LOGINSaras Welt bricht in einer einzigen Nacht zusammen. Ihres Ranges beraubt, von ihrem vorherbestimmten Gefährten Ryker Voss zurückgewiesen und gezwungen zuzusehen, wie ihr Vater — Beta Harlan — auf falschen Verratsverdacht hin hingerichtet wird, wird sie aus dem Blackthorn-Rudel verstoßen und in das Territorium der Streunenden geworfen, mit nichts außer ihrem Schmerz und ihrer Gewissheit, dass ihr Vater unschuldig war. Sie überlebt die Nacht kaum. Von Alpha Kael Draven des rivalisierenden Silvermoon-Rudels vor einem brutalen Angriff der Streunenden gerettet, entdeckt Sara eine Zweite-Chance Gefährtenbindung, die zwischen ihnen einrastet schwach, aber unverkennbar. Kael ist kalt, von Narben gezeichnet und unwillig. Er nimmt sie nicht aus Wärme auf, sondern aus Verpflichtung gegenüber der Bindung, und macht von Anfang an klar, dass er keine Gefährtin will. Während Blackthorn näher rückt — entschlossen, Sara zum Schweigen zu bringen, bevor sie die Wahrheit über den Tod ihres Vaters aufdecken kann findet sich Sara dabei wieder, eine gefährliche neue Welt im Rudelhaus von Silvermoon zu navigieren. Die Bindung mit Kael ist roh und verzehrend, doch er hält sie auf Abstand, selbst während er nicht fernbleiben kann. Unterdessen bietet ihr Alpha Snow, ein mächtiger und anziehender Rivale, etwas, das Kael ihr verweigert — Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und das Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Zwischen zwei starken Kräften hin- und hergerissen und von ihrer Vergangenheit gejagt, beginnt Sara heimlich den Mord an ihrem Vater zu untersuchen und stößt auf Hinweise geheimer Bündnisse sowie einen Verräter, der innerhalb von Silvermoon selbst agiert. Drohungen erscheinen unter ihrer Tür. Gerüchte verbreiten sich durch das Rudel. Und die Grenze zwischen Verbündetem und Feind wird mit jedem vergehenden Tag schwerer zu erkennen. Sara kam gebrochen nach Silvermoon. Doch sie kam nicht, um gebrochen zu bleiben. Sie kam, um zu kämpfen und sie hat gerade erst begonnen.
View MoreKapitel Eins
HINRICHTUNG UND ABLEHNUNG
*Saras POV
„Ich, Ryker Voss, zukünftiger Alpha des Blackthorn-Rudels, weise dich, Sara Harlan, als meine vorherbestimmte Gefährtin zurück", erklärte Ryker.
Die Worte durchschnitten mich wie eine Klinge. Schmerz explodierte in meiner Brust und riss die frische Gefährtenbindung auseinander. Ich sank auf die Knie im Zeremonienkreis und schnappte nach Luft, während Tränen meinen Blick verschwommen werden ließen.
Noch Augenblicke zuvor hatte ich ihn voller reiner Freude angesehen und geflüstert: „Gefährte", als sich die goldene Bindung zwischen uns geformt hatte. Jetzt war alles zerstört.
„Vater!", schrie ich.
Nur Minuten zuvor hatte Alpha Voss gebrüllt: „Verräter!", und mein Vater, Beta Harlan, war von Vollstreckern auf die Knie gezwungen worden.
„Ich schwöre bei der Mondgöttin, ich bin unschuldig", flehte Beta Harlan. „Ich habe dieses Rudel niemals verraten."
Alpha Voss knurrte. „Wir haben Beweise, Harlan. Geheime Treffen. Nachrichten an unsere Feinde. Du hast gegen uns geplottet."
Die Klinge blitzte im Mondlicht auf. Ein einziger brutaler Schlag. Der Kopf meines Vaters traf den Boden mit einem erschreckenden dumpfen Aufprall, Blut sickerte in den Staub.
Ich schrie, doch der Laut starb in meiner Kehle. Die frische Gefährtenbindung verwandelte sich in reine Qual. Ryker packte meinen Arm, sein Griff schmerzhaft fest.
„Entzieht ihr den Rang", befahl Alpha Voss kalt. „Sie ist jetzt nichts weiter als eine Omega. Die Tochter eines Verräters hat hier keinen Platz."
Grobe Hände rissen mir das Zeremonienkleid vom Körper und ließen mich zitternd in einem dünnen Hemd zurück. Das Rudel lachte und spuckte nach mir. Ryker sah mit blankem Ekel auf mich herab.
„Du hast bis zum Morgengrauen Zeit, unser Land zu verlassen", sagte Ryker. „Danach jagen wir dich und töten dich. Wir können nicht riskieren, dass du in die Geheimnisse deines Vaters gräbst."
Sie schleiften mich zur Grenze und warfen mich wie Müll in das Territorium der Streunenden. Ich schlug hart auf dem Waldboden auf und schürfte mir die Haut auf. Stundenlang taumelte ich durch die Dunkelheit, blutend und gebrochen. Mein Wolf schwieg.
