
Hinter der Bande (1) - Dünnes Eis
Tessa Callahan ist strengstens tabu. Erstens ist sie die jüngere Schwester seines besten Freundes. Und zweitens weiß die gesamte NHL, dass Carter Vance ein unverbesserlicher Womanizer ist.
Als Star-Spieler der Minnesota Huskies hat Carter in der Profi-Liga fast alles erreicht – inklusive des Rufs, Herzen schneller zu brechen als gegnerische Abwehrreihen. Genau deshalb hat sein bester Freund ihm eine klare Grenze gezogen: Finger weg von seiner kleinen Schwester. Niemand will, dass Tessa nur eine weitere Nummer auf Carters langer Liste von Affären wird.
Als Tessa wegen ihres Eiskunstlauf-Stipendiums an die Uni zieht und neu in der Stadt ankommt, muss ihr Bruder kurzfristig bei einer wichtigen Pressekonferenz einspringen. Ausgerechnet Carter wird verdonnert, sie vom Flughafen abzuholen. Ein Gefallen unter Freunden – denkbar einfach, oder?
Doch als Carter am Terminal wartet, ändert sich alles. Aus dem kleinen Mädchen von früher ist eine faszinierende, wunderschöne Frau geworden. Trotz des Altersunterschieds von fast zehn Jahren knistert es zwischen den beiden ab der allerersten Sekunde gewaltig.
Nun steht Carter vor einer unmöglichen Wahl: Bleibt er loyal und hält Abstand zu der einen Frau, die sein Herz wirklich berührt? Oder riskiert er seine Karriere und die beste Freundschaft seines Lebens für die Chance, Tessa nahe zu kommen?
Lass dich mitreißen von Beyond the Rink – Thin Ice: Eine verbotene Knister-Story zwischen einem NHL-Womanizer und der jüngeren Schwester seines besten Freundes!
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Chapter: 5. Die Kathedrale aus Eis Die Arena im Liberty Ice Center um 06:30 Uhr morgens war eine Kathedrale aus Eis und Stille. Das einzige Geräusch war das tiefe Summen des Kühlsystems unter den Dielen und das ferne Tropfen von Wasser irgendwo in den Trägern. Die Beleuchtung war gedimmt, um vor dem morgendlichen Ansturm Energie zu sparen, und warf lange, blau getönte Schatten über die leeren Ränge.Als Tessa das Eis betrat, biss die Kufe ihres Schlittschuhs mit einem knackigen, sauberen Schwingen in die frische Oberfläche. Sie glitt nicht nur; sie bewegte sich mit der bedachten, kontrollierten Sparsamkeit von jemandem, der Tausende von Stunden damit verbracht hatte, die Physik der Bewegung zu perfektionieren. Ihre Kanten waren rasiermesserscharf, ihre Haltung makellos. Das war nicht das ungeschickte Vergnügen einer Hobbyskaters – das war die disziplinierte Anmut einer Halbprofi-Athletin.Sie sc
Last Updated: 2026-11-05
Chapter: 4. Festgefahren mit den CallahansDie Fahrt zu Brodys Wohnung war ruhiger, als er erwartet hatte. Er erwischte sich immer wieder dabei, wie er ihr Profil im vorbeiziehenden Schein der Straßenlaternen beobachtete, die Art, wie sie so gefestigt in ihrem eigenen Raum wirkte, selbst in einer Stadt, die sie erst seit ein paar Stunden kannte. Er wollte noch etwas sagen, etwas, um diesen Faden der überraschenden Ehrlichkeit zwischen ihnen am Leben zu halten, aber er hielt den Mund. Er wusste ganz genau, wann er es cool angehen lassen musste.Als er seinen F-150 schließlich vor dem Backsteinbau ihres Apartmentkomplexes abstellte, konnte Carter die Spannung bereits durch die Frontscheibe brodeln spüren. Brody wartete draußen am Eingang, die Arme vor der breiten Brust verschränkt. Er sah weniger wie ein professioneller Eishockeyspieler aus als wie ein Mann, der sich auf einen Showdown vorbereitete.Carte
