
Das Lieblingsspielzeug des Alphas
Er war der unsichtbare Ersatzspieler, und eine falsche Abzweigung in der Dunkelheit veränderte alles…
Elian Harper hat nur ein Ziel: unauffällig bleiben, sein Stipendium behalten und ohne Aufsehen zu erregen seinen Abschluss machen…
Karl Richter ist das genaue Gegenteil von Elian. Reich, berühmt und schnell. Der Star des Schwimmteams. Doch hinter seinem perfekten Lächeln verbirgt sich ein innerer Zerrissenheit. Ein Monster lebt in ihm, ein Ungeheuer, das ihn langsam, aber sicher innerlich zerstört.
Bis Elian eines Nachts die Umkleidekabine betritt und etwas sieht, was kein Mensch jemals sehen sollte.
Er sieht die Krallen. Er hört das Knurren. Er riecht das Blut.
Elian versucht zu fliehen, doch das Raubtier erwischt ihn. Er erwartet Schmerzen. Er erwartet den Tod. Stattdessen vergräbt Karl sein Gesicht in Elians Hals und atmet ihn ein.
Zum ersten Mal seit Jahren ist das Biest still.
Nun steht Elian vor der Wahl: Entweder er wird Karls persönlicher Schatten oder er muss mitansehen, wie die gefährlichste Kreatur auf dem Campus die Kontrolle verliert und Jagd auf ihn macht. Doch Karls Halt zu sein, hat seinen Preis.
Karl ist besitzergreifend. Er ist hungrig. Und ihm ist gerade klar geworden, dass Elian das Einzige ist, wofür er töten würde.
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Chapter: Kapitel 50: Die Katalysator-OffenbarungElian HarperMorgen. Mitternacht.Die Worte hallten in meinem Kopf wider, während wir wie erstarrt auf der Bank saßen. Karls Handydisplay leuchtete im schwindenden Licht, die Nachricht seines Vaters war noch immer lesbar.„Wir haben keine Zeit“, sagte Karl mit belegter Stimme. „Wir müssen weiter. Wir müssen –“„Karl, warte.“ Ich packte seinen Arm. „Bevor wir irgendetwas tun, musst du etwas verstehen. Über mich. Darüber, wer ich bin.“Er sah mich an, Verwirrung huschte über sein Gesicht. „Wovon redest du?“„Katalysator. So nennt es die Folklore.“ Ich holte zitternd Luft. „Ich habe ihn in der Bibliothek gefunden. Es ist ein Mensch mit einem bestimmten genetischen Marker. Sie beruhigen Gestaltwandler nicht nur. Sie erwecken etwas in ihnen zum Vorschein. Etwas Schlummerndes.“Karl starrte mich mit gerunzelter Stirn an. „Was aufschließen?“„Kraft. Evolution. Das, was einen Wolf zu etwas Größerem macht.“ Ich sah ihm in die Augen. „Das, was dich zu einem Spitzentier machen könnte.“Er erstar
Last Updated: 2026-07-26
Chapter: Kapitel 49: Die Wahrheit, die wir beide kanntenElian HarperDie SMS ging mir die ganze Nacht nicht aus dem Kopf. Ich konnte nicht schlafen. Ich konnte nichts essen. Ich starrte nur an die Decke und zählte die Tage, die mir noch blieben.Fünf Tage. Mehr gab mir das Rudel nicht.Ich habe Karl nichts von der Nachricht erzählt. Er hatte endlich angefangen, sich mir zu öffnen und mir zu vertrauen. Ich wollte ihn nicht wieder in das Chaos hineinziehen.Aber Karl war schlauer, als ich ihm zugetraut hatte.„Was ist los?“, fragte er am nächsten Nachmittag. Wir saßen wieder im Park auf dem Campus, auf derselben Bank am Brunnen. Die Sonne wärmte, aber mir war immer noch kalt.„Nichts“, log ich.„Elian.“ Seine Stimme war fest. „Ich kenne dich lange genug, um zu merken, wenn etwas nicht stimmt. Sag es mir.“Ich seufzte und fuhr mir mit den Händen durchs Haar. „Ich habe noch eine Nachricht bekommen. Vom Rudel. Sie sagten, ich hätte noch fünf Tage.“Karls Augen blitzten golden auf. „Fünf Tage bis was?“„Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, dass es
