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Aus Sehnsucht wird ein fernes Land

Aus Sehnsucht wird ein fernes Land

By:  QuellroseCompleted
Language: Deutsch
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Auf dem Rückweg vom Standesamt sagte Adrian Stein plötzlich: „Ich habe dich betrogen.“ Er deutete auf den Beifahrersitz und lächelte grausam. „Gestern saß sie genau dort, hat mich geküsst und trug etwas verdammt Aufreizendes. Ich konnte nicht widerstehen und habe mit ihr geschlafen.“ Zum zweiten Mal wurde ich verraten. Der Schmerz schnürte mir die Kehle zu. Adrian schwelgte geradezu in der Erinnerung. „Jetzt verstehe ich Julian. Fiona ist eben viel weiblicher als du.“ Julian Kern war mein Exmann, Fiona König einst meine beste Freundin. Vor fünf Jahren hatte ich die beiden im Bett erwischt. Als meine Welt zerbrach, war Adrian derjenige gewesen, der mich rettete. Und nun hatte auch er mich ausgerechnet wegen derselben Frau verraten.

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Chapter 1

Kapitel 1

Eine unsichtbare Hand schien mir die Kehle zuzudrücken.

Erst nach einer Ewigkeit fand ich meine Stimme wieder. Zitternd fragte ich: „Warum?“

Warum hatte er mich betrogen und trotzdem geheiratet? Warum musste er mir ausgerechnet im glücklichsten Moment meines Lebens die Wahrheit ins Gesicht schleudern?

Adrian blinzelte irritiert. Dann brach er plötzlich in lautes Gelächter aus.

„Du hast gewonnen.“

Verständnislos sah ich ihn an.

Im nächsten Augenblick erklang über die Freisprechanlage eine vertraute Frauenstimme: „Dann nimmst du heute Abend aber meinen Lieblingsgeschmack – Erdbeere.“

Meine Augen weiteten sich. Alles Blut in meinem Körper schien zu gefrieren.

Adrian sagte: „Fiona und ich haben gewettet, wie du reagierst, wenn du von meinem Seitensprung erfährst. Ich meinte, du würdest mir eine Ohrfeige geben. Sie war sicher, dass du nur fragen würdest, warum.“

Er hob eine Braue. „Wenn ich gewinne, trägt sie schwarze Nylons. Wenn sie gewinnt ... Na ja, du hast es gehört.“

Wieder kam Fionas Stimme aus den Lautsprechern. „Lena Bergmann, fünf Jahre sind vergangen, und du bist noch genauso erbärmlich wie damals. Nur dein Geschmack bei Männern ist unverändert gut. Den hier mag ich nämlich auch.“

Ihr spöttisches Lachen ließ meine Glieder taub werden.

Vor meinem inneren Auge war ich plötzlich wieder fünf Jahre in der Vergangenheit.

Damals hatte ich eine Dienstreise vorzeitig beendet, um Julian an seinem Geburtstag zu überraschen. Als ich die Wohnung betrat, erwischte ich ihn und Fiona dabei, wie sie es am Fenster miteinander trieben.

Julian war vor Schreck wie gelähmt. Fiona dagegen zündete sich selbstgefällig eine Zigarette an.

„Tut mir leid, Lena. Ich war allein und gelangweilt. Da habe ich mir deinen Mann eben kurz ausgeliehen.“

Auch damals hatte ich geweint und beide nur gefragt: „Warum?“

Ihre Lippen bewegten sich, doch meine Ohren waren wie mit Watte verstopft. Kein einziges Wort drang zu mir durch.

Erst als Fiona und Julian kreidebleich aufschrien und ein stechender Schmerz meinen Unterleib zerriss, kam ich wieder zu mir. Ich blickte hinab. Unter mir war alles voller Blut.

An diesem Tag verlor ich die drei wichtigsten Menschen meines Lebens: meine beste Freundin seit zehn Jahren, meinen Ehemann seit einem Jahr und das Kind, das ich seit drei Monaten unter dem Herzen getragen hatte.

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