LOGINEr war der unsichtbare Ersatzspieler, und eine falsche Abzweigung in der Dunkelheit veränderte alles… Elian Harper hat nur ein Ziel: unauffällig bleiben, sein Stipendium behalten und ohne Aufsehen zu erregen seinen Abschluss machen… Karl Richter ist das genaue Gegenteil von Elian. Reich, berühmt und schnell. Der Star des Schwimmteams. Doch hinter seinem perfekten Lächeln verbirgt sich ein innerer Zerrissenheit. Ein Monster lebt in ihm, ein Ungeheuer, das ihn langsam, aber sicher innerlich zerstört. Bis Elian eines Nachts die Umkleidekabine betritt und etwas sieht, was kein Mensch jemals sehen sollte. Er sieht die Krallen. Er hört das Knurren. Er riecht das Blut. Elian versucht zu fliehen, doch das Raubtier erwischt ihn. Er erwartet Schmerzen. Er erwartet den Tod. Stattdessen vergräbt Karl sein Gesicht in Elians Hals und atmet ihn ein. Zum ersten Mal seit Jahren ist das Biest still. Nun steht Elian vor der Wahl: Entweder er wird Karls persönlicher Schatten oder er muss mitansehen, wie die gefährlichste Kreatur auf dem Campus die Kontrolle verliert und Jagd auf ihn macht. Doch Karls Halt zu sein, hat seinen Preis. Karl ist besitzergreifend. Er ist hungrig. Und ihm ist gerade klar geworden, dass Elian das Einzige ist, wofür er töten würde.
View MoreElian HarperDie Sonne ging über den Baumwipfeln auf und tauchte den Himmel in goldene und rosafarbene Töne. Ich saß auf der Lichtung, Karls Kopf ruhte noch immer in meinem Schoß, meine Finger verfingen sich in seinem Haar. Er schlief, sein Atem ging ruhig und gleichmäßig, sein Gesicht war zum ersten Mal seit Tagen friedlich.Ich rührte mich nicht. Ich wollte ihn nicht wecken. Er brauchte das. Wir beide brauchten es.Meine Mutter stand am Rand der Lichtung, die Arme verschränkt, den Blick auf uns gerichtet. Sie hatte sich seit ihrer Ankunft nicht bewegt. Sie stand einfach nur da, beobachtete und wartete.Hinter ihr standen die von ihr mitgebrachten Vollstrecker in einem lockeren Halbkreis. Es waren ehemalige Rudelmitglieder, Wölfe, die der Herrschaft meines Vaters überdrüssig geworden waren, Wölfe, die auf jemanden wie Karl gewartet hatten, der sich erhob. Meine Mutter hatte sie gefunden. Sie hatte sie um sich geschart. Sie hatte sie hierher gebracht.Ich sah sie an, mein Herz voller
Elian HarperDas Auto hielt nicht lange. Wir schafften vielleicht 30 Kilometer, bevor der Motor anfing zu stottern und die Tankanzeige gefährlich nahe an leer sank. Karl fuhr auf einen schmalen Feldweg, seine Hände umklammerten das Lenkrad so fest, dass seine Knöchel weiß wurden.„Wir gehen von hier aus zu Fuß“, sagte er.Ich habe nicht gestritten. Ich bin einfach aus dem Auto gestiegen und ihm in den Wald gefolgt.Der Wald war hier dicht, das Blätterdach so dicht, dass kaum Mondlicht hindurchdrang. Karl bewegte sich mit einer Selbstsicherheit, die mir verriet, dass er genau wusste, wo er hinwollte, selbst in der Dunkelheit.„Wie weit?“, fragte ich."Weit genug."Wir liefen stundenlang. Meine Beine brannten, meine Füße waren voller Blasen, aber ich beschwerte mich nicht. Ich konnte nicht. Karl verausgabte sich genauso sehr, vielleicht sogar noch mehr. Er erholte sich noch von der Schicht, vom Kampf, von allem. Aber er wurde nicht langsamer.Schließlich stolperte ich. Mein Fuß verfing
