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Kapitel 4

Author: Quellrose
Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft, ihm zu antworten. Eine bodenlose Erschöpfung hielt mich gefangen.

Doch meine Reaktion traf Adrian offenbar. Er packte mich am Kragen, hob mich hoch und lachte vor Wut.

„Du hast mich dazu gezwungen, Lena. Eigentlich wollte ich es nach heute Nacht gut sein lassen. Aber jetzt wirst du jeden einzelnen Schmerz ertragen, den ich deinetwegen durchmachen musste.“

Er ließ mich los und winkte Fiona heran.

„Auf der Hochzeit, die Lena und ich geplant haben, wirst du die Braut sein.“

Fiona warf sich begeistert in seine Arme. „Wirklich? Dann soll Lena meine Brautjungfer werden. Vor fünf Jahren war ich ihre Brautjungfer. Jetzt ist sie an der Reihe. Nur das wäre fair.“

„Einverstanden. Sie wird dir als Brautjungfer sogar unsere Ringe bringen.“

Adrian starrte mich an und sprach jedes Wort so langsam aus, dass es sich wie eine Klinge in mein Herz bohrte.

Ungläubig hob ich den Kopf. Ich wollte widersprechen, doch meine Kehle war so wund, dass kein Laut herauskam. Verzweifelt schüttelte ich den Kopf.

Adrian grinste grausam. „Es tut weh, nicht wahr? Genau so habe ich mich gefühlt, als du vor fünf Jahren einen anderen geheiratet hast.“

Ich sah in sein von Hass verzerrtes Gesicht und verstand plötzlich.

Er wollte keine Gerechtigkeit. Er wollte lediglich, dass ich denselben Schmerz erlitt wie er damals. Je mehr ich litt, desto zufriedener war er.

Ich legte eine Hand auf mein taubes Herz und zwang mich zu einem Lächeln.

„Nein. Es tut nicht weh, Adrian. Ich empfinde nur noch puren, abgrundtiefen Ekel.“

Der Satz entfachte seine Wut vollends.

Er ließ Fiona los, packte mich und zerrte mich die Treppe hinauf. Ich wehrte mich, doch gegen seine Kraft hatte ich keine Chance.

Als wir an unserem Schlafzimmer vorbeikamen, hielt er kurz inne. Dann trat er die Tür zum Nebenzimmer auf, stieß mich hinein und zog die Tür zu.

Ich griff nach der Tür. „Lass mich raus ...“

Zu spät.

Von draußen sagte Adrian kalt: „Du findest mich widerlich? Heute Nacht wartet noch etwas viel Widerlicheres auf dich. Fiona, komm nach oben.“

Bei diesen Worten gefror ich auf der Stelle zu einer Salzsäule. Eine eisige Kälte kroch mir bis ins tiefste Mark.

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