Stimmen des WindesStimmen des Windes
In den stillsten Winkeln der Welt, wenn die Nacht sich verdichtet und der Wind mit einem uralten Klagegesang flüstert, versuchen Stimmen an die Oberfläche zu dringen, die niemals hätten gehört werden dürfen. Es sind die Stimmen derer, die starben, belastet mit Schuld, die sich nicht mehr abwaschen lässt – Seelen, gezeichnet von schrecklichen Entscheidungen, die ihr eigenes Schicksal der Verdammnis besiegelten.
Stimmen des Windes versammelt voneinander unabhängige, doch durch einen gemeinsamen, gespenstischen Faden verbundene Erzählungen: Jede der beschriebenen Gestalten ist in einem endlosen Zwischenreich gefangen, einem Ort, an dem die Zeit stillsteht und Reue zur ewigen Folter wird. Dort erleben die Toten ihre Fehler immer und immer wieder, während sie verzweifelt versuchen, die Grenze zu durchbrechen, die sie von Erlösung… oder Vergessen trennt.
Doch sie sind nicht allein. Etwas anderes haust in diesem Grenzraum. Etwas, das sich von dem Leid nährt, das sie einst über sich selbst gebracht haben. Und wenn der Wind erneut aufkommt, verwandeln sich ihre einst kaum hörbaren Flüstern in Schreie – Schreie, die einen Zeugen unter den Lebenden suchen.
Jede Geschichte offenbart ein Geheimnis, ein Verbrechen, einen Verrat… und eine Präsenz, die aus der Dunkelheit lauert, geduldig, hungrig, bereit, das einzufordern, was ihr gehört.
Hör genau hin.
Der Wind spricht.
Und seine Stimmen wollen nicht vergessen werden.