Last Updated: 2026-07-26
Chapter: Kapitel 48: Die RuheElian HarperDie nächsten zwei Tage mied ich Karl. Nicht, weil ich wütend war. Nicht, weil ich ihn nicht sehen wollte. Sondern weil ich Zeit brauchte, um alles zu verarbeiten, was er mir erzählt hatte. Seine Kindheit. Der Käfig. Die Angst. Es war so viel auf einmal.Am dritten Tag fand ich mich plötzlich auf dem Campuspark wieder. Ich hatte es nicht geplant. Meine Füße trugen mich einfach dorthin.Karl saß auf derselben Bank in der Nähe des Brunnens. Als er mich sah, blickte er auf, und ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht.„Ich hatte gehofft, dass du kommen würdest“, sagte er.Ich setzte mich neben ihn und ließ ein paar Zentimeter Abstand zwischen uns. „Das hatte ich nicht vor.“„Das spielt keine Rolle. Du bist hier.“ Er sah mich an, seine Augen sanft. „Wie fühlst du dich?“Ich zuckte mit den Achseln. „Ich weiß es nicht. Überwältigt. Verwirrt. Ängstlich.“„Wovor hast du Angst?“„Davon.“ Ich deutete zwischen uns hin und her. „Von uns. Vom Rudel. Von allem.“Karl nickte langsa
Last Updated: 2026-07-23
Chapter: Kapitel 47: Die Last des OpfersElian HarperDie Nachtluft war kühl auf meiner Haut, doch Karls Hand in meiner wärmte mich. Wir saßen schon gefühlt stundenlang auf der Bank, das leise Plätschern des Brunnens im Hintergrund.Er hatte so viel erzählt. Seine Kindheit. Den Käfig. Die Angst. Jetzt war ich an der Reihe.„Mein Vater“, begann ich, meine Stimme kaum hörbar, „hat sein ganzes Leben lang auf dem Bau gearbeitet. Lange Arbeitszeiten. Gefährliche Bedingungen. Er hat sich nie beschwert. Nicht ein einziges Mal.“Karl blieb still, sein Daumen zeichnete sanfte Kreise auf meine Hand.„Als ich fünfzehn war, stürzte er von einem Baugerüst. Er brach sich den Rücken. Man sagte, er würde vielleicht nie wieder laufen können.“ Ich schluckte schwer. „Er lag monatelang im Krankenhaus. Meine Mutter arbeitete Doppelschichten im Diner, um uns über Wasser zu halten. Ich fing an, Kindern aus der Nachbarschaft Nachhilfe zu geben, um die Rechnungen mitzubezahlen.“„Das ist eine Menge, die man da tragen muss“, sagte Karl leise.„Es mac
Last Updated: 2026-07-23
Chapter: Kapitel 46: Der KäfigElian HarperWir verließen das Diner und gingen zum Campuspark. Die Nacht war kühl, die Sterne begannen gerade erst durch die Wolken zu lugen. Karl schwieg, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben.„Du musst es mir nicht sagen“, sagte ich. „Wenn es zu schwierig ist.“„Nein.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich möchte es aber. Du musst das verstehen.“Wir fanden eine Bank in der Nähe des Brunnens und setzten uns. Das Wasser kräuselte sich im Dämmerlicht und warf sanfte Schatten auf sein Gesicht.„Mein Vater“, begann er, „ist nicht wie andere Väter. Er hat nie mit mir Ball gespielt. Er hat mich nie abends ins Bett gebracht. Er hat mich trainiert. Als wäre ich ein Soldat. Als wäre ich eine Waffe.“Ich schwieg und ließ ihn reden.„Als ich mich das erste Mal verwandelte, war ich sieben. Er sperrte mich in einen Käfig im Keller. Es war dunkel und kalt, und ich hatte solche Angst, dass ich nicht atmen konnte.“ Karls Stimme klang hohl. „Er sagte, wenn ich stark genug wäre, würde ich ausbrechen.