Mit jedem schmerzhaften Schritt wuchs meine Entschlossenheit. Mein Vater war unschuldig. Das spürte ich tief in meinen Knochen. Was auch immer sie als Beweis behaupteten — es war gefälscht. Ich würde den wahren Verräter finden. Ich würde seinen Namen reinwaschen, und wenn es mich das Leben kostete.
Ich war zu schwach zum Weiterlaufen, als die Streunenden mich fanden.
Drei von ihnen traten aus den Bäumen hervor, die Augen glühend vor wildem Hunger. Ihr Anführer grinste, während sein Blick über meinen kaum bedeckten Körper wanderte und auf eine Weise verweilte, die mir die Haut kriechen ließ.
„Ein frisches kleines Omega", knurrte der Anführer der Streunenden. „Ganz allein und reif zum Brechen."
Ich versuchte zu kämpfen. Ich schlug dem Ersten über die Wange und zog Blut. Aber sie überwältigten mich schnell. Einer presste meine Arme auf den Rücken, während ein anderer seine grobe Hand unter mein Hemd schob und an dem dünnen Stoff zerrte.
„Haltet sie fest", knurrte der Anführer der Streunenden, während er bereits seine Hose öffnete. „Ich werde sie als Erster nehmen, bevor wir sie zerfleischen."
Sie zwangen mich auf den kalten Boden. Klauen fuhren mir den Rücken hinunter. Blut strömte aus den Wunden. Ich schrie und wehrte mich, doch es war sinnlos.
Ein donnerndes Knurren zerriss die Nacht.
Die Streunenden erstarrten. Eine massige Gestalt brach aus den Bäumen hervor und strahlte überwältigende Alpha-Macht aus. In Sekunden riss er alle drei mit brutaler Effizienz nieder. Klauen durchschnitten Kehlen. Knochen knackten. Blut spritzte über die Blätter.
Starke Arme hoben mich auf. Ein tiefer männlicher Duft nach Zeder und Frost hüllte mich ein. Mein Wolf regte sich schwach und ließ ein leises, sehnsuchtsvolles Wimmern hören.
Ich blickte durch schwindenden Blick in stürmisch graue Augen und silbergesträhnte dunkle Haare hinauf.
*Alpha Kael Draven.* Der gnadenlose Anführer des rivalisierenden Silvermoon-Rudels.
Die Zweite-Chance-Gefährtenbindung klickte in ihre Position — schwach, aber unverkennbar, an meiner zerschmetterten Seele ziehend.
Kael Dravens Kiefer versteifte sich, als er meinen blutüberströmten Zustand betrachtete. Sein Ausdruck blieb kalt.
„Du kommst mit mir", sagte Kael, seine Stimme flach.
Er hob mich mühelos auf und trug mich durch die Bäume. Als die Dunkelheit mich hinunterzogg, spürte ich seinen gleichmäßigen Herzschlag an meiner Wange.
Ein Teil von mir wollte sich in diese Wärme und Sicherheit sinken lassen.
Aber ein anderer Teil flüsterte, dass auch dieser Alpha mich nicht wollte.
In der Ferne stiegen wütende Blackthorn-Heulrufe in die Nacht. Sie kamen hinter mir her — entschlossen sicherzustellen, dass ich niemals die Chance bekäme, die Unschuld meines Vaters zu beweisen.
Kapitel dreiundsechzig: Alte Allianzen, neue GefahrenSaras PerspektiveDer Kriegsraum fühlte sich anders an, als wir alle vier gleichzeitig am selben Tisch saßen und dieselbe Richtung hatten.Keine Krise, die uns dorthin zog. Keine unmittelbare Bedrohung, die das Gespräch erzwang. Nur Sara, Kael, Snow und Thalira um den steinernen Tisch, mit allem, was wir wussten, zwischen uns ausgebreitet und einem klaren Ziel, das zum ersten Mal im Zentrum stand.Ich hatte ihnen erzählt, was ich Kael auf dem Trainingshof gesagt hatte. Der Name meines Vaters. Ryker, der vor einer Menge stand. Die Wahrheit, die in Blackthorn ans Licht kam, auf eine Weise, die nicht gemanagt oder begraben werden konnte.Niemand widersprach. Niemand bot ein anderes Ziel an. Was mir sagte, dass sie alle darauf gewartet hatten, dass ich es laut aussprach.„Das Instrument zuerst“, sagte Kael. „Vor allem anderen. Wir können nichts aufbauen, solange jemand aktiv gegen uns innerhalb dieser Mauern arbeitet.“„Einverstanden“,