Last Updated: 2026-11-04
Chapter: 3. Cherrycoke und TrüffelmayoEr fing den Blick der Kellnerin ein, bedeutete ihr mit zwei Fingern, ihnen schon vorab Wasser zu bringen, bevor er sich wieder zu ihr drehte. „Und mach nicht dieses Ding, wo du es abtust. ‚Ich bin nur ein Nerd‘ sagen Leute, wenn sie Angst haben, dass jemand denkt, sie wären zu intensiv bei dem, was sie lieben.“Er stieß einen langsamen Atemzug aus. „Ich verstehe das eigentlich. Beim Eishockey denken die Leute, es sei nur im Kreis laufen und sich gegenseitig umhauen. Sie sehen nicht die Mechanik, das Timing, die Art, wie du die Körpersprache von jemandem lesen musst, bevor er überhaupt weiß, dass er einen Spielzug macht. Es ist technisch. Es ist präzise. Es ist... nun ja, es ist Kunst auf seine eigene, abgefuckte Art.“Er grinste, die Goldsprenkel in seinen Augen fingen das bernsteinfarbene Licht ein. „Außerdem, wenn du auf Animation und Manga stehst, hast du ein besseres Verständnis für visuelles Storytelling als die Hälfte der Leute, mit denen ich in der PR zusammenarbeite. Die krieg
Last Updated: 2026-10-31
Chapter: 2. Einfach nur ein Nerd„Ich bin überrascht, dass Brody dich gefragt hat. Danke für die Fahrt jedenfalls.“Carter entging die vorsichtige Distanz in ihrer Stimme nicht. Die Art, wie sie sich nicht auf die lockere Freundlichkeit einließ, die er ihr anbot. Die meisten Mädels hätten das Kompliment der Fahrt angenommen oder ihn zumindest gefragt, wie die Vorbereitung auf die Saison bei den Huskies lief. Sie klang, als würde sie eine geschäftliche Transaktion akzeptieren, um die sie nicht unbedingt gebeten hatte.Er spürte das Gespenst eines Lächelns an seinen Mundwinkeln zucken. Kein echtes Lächeln, sondern die Sorte, die er benutzte, wenn jemand seinen Bluff durchschaute.„Überrascht, huh?“, fragte er und führte sie durch die automatischen Schiebetüren. Die klirrende Kälte von Minneapolis schlug ihnen sofort entgegen, aber er behielt seinen entspannten Schritt bei und hetzte sie nicht. „Was dachtest du denn? Dass er dir eine Limousine mit einem Fahrer im Anzug schickt? Oder hatte er Angst, ich verliere dich im
Last Updated: 2026-10-31
Chapter: 1. Ein Problem namens TessaDienstag. 16:06 Uhr. Minneapolis International Airport. Ankunftsterminal.Carter Vance stand mitten im dicht gedrängten Terminal und hielt ein Stück Pappkarton in der Hand, auf dem Tessas Name stand. Die Handschrift war absolut schrecklich.Er kippte das Schild. Blinzelte. Kippte es in die andere Richtung.„Jep“, murmelte er. „Auf den Punkt getroffen.“Brodys Stimme dröhnte ihm noch von vor zwei Stunden im Kopf herum, dieser spezielle Tonfall, den sein Verteidigungspartner aufsetzte, wenn er etwas von einem wollte, einen aber gleichzeitig nicht bedrohen wollte.„Meine Schwester landet um vier. Kannst du sie abholen?“Carter hatte nur mit den Schultern gezuckt. „Klar. Wusste gar nicht, dass du eine Schwester hast.“Eine Pause, die einen Schlag zu lange gedauert hatte.„Sie ist jünger.“„Okay.“Noch eine Pause. Schwerer.Dann war Brodys Stimme in etwas abgeglitten, das Carter fast nie von ihm hörte. Todernst, ohne jede Wärme, ohne jeden Spielraum.„Carter.“„… Ja?“„Sie. Ist. Meine. Sch
Last Updated: 2026-10-31