Last Updated: 2026-07-22
Chapter: Kapitel 45: Das Monster in mirElian HarperDas Lokal war ruhig, nur die Leuchtreklame im Fenster summte leise. Wir saßen schon über eine Stunde da, unsere leeren Teller beiseitegeschoben, zwei Tassen kalten Kaffee zwischen uns.Karl war schon eine Weile still gewesen. Nicht diese schwere, grüblerische Stille, die ich gewohnt war. Sondern eine andere Art. Die Art, die eintritt, bevor jemand etwas ausspricht, was er noch nie laut gesagt hat.„Darf ich Ihnen etwas sagen?“, fragte er schließlich.Ich blickte von meinem kalten Kaffee auf. „Klar.“Er holte tief Luft. „Ich habe panische Angst. Ständig. Jeden einzelnen Tag.“Ich wartete ab, da ich nicht wusste, worauf er hinauswollte.„Vor meinem Vater. Vor dem Rudel. Vor dem Ding in mir, das ich nicht kontrollieren kann.“ Seine Stimme war leise, kaum mehr als ein Flüstern. „Ich hatte mein ganzes Leben lang Angst. Ich habe es nur gut versteckt.“Ich stellte meine Tasse ab. „Karl…“„Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich mich verwandelt habe.“ Er starrte auf seine Hän
Last Updated: 2026-07-22
Mondgebundene Beanspruchung
Ohne das heilige Mondsichelmal geboren, das sie als würdig ausweist, hat Liesel ein Leben im Schatten und in Verachtung im eigenen Vaterhaus ertragen. Doch als der rücksichtslose Erbe Viktor Sturmherz eintrifft, um Isolde als seine Zuchtluna zu beanspruchen, entzündet ein einziger gestohlener Blick eine unmögliche, uralte Bindung. Eine Nacht roher, verzweifelter Leidenschaft, ein verbotenes Mal und ein tödliches Duell im Morgengrauen zwingen Liesel zur Entscheidung: die Schwester schützen, die ihr einst Güte zeigte, oder sich dem brutalen Alpha hingeben, der nur die unmarkierte Frau begehrt, die der Mond heimlich auserwählt hat.
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Chapter: kapitel 72Am nächsten Morgen ging sie wieder in den Park. Der Baum war gewachsen. Über Nacht. Seine Krone reichte nun bis zum dritten Stock des Hochhauses. Seine Wurzeln hatten sich über den Asphalt geschoben, sanft, ohne ihn zu zerbrechen. Kleine Triebe sprossen überall. Winzige Schattenbäume. Jeder mit einer einzigen Frucht.Kinder kamen. Erwachsene kamen. Alte Menschen kamen. Niemand sprach laut. Sie setzten sich einfach. Lauschten.Sira setzte sich in die Mitte. Legte die Hände auf die Erde.„Ich wähle euch“, flüsterte sie.Der Baum antwortete. Mit einem leisen Summen. Tief. Warm. Es breitete sich aus. Durch die Wurzeln. Durch die Stadt. Durch die Luft.In den folgenden Tagen geschah Seltsames.Menschen, die sich jahrelang nicht angesehen hatten, nickten einander zu.Ein Mann, der immer allein gegessen hatte, setzte sich zu Fremden.Eine Frau, die nie geweint hatte, weinte plötzlich, und lachte danach.Kinder spielten nicht mehr mit Geräten. Sie spielten unter den Bäumen. Barfuß. Sie erzähl
Last Updated: 2026-07-26
Chapter: Kapitel 71: Die Stille, die singtDie Bäume hatten aufgehört zu zählen. Niemand wusste mehr, wie viele es waren. Manche standen allein auf kahlen Hügeln, wo der Wind sie bog, ohne sie je zu brechen. Andere wuchsen in Gruppen, Kronen ineinander verschränkt wie Hände, die sich nie loslassen wollten. Wieder andere hatten sich in die Ränder von Städten geschlichen, zwischen Stein und Beton Wurzeln geschlagen, leise, geduldig, als hätten sie immer schon dort gewartet. Ihre Früchte fielen nun nicht mehr nur im Herbst. Sie fielen, wann immer jemand stehen blieb und wirklich zuhörte. Manchmal fiel eine Frucht in die Hand eines Kindes, das noch nicht sprechen konnte. Manchmal in die eines Alten, der längst vergessen hatte, wie man weint. Immer fiel sie genau dann, wenn sie gebraucht wurde.Ein Mädchen namens Sira war zwölf. Sie hatte keine silbernen Strähnen im Haar. Ihr Haar war schwarz wie die Nacht nach einem Brand, kurz geschnitten, weil sie es hasste, wenn es ihr ins Gesicht fiel. Ihre Augen waren braun, fast schwarz, doc
Last Updated: 2026-07-26