Kapitel zweiundsechzig: DAS VERLANGENSaras PerspektiveIch erwachte vor Sonnenaufgang und versuchte nicht, wieder einzuschlafen.Ich saß im Dunkeln auf der Bettkante und erlaubte mir etwas, das ich seit der Nacht, in der Kael mich aus dem Renegatengebiet hinausgetragen hatte, nicht mehr richtig getan hatte. Ich erlaubte mir, mich zu erinnern.Das Gesicht meines Vaters an dem Morgen, an dem sie ihn holten. Er hatte über den Platz hinweg zu mir gesehen, mit einem Ausdruck, den zu entschlüsseln ich Monate verbracht hatte. Keine Angst. Keine Entschuldigung. Etwas, das näher an Vertrauen lag. Als übergäbe er mir etwas, das er nicht mehr tragen konnte, und glaubte, ich sei stark genug, es zu halten.Dann Ryker.Er stand vor dem gesamten Rudel, seine Stimme trug über den Platz, als verkünde er etwas Alltägliches. Jedes Wort präzise und öffentlich und darauf angelegt, mit größtmöglichem Schaden zu treffen. Dein Vater war ein Verräter. Du bist nichts. Du gehörst nicht mehr zu mir. Du bist hie
Kapitel einundsechzig: Der NameSaras PerspektiveIch fand Kael kurz vor Mitternacht im Kriegsraum.Er saß am Tisch, ohne dass etwas vor ihm lag. Er sah auf, als ich hereinkam, und las mein Gesicht so, wie er es gelernt hatte – schnell und ohne zuerst unnötige Fragen zu stellen.„Setz dich“, sagte ich.Er setzte sich.Ich sagte ihm den Namen.Ich beobachtete, wie er landete. Nicht dramatisch. So, wie die schlimmste Art von Nachricht bei Menschen landet, die gelernt haben, Dinge im Stehen zu empfangen – leise, in der Reglosigkeit von jemandem, der etwas Schweres hält und in Echtzeit entscheidet, wie er es tragen soll.Kaels Blick ging in eine mittlere Ferne, in der nichts war außer der Erinnerung, die der Name gerade heraufgezogen hatte.Dann stellte er mir eine Frage.„Wie lange?“, sagte Kael.„Aldric glaubt mindestens vierzehn Monate“, sagte ich. „Möglicherweise länger.“Kael nickte einmal. Langsam. Wie ein Mann, der etwas aufnimmt, das er nicht hatte kommen sehen, das ihn aber nicht
Kapitel sechzig: Risse im FundamentSaras PerspektiveIch fand Kael im Kriegsraum.Er sah auf, als ich hereinkam, und etwas in meinem Gesicht sagte ihm sofort, dass das, was ich mit mir trug, nicht klein war. Er schloss die Tür hinter mir, ohne dass ich ihn darum bitten musste.Ich erzählte ihm alles. Caden lebte. Aldric hatte ihn weggebracht. Das Zeichen. Jemand hatte Caden in jener Nacht absichtlich auf Lira gelenkt. Die Tür, die sich über einem Namen schloss, den Aldric nie zu Ende gesagt hatte.Kael hörte zu, ohne zu unterbrechen. Als ich fertig war, schwieg er einen langen Moment.„Den Namen, den Aldric sagen wollte“, sagte Kael. „Du brauchst ihn, bevor wir irgendetwas anderes tun.“„Ja“, sagte ich. „Aber nicht hier. Nicht drinnen. Wer auch immer in jenem Korridor war, weiß, dass wir suchen. Das nächste Gespräch mit Aldric braucht freies Gelände.“Kael nickte. „Heute Nacht. Trainingshof. Nachdem das Rudel zur Ruhe gekommen ist.“„Ich werde Aldric finden“, sagte ich.Ich ging zur
Kapitel AchtCHAOS*Saras SichtLira stürzte sich mit erhobener Klinge auf mich. Im letzten Moment wich ich aus. Der Dolch zischte durch die Luft und verfehlte meine Kehle nur um Haaresbreite. Ich taumelte zurück, mein Herz raste.„Du Miststück“, zischte Lira, ihre Augen glühten vor Hass. „Du glaub
Kapitel SiebenSILVERMOON*Saras POVDie Spannungen in Silvermoon erreichten neue Höhen. Mehrere Krieger weigerten sich, in meiner Nähe Patrouille zu laufen. Liras Einfluss wurde jeden Tag stärker. Sie hatte eine Gruppe von Wölfinnen davon überzeugt, dass ich ein Fluch war, der geschickt wurde, um
Kapitel SechsDAS GEFLÜSTER*Saras POVIch schlief nicht, nachdem ich den Zettel gefunden hatte. Ich saß die meiste Nacht am Fenster und starrte auf die elegante, feminine Handschrift, bis die Worte ineinander verschwammen. *Verlasse Silvermoon, oder du wirst enden wie dein Vater.* Ich redete mir e
Kapitel FünfRUDELHAUS*Saras POVAm nächsten Morgen verlegte Kael uns in einen sichereren Flügel des Rudelhauses. Ich ging neben ihm und spürte das Gewicht jedes Blickes aus dem Rudel. Manche Augen waren neugierig. Andere brannten vor offener Feindseligkeit.„Du wirst in diesem Zimmer bleiben", sa












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