Chapter: Das Buch-Universum & Charakter-GuideEYOND THE RINK – Das Buch-Universum & Charakter-GuideHerzlich willkommen in der eiskalten, hochgradig kompetitiven Welt von Beyond the Rink!Dieses Info-Kapitel bietet dir eine komplette Übersicht über das Setting, das Franchise der Minnesota Huskies, die Spielregeln und alle wichtigen Charaktere, die in Band 1 (Thin Ice) und den folgenden Bänden den Ton angeben.❄️ Das Setting: Minneapolis & North State UniversityDie Stadt: Minneapolis, Minnesota („The State of Hockey“). Eiskalte, harte Winter mit eisigen Winden, Schneestürmen und Flutlichtatmosphäre.Die Arena: Das Liberty Ice Center – eine hochmoderne Multisport-Arena. Hier trainieren morgens um 06:00 Uhr die Eiskunstläuferinnen des Olympia-Kaders, bevor ab 07:00 Uhr die Profis der Minnesota Huskies das Eis übernehmen. Das Spielfeld hat die internationale Größe und ist rund 30 Meter breit und 61 Meter lang. Das College: Die North State University, eine Renommier-Uni für Spitzenathleten mit D1-Eishockey und Elite-Eiskunstlauf-Pro
Last Updated: 2026-10-25

Das Brechen der Gezeiten
Im isolierten Bergheiligtum Solis-Vanth werden Waisen durch eiserne, körperliche Disziplin zu den Elite-Kriegern der Phalanx ausgebildet. Zwischen dem ungestümen Kael, der unter einer zerstörerischen Überdosis unkontrollierbarer Feuer-Energie leidet, und seinem unterkühlten Rivalen Ryu, dem letzten Überlebenden des Gezeiten-Clans, schwelt eine hochelektrische, verbotene Anziehung. Doch als der abtrünnige Meister Nogusa Ryu die verbotene Kunst der Kraft-Extraktion verspricht, um den Mörder seiner Familie zu richten, bricht dieser den heiligen Eid und flieht zur Obsidian-Häresie ins Tiefland. In den Klauen dieses düsteren Kults, der nach unsterblicher Macht strebt und dafür das Phreem anderer Krieger raubt, werden die einstigen Seelenverwandten zu erzwungenen Gegnern auf Leben und Tod. Als das Ritual der Häretiker das unberührte Ur-Heiligtum der Welt zu vernichten droht, wirft sich Kael wehrlos in Ryus pechschwarzen Schattensturm, um ihn mit einer kompromisslosen, glühenden Umarmung aus der Dunkelheit zurückzuholen und das Gleichgewicht der Welt durch die Fusion ihrer Seelen zu retten.
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Chapter: Epilog – Das Brechen der Gezeiten (POV: Wechsel Kael & Ryu)Zehn Jahre nach dem Tag, an dem die unbarmherzigen Mauern von Solis-Vanth unter ihrem eigenen Gewicht in den Abgrund stürzten, lag Aschfeld im sanften, warmen Licht des Spätnachmittags.Wo einst verätzter Schotter, gefrorene Asche und die stummen Trümmer eines vergessenen Exilanten-Postens gelegen hatten, erstreckte sich heute eine lebendige, geschützte Friedensstadt. Die Häuser aus dunklem, geglättetem Vulkanstein und duftendem Kiefernholz schmiegten sich geschmeidig an die natürlichen Schwünge des Nordhangs. Kupferne Wasserrinnen glänzten auf den flachen Dächern, und durch die sauber gepflasterten Alleen strömte in gemauerten Kanälen das dampfende Thermalwasser, das Kaels Erd
Last Updated: 2026-10-26