Elian HarperDer Boden raste auf uns zu, und ich wappnete mich für den Aufprall. Doch Karl drehte sich in der Luft, sein Körper schlang sich um meinen, und wir schlugen mit solcher Wucht auf, dass mir der Atem stockte. Er fing den Aufprall ab, sein Körper dämpfte meinen, und dann war er wieder auf den Beinen und zog mich hoch.„Geht es Ihnen gut?“ Seine Stimme klang scharf und eindringlich.Ich nickte und rang nach Luft. „Mir geht es gut. Aber meine Mutter …“„Sie ist Polizeihauptmann. Sie kann auf sich selbst aufpassen.“ Er packte meine Hand und zog mich vorwärts. „Wir müssen weiter.“Wir rannten über den Parkplatz, immer im Schatten. Hinter uns herrschte Chaos im Motel: Polizisten schrien, Sirenen heulten, und Schüsse hallten noch immer in der Nacht wider. Ich sah nicht zurück. Ich konnte nicht.Karl führte mich zum Waldrand am Rand des Parkplatzes. Der Wald ragte vor uns auf, dunkel und einladend. Wir tauchten in den Wald ein, gerade als weitere Polizeiwagen mit quietschenden Reife
Elian HarperDie Polizisten erstarrten, die Waffen noch immer auf Karl gerichtet, ihre Blicke huschten zwischen ihm und der Gestalt im Türrahmen hin und her. Meine Mutter betrat den Raum; ihre Präsenz war gebieterisch, ihr Blick musterte die Szene mit einer ruhigen Autorität, die die Beamten zögern ließ.„Senkt eure Waffen“, sagte sie erneut. „Jetzt.“Der ranghöchste Offizier wandte sich ihr mit gerunzelter Stirn zu. „Captain Harper, wir haben Befehl zu –“„Eure Befehle interessieren mich nicht.“ Die Stimme meiner Mutter war eiskalt. „Diese Männer stellen keine Bedrohung dar. Haltet euch zurück.“Die Beamten wechselten Blicke. Dann senkten sie langsam ihre Waffen.Ich starrte meine Mutter an, mein Herz raste. Sie war wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie hatte uns gerettet. Sie stand in der Tür eines billigen Motelzimmers, in der Uniform eines Polizeihauptmanns, und sah mich mit einem Ausdruck an, den ich nicht deuten konnte."Mama?" Meine Stimme versagte.Sie sah mich an, und für einen
ELIANS SICHTIch ging davon aus, dass mein Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen, vollständig gelungen war, aber es stellte sich heraus, dass ein Luftloch immer ein Luftloch bleiben wird.„Richter scheint in letzter Zeit sehr an dir zu hängen“, sagte Marcus und lehnte sich zurück. „Es ist seltsam.
ELIANS SICHTIch hatte eigentlich vor, in mein Zimmer zurückzukehren, sobald er eingeschlafen war, aber der Stress der Nacht hat mich völlig überrascht.Ich wachte vom Zwitschern eines Vogels draußen vor dem Fenster auf und spürte etwas Schweres um meine Taille.Die Sonne lugte gerade durch die Kie
ELIANS SICHTAm nächsten Tag~Die Hütte am See sollte eigentlich ein „Zusammengehörigkeitsgefühl stärken“, aber das war für mich kaum der Fall, zumindest nicht, wenn ich ständig in Karls Nähe bleiben musste.Karl hatte eine private Suite im zweiten Stock der Hauptlodge, und er hatte dafür gesorgt,
ELIANS SICHTWenn es schon ein Albtraum war, Karls Assistent in der Schule zu sein, dann war es eine Reise auf einen anderen Planeten, ihn zu einer exklusiven Party zu begleiten.Karl hatte mir zwei Stunden vor der Veranstaltung einen Kleidersack aufs Bett gelegt. Darin befand sich ein Anzug, der w





