen sah, die ich vergeblich mit Make-up zu kaschieren versucht hatte. Ich warf einen Blick in den Rückspiegel und runzelte die Stirn, als ich meine geröteten Augen sah. Der Concealer hatte nicht viel dazu beigetragen, sie zu verbergen. Kevin war letzte Nacht nicht nach Hause gekommen. Schon wieder. Die fünfte Nacht in Folge. „Dringende Fusionsverhandlungen. Warte nicht auf mich.“ Seine SMS hallte den ganzen Morgen in meinem Kopf nach. Geschäftliches. Es ging immer nur ums Geschäft. Vielleicht hatte ich ihm beim ersten Mal geglaubt. Vielleicht sogar beim zweiten. Aber beim fünften Mal? Und dann war da noch Ginny. Das fünfsekündige Video, das sie spät in der vergangenen Nacht gepostet hatte – gedämpftes Licht, klirrende Gläser und in der Ecke des Bildausschnitts der unverkennbare Saum von Kevins marineblauem Hemd. Das, das ich ihm zum Geburtstag geschenkt hatte. Ich hatte ihn nicht damit konfrontiert. Noch nicht. Was hätte das gebracht? Jedes Mal, wenn ich etwas zur Sprache brachte, tat er so, als würde ich den Verstand verlieren. „Willst du mir etwas vorwerfen? Ich liebe dich, Rhea. Nur dich. Benimm dich nicht wie eine eifersüchtige Frau – das hasse ich.“ Seine Stimme klang voller sanfter Ungläubigkeit, durchdrungen von gerade genug Wärme, um mich an mir selbst zweifeln zu lassen. Ich wandte meinen Blick vom Spiegel ab und zwang mich, langsamer zu atmen. Ginny. Das Mädchen, das mir einst mit großen Augen und schüchternem Lächeln hinterherlief. Das weinte, als sie bei uns einzog, und sich an meine Mutter klammerte, als wäre sie die einzige Familie, die ihr noch geblieben war. Einst hatte ich Mitleid mit ihr. Hatte sie beschützt. Und jetzt? Jetzt war sie diejenige, auf die alle blickten. Meine Eltern hatten sie vor vier Jahren adoptiert. Seitdem war es, als hätte sie mich Stück für Stück ersetzt. Meine Eltern vergötterten sie. Mein kleiner Bruder, das Personal, einfach alle. Sie schlich sich in unser Leben wie eine streunende Katze, die sich weigerte zu gehen – und irgendwie stahl sie mehr als nur Zuneigung. Das Auto ruckelte leicht an einer roten Ampel und riss mich aus meinen Gedanken. Noch zehn Minuten. Ich rückte den Ring an meinem Finger zurecht, einen wunderschönen, maßgefertigten Diamanten, den Kevin mir bei unserer Verlobung geschenkt hatte. Heute fühlte er sich schwer an. Schwerer als sonst. Vielleicht, weil er das Gewicht eines Versprechens trug, das sich langsam mehr und mehr wie eine Lüge anfühlte. „Nur noch eine Chance“, flüsterte ich, während meine Finger über die Heiratsurkunde strichen, die auf meinem Schoß lag. Wir waren seit drei Jahren zusammen. Früher wartete er mit einem Kaffee vor meinen Jura-Vorlesungen auf mich, lernte meinen Stundenplan auswendig, nur um mich „zufällig“ zu treffen. Er machte mir unter der Brooklyn Bridge einen Heiratsantrag, wobei ihm die Hände zitterten, als er mir den Ring an den Finger schob. Aber dieser Kevin … war verschwunden. „Ma’am?“, sagte der Fahrer und unterbrach meine Gedanken. „Ja?