Chapter: Kapitel 91: Das Fundament der Freiheit (POV: Kael & Ryu)Der Dampf, der aus den Fugen des frisch verlegten Bodes stieg, roch nicht mehr nach dem stechenden Schwefel der alten Schmelztiegel oder nach dem verbrannten Talg der klerikalen Tempelkessel. Er roch nach feuchter Erde, nach geschnittenem Bergkiefernholz und dem klaren, kühlen Quellwasser, das Ryu durch die unterirdischen Kanäle von Aschfeld geleitet hatte.Kael saß auf einer massiven, grob behauenen Schieferbank im Zentrum des neu gezimmerten Ratshauses. Die Hütte war die bisher größte Struktur der Siedlung – ihr Dach ruhte auf mächtigen Stämmen aus Uraltkiefern, die Ren und seine Bautrupps unter schweißtreibender Arbeit aus dem schroffen Nordhang geschlagen hatten. Die breiten Fensteröffnungen waren noch nicht mit Glasscheiben verschlossen; zerrissene Wollplanen hielten den gröbsten Wind ab. Doch die tödliche Kälte der Grenzlande hatte in diesem Raum keine Macht. Das flüssige Gold, das Kael mit ruhigem, stetigem Atem durch die tiefen Fundamentadern zirkulieren ließ, hielt ein wohlig
Last Updated: 2026-10-25
Chapter: Kapitel 90: Der Pfad durch den Morast (POV: Ryu)Der Nebel im südlichen Talgrund von Aschfeld schmeckte nicht mehr nach der verbrannten Tinte des Klerus oder nach dem stechenden Schwefel der alten Tempelventile. Er war feucht, klamm und roch nach gefrorenem Torf und dem dichten Farn des Umlands.Ryu kniete am Rande der aufgeweichten Passstraße, wo sich das Schmelzwasser der vergangenen Sturmnacht in breiten, braunen Lachen staute. Seine nackten Handflächen ruhten flach auf dem gefrorenen Morast. Kein Zischen toxischer Finsternis stieg aus seinen Hautporen auf; kein pechschwarzer Film überzog seine Fingernägel, wie in den düsteren Monaten, als er als wandelnder Filter der Obsidian-Häresie durch das Tiefland gezogen war. Die Adern unter seinen Unterarmen schimmerten in einem klaren, kristallinen Blau – dem reinen, ungetrübten Quell-Phreem des Gezeiten-Clans, das Kael in ihm erweckt und geläutert hatte.Das sanfte Pulsieren seiner Gezeit dehnte sich durch die Schlammschichten aus. Ryu lauschte nicht auf feindliche Späher oder herannahe
Last Updated: 2026-10-23
Chapter: Kapitel 89: Der Markt der verwebten Fäden (POV: Kael)Der kühle Morgenwind blies den dünnen Rauch der Schmiede quer über den zentralen Platz von Aschfeld. Doch anders als in den dunklen, klammen Tälern des Tieflands war der Boden unter Kaels Stiefeln trocken und angenehm warm. Das dichte, goldene Adernetz aus Phreem, das er tief in die unterirdischen Basaltfundamente gewebt hatte, pulsierte in einem ruhigen, verlässlichen Takt – wie ein gigantischer, schlafender Herzschlag unter der Erde.Kael stand am Rand der großen Marktterrasse und zog den Kragen seiner rauen, lederverstärkten Weste etwas fester zusammen.Neben ihm regte sich Ryu.Der ehemalige Vaelen lag noch im halben Schatten der vorspringenden Holzüberdachung des Brotlagers. Sein langes, dunkelblaues Haar fiel ihm schopfweise ins Gesicht, die zarten Wimpern warfen feine Schatten auf seine Wange. Ryu trug keine klerikalen Seidenborten mehr, sondern ein einfaches, dunkelgraues Wollenhemd, dessen oberste Knöpfe geöffnet waren.Mit einer gewohnten, beinahe blinden Bewegung hob Kael d
Last Updated: 2026-10-23