Chapter: Kapitel 70Das Licht in der Frucht wurde heller. Freyja spürte, wie es in sie eindrang. Nicht als Fremdes. Als Eigenes. Als das, was immer schon da gewesen war.Als das Licht erlosch, war die Frucht leer. Doch Freyja fühlte sich voller denn je.Kael legte die Hand auf ihre Schulter. „Was hast du gesehen?“„Alles“, sagte sie. „Und nichts ist verloren.“Lira lächelte. „Dann pflanzen wir.“Toren nickte. Er nahm einen Samen aus Freyjas Beutel. Einen der drei. Er kniete sich hin. Grub mit den Händen ein kleines Loch in die Erde neben dem jungen Baum. Legte den Samen hinein. Bedeckte ihn sanft. Dann goss er Wasser aus seiner Feldflasche. Nicht viel. Genug.Der Boden nahm das Wasser auf. Ein leises Seufzen ging durch die Lichtung. Der junge Baum neigte sich. Ein Ast senkte sich. Berührte den frisch gepflanzten Samen. Ein Funke sprang über. Grün. Golden. Silbern.Ein neuer Trieb spross. Sofort. Klein. Zart. Doch stark.Die vier standen da. Schauten zu. Sagten nichts.Dann begann Freyja zu singen.Kein g
Last Updated: 2026-07-23
Chapter: Kapitel 69: Die Lieder, die zurückkehrenDie Schattenbäume standen nun nicht mehr nur in einem Tal. Sie wuchsen in Ketten über Hügel und durch Wälder, folgten Flüssen wie stille Wächter, die niemand beauftragt hatte. Manche waren hoch und alt, ihre Kronen berührten sich fast über breite Lichtungen hinweg. Andere waren noch jung, kaum höher als ein erwachsener Wolf in seiner menschlichen Gestalt, doch ihre Wurzeln reichten bereits tief, suchten Anschluss an die unsichtbaren Fäden, die alles verbanden. Die Erde summte leise unter den Füßen der Wanderer. Wer lange genug stillstand, spürte es: ein Chor aus unzähligen Herzschlägen, synchronisiert über Meilen hinweg.Freyja war neunzehn. Ihre roten Locken hatte sie kurz geschnitten, damit sie nicht im Wind hängen blieben, wenn sie rannte. Ihre Augen waren silbern geworden, nicht durch Magie, sondern durch das, was sie gesehen hatte. Sie trug einen Umhang aus gewebtem Moos und Wolle, der sich der Farbe der Jahreszeit anpasste: im Sommer grün, im Herbst kupferfarben, im Winter fast
Last Updated: 2026-07-23
Chapter: Kapitel 68„Ich gehe zurück“, sagte er. „Nicht um zu nehmen. Um zu geben.“Eira gab ihm einen Samen. Klein. Aus der Krone des großen Baums gefallen.„Pflanze ihn“, sagte sie. „Wo immer du ankommst. Und wenn er wächst, lass ihn Früchte tragen.“Arvid nahm den Samen. Drückte ihn an die Brust. Dann ging er. Den Pfad hinunter. In die Wälder. Der Wind trug seinen Geruch fort.Von diesem Tag an wanderten mehr Samen. Kinder sammelten sie. Nicht alle. Nur die, die fielen, wenn niemand hinsah. Sie steckten sie in Taschen. In kleine Beutel aus Leder. In hohle Hölzer. Manche trugen sie jahrelang bei sich. Bis sie wussten, wohin sie gehörten.Runa schickte ihre älteste Tochter Freyja mit einem Samen los. Freyja war dreizehn. Stark. Neugierig. Sie ging nicht allein. Drei andere Jugendliche gingen mit. Zwei Jungen. Ein Mädchen. Sie nannten sich die Samenwanderer.Sie kamen zurück. Nach Monaten. Manche mit Narben. Manche mit neuen Liedern. Alle mit leeren Händen. Die Samen waren gepflanzt worden. An Flussufern
Last Updated: 2026-07-21
Chapter: Kapitel 67: Die Samen, die reisenDie Früchte fielen nicht mehr nur unter den Baum. Manche lösten sich von den Ästen, wenn der Wind gerade richtig stand, und rollten den Hang hinunter. Manche wurden von Vögeln gepickt, die nicht fraßen, sondern trugen. Manche blieben einfach liegen, bis ein Kind sie fand und in die Tasche steckte. Niemand zwang sie. Niemand sammelte sie ein wie Ernte. Der Baum hatte gelernt, dass Samen nicht gehalten werden wollten. Sie wollten gehen.Eira war sechsundzwanzig. Ihre Haut hatte die Farbe von poliertem Eichenholz angenommen, warm und tief, doch die silbernen Strähnen in ihrem Haar leuchteten heller denn je. Sie trug jetzt keinen Schattenstoff mehr. Sie trug Kleidung aus Leinen, das die Frauen des Rudels selbst gesponnen hatten, gefärbt mit Beeren und Wurzeln. Das Leinen war rau, aber es atmete. Es erinnerte sie daran, dass sie lebte, nicht nur existierte. Ihre Füße waren immer noch barfuß. Die silbernen Gräser sprossen nicht mehr hinter jedem Schritt. Stattdessen blieb eine Spur aus winz
Last Updated: 2026-07-21