“ „Ich glaube, du solltest das wissen … Ein Lieferwagen folgt uns schon seit mindestens drei Kreuzungen. Grau. Direkt neben deinem Seitenfenster. Vielleicht ist es nur Zufall, aber …“ Ich erstarrte. Langsam drehte ich den Kopf. Mein Blick fiel sofort auf den Mann, der mich vom Fahrersitz aus durch die Windschutzscheibe anstarrte. Er trug eine Baseballkappe, und eine gezackte Narbe zog sich an der Seite seines Gesichts entlang. Er starrte mich an, ohne zu blinzeln, und mir lief ein Schauer über den Rücken. In den Nachrichten war in letzter Zeit davon berichtet worden – ein Serienmörder, der sein Unwesen trieb. Junge Frauen in den Zwanzigern, alle in Gassen gefunden. Kameras hatten sein Gesicht nie eingefangen. Ich zitterte erneut. „Das kann unmöglich er sein, da stimmt bestimmt irgendetwas nicht“, murmelte ich, während meine Hände bereits zitterten. Ich drehte mich wieder um. Er starrte mich immer noch an. „Verdammt“, stammelte ich, fummelte an meinem Handy herum, entsperrte es schnell und wählte Kevins Nummer. Mein Herz hämmerte bei jedem Klingeln. Nach sechs Klingelzeichen nahm er endlich ab. „Was ist los?“, fragte Kevin, er klang genervt. „K… Kevin, wo bist du? Jemand folgt mir schon eine Weile, ich bin an der dritten Kreuzung westlich des Rathauses, ich…“ „Geh nicht zum Standesamt“, unterbrach mich Kevin. „Es ist etwas Wichtigeres dazwischengekommen.“ Wichtiger als unsere Hochzeit? „Was meinst du damit –“ Die Verbindung brach ab. Ich starrte fassungslos auf den Bildschirm. Dann erschien eine Nachricht. Von Ginny. Ich tippte darauf, um sie zu öffnen. Mir sank das Herz. Ein Foto. Ginny, lächelnd, mit einer Torte in der Hand. Kevin hinter ihr – die Arme um ihre Taille gelegt. Sein Blick sanft. Sein Lächeln aufrichtig. So hatte er mich nie angesehen. Sie waren in jenem Fünf-Sterne-Restaurant, in das ich schon immer einmal gehen wollte. Das, das ich an unserem Jahrestag erwähnt hatte. Mein Bruder und meine Eltern waren auch dort, sie saßen am selben Tisch. Auf dem Stuhl neben ihr lag die Chanel-Tasche. Die, um die ich Kevin an unserem Jahrestag angefleht hatte. Die, von der er gesagt hatte, sie sei „zu teuer“, da sich die Arztrechnungen meiner Mutter stapelten. Als ich die Augen zusammenkniff, konnte ich Kevins charakteristische Handschrift auf dem Kassenbon neben der Tasche erkennen. Mein Geburtstag war vor drei Tagen gewesen. Niemand hatte daran gedacht. Aber hier waren sie nun und feierten ihren? Ich hatte das noch gar nicht richtig verarbeitet, als Ginny mir eine Nachricht schickte, in der stand: „Schwester, du hast mir nicht zum Geburtstag gratuliert, aber mein Schwager schon – bedank dich bei ihm von mir!“ „Ha… Hahaha“, lachte ich. Ein leises, bitteres Lachen, das langsam aus meiner Kehle aufstieg. „Miss?“, fragte der Fahrer vorsichtig. „Kehr um“, sagte ich und sank zurück in den Sitz. „Wir müssen nicht mehr zum Standesamt fahren.“ „…Okay, Miss.“Rheas Perspektive„Wer bist du? Was willst du von mir? Wer hat dich hierher geschickt?“ Ich feuerte die Fragen wie Kugeln ab, meine Stimme war leise, aber scharf. Ich hielt meine Haltung ruhig, doch meine Finger krallten sich in das kalte Metall des Rollstuhls, als bräuchte ich etwas, an dem ich mich festhalten konnte.Der Mann hinter mir lachte leise, düster und träge, als wäre das alles für ihn nur ein amüsantes kleines Spiel. „Tsk. Ich dachte, du würdest weinend zu Boden sinken. Vielleicht in die Ecke kriechen und mich anflehen, dir nichts anzutun. Aber stattdessen …“ Er hielt inne, und ich spürte, wie sich seine Ausstrahlung veränderte, als würde er den Kopf neigen, um mich zu mustern. „Du stehst da. Stellst Fragen. Zitterst nicht. Tapfere kleine Rhea.“Ich schluckte schwer und versuchte, meine Stimme nicht brechen zu lassen: „Mut hat damit nichts zu tun. Du hältst mir eine Waffe in den Rücken. Das macht dich zu einem Feigling.“Ein weiteres Lachen. Diesmal tiefer: „Oh, du gefälls