Chapter: Kapitel 88: Das Fundament aus Stein und Worten (POV: Ryu)Der Geruch von frischem Steinmehl war scharf und trocken. Er legte sich als feiner, weißer Film auf Ryus Unterarme, kroch in die Poren seiner Haut und schmeckte auf den Lippen nach bitterem Kalk und uraltem Quarz.Ryu kniete auf der breiten Basaltplatte im Zentrum des Dorfplatzes. Vor ihm ruhte der schwere, tonnenschwere Monolith, den Kael und Ren vor zwei Tagen aus der tiefsten Schlucht des Nordhangs gehauen hatten. Seine Oberfläche war von Natur aus raubauig und uneben, gezeichnet von den Jahrmillionen des Drucks und den Spuren des gefrorenen Wassers. Doch wo Ryu mit dem schweren Flachmeißel und dem Fäustel ansetzte, entstanden glatte, tiefe Einkerbungen.Klang.Das metallische Hell-Klingen des Händelhammers hallte von den gezimmerten Wänden des neuen Ratshauses wider.Klang.Ryu führte das Eisen mit millimetergenauer Präzision. Seine Finger, die jahrelang in den schattigen Krypten von Solis-Vanth Pergamente mit rituellen Hinrichtungsdekreten und exkommunizierenden Siegeln gefüllt h
Last Updated: 2026-10-22
Chapter: Kapitel 87: Die Taufe der Quellen (POV: Kael)Der schwere, dunkle Basaltfelsen im Zentrum der unteren Talterrasse wirkte wie der zerbrochene Zahn eines alten Drachen. Über Jahrzehnte hatten Frost und eiserne Sturmböen das Gestein gespalten, bis nur noch eine rauhe, unebene Klippe aufragte, an deren Fuß die spärlichen Quelladern des Nordhangs im eisigen Boden versickerten.Kael stand mit nackten Oberarmen vor dem Koloss. Die kühle Morgenluft brannte auf seiner Narbenhaut, doch tief in seiner Brust ruhte eine schwere, stetige Glut. Es war nicht mehr das ungebändigte, verzehrende Zischen der Zornesmagie, die ihn einst in den Trainingshöfen des Klerus verbrannt hatte. Es war das flüssige, geerdet schmelzende Gold, das er unter Meister Oraz’ eiserner Zucht zu lenken gelernt hatte.Hinter ihm hatte sich die gesamte Siedlung versammelt.Da war Ren, der sich auf seine massive Holzbaustange stützte und den Atem in dichten Nebelwolken in den frostigen Himmel blies. Neben ihm stand Meio, die den Leinwandverband an ihrer geschonten Schulter
Last Updated: 2026-10-20

Käfig aus Licht
In der gefrorenen Festung gibt es keine echte Sonne. Seit Generationen überlebt die Menschheit im ewigen Polarwinter nur dank der monumentalen UV-Schreine des Klerus. Das weiße, gleißende Licht spendet Leben – und es hält die Moroi, die unbarmherzigen Kreaturen der Frostwüste, hinter den titanischen Mauern zurück. Niemand hinterfragt die heilige Glut. Niemand, außer Veda.
Als Lichtpflegerin der rußgeschwärzten Unterstadt weiß Veda, dass hinter den Wundern der Priester reine, kalte Mechanik steckt. Und noch etwas weiß sie: Das Licht fordert einen grausamen Tribut. Als ihre todkranke Schwester für die „Transzendenz“ – die heilige Opferung an die Bestien – ausgewählt wird, bricht für Veda eine Welt zusammen.
Um Minas Leben zu retten, wird Veda gezwungen, an einer tödlichen Expedition ins ewige Eis teilzunehmen, um ein ausgefallenes Außenrelais zu reparieren. Ihr Kommandant ist Alixandr – die legendäre, eiskalte Tötungsmaschine der Grenzwacht. Ein unnahbarer Killer, der seine Männer ohne Wimpernzucken in den Blizzard schickt, um das Gesetz des Gottes zu wahren. Er ist der treueste Hund des Regimes. Und er duldet keinen Zweifel.
Veda hasst seine emotionslose Härte. Alixandr misstraut ihrem messerscharfen, rebellischen Verstand.
Doch abgeschnitten von der Festung, mutterseelenallein im rasenden Sturm und belagert von den Kreaturen der Nacht, prallen ihre Welten ungebremst aufeinander. Vedas unerbittliche Logik beginnt, die eiserne Rüstung des Kommandanten Stück für Stück zu sezieren. Und tief in den gefrorenen Eingeweiden des Außenschreins stoßen sie auf etwas, das Alixandrs gesamten Glauben wie Glas zersplittern lässt.