Rheas Perspektive„Warum will er mich sehen?“, fragte ich mich, während ich ein Kleid aus meinem Kleiderschrank holte und langsam zu dem großen Ankleidespiegel ging, den ich vor ein paar Stunden gekauft hatte. Ich hielt das Kleid an meinen Körper und lächelte, denn mir gefiel, wie es sich an meine Kurven anschmiegte.„Würde es ihm gefallen? Oder ist es zu freizügig?“, murmelte ich, während mein Herz einen kleinen Sprung machte, doch dann riss ich mich zusammen und schnappte nach Luft: „Was zum Teufel denke ich mir eigentlich? Warum interessiert es mich, ob ihm das Kleid gefällt oder nicht?“ Ich schüttelte den Kopf, um die unangebrachten Gedanken loszuwerden, die mir durch den Kopf schossen.„Aber … er ist mein Verlobter, warum darf ich mich nicht schick machen, um ihn zu treffen? Außerdem ziehe ich mich für mich selbst schick an, weil ich hübsch aussehen will, und nicht für andere Leute.“ Ich entschied mich für diesen Grund, obwohl ich tief im Inneren wusste, dass das überhaupt nicht
Alarics PerspektiveMarcus runzelte die Stirn, sagte aber nichts.„Du musst das für mich tun“, fuhr ich fort. „Nicht, weil sie meine Verlobte ist. Sondern weil sie mir gehört. Und ich will verdammt sein, wenn ich zulasse, dass einer meiner Feinde auch nur einen Finger an sie legt, während ich damit beschäftigt bin, gegen Geister und Machtspiele zu kämpfen.“Er biss die Zähne zusammen: „Vertraust du niemand anderem diese Aufgabe an?“„Niemand sonst ist gut genug“, sagte ich. „Du bist der Beste, den ich habe, Marcus. Und wenn jemand sie beschützen kann, dann bist du es.“Er senkte den Blick, die Hände an den Seiten zu Fäusten geballt: „Ich habe mit dir geblutet, Meister Alaric. Mit dir Leichen begraben. Ich habe an deiner Seite gelogen, gekämpft und überlebt. Dich im Stich zu lassen, fühlt sich sehr falsch an.“„Ich weiß“, sagte ich leise. „Aber so beschützt du mich jetzt. Nicht mit Kugeln oder Fäusten. Mit Wachsamkeit. Mit Schweigen.“Eine weitere lange Pause. Dann atmete er schließlic
Alarics Perspektive„Ihn freilassen?“, wiederholte Nathan. „Alaric, ich weiß nicht, was du vorhast, aber diesen Kerl freizulassen, wäre …“„Genau. Du kennst meinen Plan nicht, und da wir bisher nicht herausfinden konnten, wer der Maulwurf ist, ist es im Moment besser, wenn nur eine Person den Plan kennt – nämlich ich. Was ich mir gerade denke, behalte ich vorerst für mich, also musst du einfach auf das hören, was ich sage. Lass den Kerl frei, er wird den Drahtzieher ganz von allein überführen, ohne dass wir einen Finger rühren müssen.“ Ich erklärte es Nathan, der zwar immer noch sehr verwirrt aussah, aber nicht mit mir diskutierte und nur nickte.„Und was machen wir, nachdem wir ihn freigelassen haben? Behalten wir ihn im Auge?“„Nein. Lass ihn in Ruhe. Ich kümmere mich selbst um diesen Kerl. Allerdings habe ich eine Aufgabe, bei der nur du mir helfen kannst.“ Ich reichte Nathan einen kleinen, weiß gepolsterten Umschlag, den er öffnete. Als er das tat, weiteten sich seine Augen vor Sc

