Ein düsterer, hochelektrischer Slow Burn in einer Welt aus Ruß und Eis. Wenn die Masken der Götter fallen, bleibt nur noch die Hitze des anderen, um nicht zu erfrieren.
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Chapter: Kapitel 25: Der Riss im Gehorsam (POV: Veda)Der Basalt wich zurück, doch die Freiheit hinter der Messer-Klamm war eine Illusion.Was auf den Riss folgte, war keine schützende Senke, sondern der Geister-Grat – eine schmale, vom Wind nacktgefegte Eislappe, die sich wie eine krumme Messer-Klinge an der Steilwand des Massivs entlangzog. Zur Linken stürzte der Basalt zweihundert Klaster tief in eine bodenlose, weiße Nebelsee ab; zur Rechten ragte das Blauseis des Gletschers auf, glatt wie geschliffenes Glas und unter dem Druck der oberen Schneemassen kontinuierlich stöhnend.Der Sturm hatte seine Richtung gewechselt. Er blies nun nicht mehr in böigen Stößen, sondern starr, von der Seite her, mit einer Kraft, die den Eisstaub wie Schrotladungen gegen die Rüstungsteile brüllte.Veda stemmte sich mit dem gesamten Gewicht ihres Oberkörpers gegen den Führungsriemen des zweiten Schlittens.Ihre verbrannte linke Hand pochen unerbittlich, aber die rechte hielt den Riemen in einer eisernen Umklammerung. Um ihr Handgelenk war noch immer das L
Last Updated: 2026-11-01
Chapter: Kapitel 24: Der kalte Schnitt (POV: Alixandir)Der Geruch von rohem Eisen und gefrorenem Moroi-Galle hing wie eine schwere, giftige Decke im Schacht der Klamm.Alixandir stand zehn Schritt vom Trupp entfernt an der engsten Stelle des Basalt-Risses. Seine Steigeisen hatten sich zwei Zoll tief in den eisigen Untergrund gefressen. Mit dem Rücken lehnte er an der gefrorenen Felswand, die Klingen im verkehrten Griff senkrecht nach unten gerichtet. Seine Haltung wirkte auf jeden Beobachter wie die einer unerschütterlichen Statue aus gehärtetem Gusseisen.Doch unter dem schweren Brustpanzer tobte ein anderer Kampf.Das Kräutergift in seinen Adern ebbte ab. Die Wirkung des doppelten Elixiers, das er sich vor dem Aufstieg injiziert hatte, verflüchtigte sich im eisigen Luftzug der Klamm mit rasender Geschwindigkeit. Der Entzug kam mit der Wucht eines Vorschlaghammers.Ein kaltes, Brennen fraß sich von den Handgelenken durch die Unterarme bis in seine Schulterblätter. Alixandirs Sicht verengte sich zu einem grauen Röhrenfenster. Das Pochen h
Last Updated: 2026-10-31
Chapter: Kapitel 24: Der kalte Schnitt (POV: Alixandir)Der Geruch von rohem Eisen und gefrorenem Moroi-Galle hing wie eine schwere, giftige Decke im Schacht der Klamm.Alixandir stand zehn Schritt vom Trupp entfernt an der engsten Stelle des Basalt-Risses. Seine Steigeisen hatten sich zwei Zoll tief in den eisigen Untergrund gefressen. Mit dem Rücken lehnte er an der gefrorenen Felswand, die Klingen im verkehrten Griff senkrecht nach unten gerichtet. Seine Haltung wirkte auf jeden Beobachter wie die einer unerschütterlichen Statue aus gehärtetem Gusseisen.Doch unter dem schweren Brustpanzer tobte ein anderer Kampf.Das Kräutergift in seinen Adern ebbte ab. Die Wirkung des doppelten Elixiers, das er sich vor dem Aufstieg injiziert hatte, verflüchtigte sich im eisigen Luftzug der Klamm mit rasender Geschwindigkeit. Der Entzug setzte nicht schleichend ein; er kam mit der Wucht eines Vorschlaghammers.Ein kaltes, Brennen fraß sich von den Handgelenken durch die Unterarme bis in seine Schulterblätter. Alixandirs Sicht verengte sich zu einem g
Last Updated: 2026-10-30
Chapter: Kapitel 23: Die Messer-Klamm (POV: Veda)Der Whiteout besaß kein Zentrum; er war ein unendlicher, kochender Raum aus peitschendem Reif.Nach dem Überqueren des Glaskamms und dem Gefecht mit dem Moroi-Koloss hatte der Wind jede Kontur des Terrains ausradiert. Das Licht des Tages war zu einer fahlen, blau-grauen Scheibe geschrumpft, die schutzlos im Eismeer hing. Die Sichtweite betrug kaum mehr als die Länge einer Hellebarde. Jeder Schritt verlangte ein blindes Vertrauen in die Eisenkrallen der Steigeisen und in die schwere Spannung des Zugtaus, das sich wie eine eisige Sehne zwischen den Rumpfgurten der Überlebenden spannte.Veda ging dicht hinter der Ladefläche des zweiten Schlittens.Ihr linker Unterarm war eine Quelle stetigen, brennenden Schmerzes. Unter dem dichten Verband aus verzinntem Leinen und der fettigen Ringelblumen-Salbe fühlte sich die Haut wie eine straff gezogene, kochende Eisenplatte an. Jedes Mal, wenn die Kufen des Schlittens über eine verdeckte Eisrippe rüttelten und der Führungsriemen an ihrer gesunden H
Last Updated: 2026-10-28
Chapter: Kapitel 22: Die Zähne des Sturms (POV: Alixandir)Die Pampa besaß kein Erbarmen für Zögernde; sie besaß nur Vektoren aus Eis, Neigung und Wind.Der Nebel über der Glaskamm-Ebene hatte sich innerhalb weniger Minuten von einem grau-blauen Schleier in eine undurchdringliche, mörderische Wand verwandelt. Es war kein gewöhnlicher Schneefall. Ein polarer Fallwind, stürzend aus den unerschlossenen Höhen der Nordkette, trieb waagerechte Salven aus hohlen Eiskristallen vor sich her. Die Welt schrumpfte zusammen. Der Horizont existierte nicht mehr, der Boden ging nahtlos in das blindinge Weiß der Luft über, und die Sichtweite brach auf die Länge eines ausgestreckten Panzerschuhs ein.Alixandir ging an der Spitze der Zugkette. Jeder Schritt war ein kalkulierter Akt der Überwindung.Unter seinen Fußsohlen stanzten die Eisenkrallen seiner Steigeisen in das tückische Blauseis. Die stählernen Riemen seines Panzerharnischs schnitten durch den Bärenfellmantel tief in die Gewebe seiner Schultern, wo die gerissene Wunde unter den Salbenumschlägen wie e
Last Updated: 2026-10-28
Chapter: 21: Das weiße Heulen (POV: Veda)Der Aufbruch aus dem Schutz der Basaltnische fühlte sich an wie das Betreten eines offenen Mahlstroms.Zwei Stunden Rast im Schatten der Stelen hatten den Körpern der Kolonne keine echte Erholung gebracht; sie hatten das Eis nur tiefer in die Glieder sickern lassen. Das Feuer des kleinen Rußkochers war erloschen, der Gestank nach verbrauchtem Talg verflüchtigt. Als Vance und Miller die schweren Sturmseile lösten und die Heringe mit dumpfen Hammerschlägen aus den Spalten schugen, gefror der Schweiß auf der Haut der Männer augenblicklich zu einer klebrigen, kühlen Schicht unter ihren Hemden.Veda stand am Rand der Ladefläche des zweiten Schlittens und verzurrte die Werkzeugkiste mit der rechten Hand.Ihr linker Unterarm brannte unter der dicken Binde aus Salbentuch wie eine eingepresste Kohle. Die Brandwunde, auf der das flüssige Tiefenpech zu einer harten, glänzenden Schmelznaht erstarrt war, war steif geworden.Jede Bewegung der Finger zog unbarmherzig an den Rändern des rohen Fleisch
Last Updated: 2026-10-27