LOGINAuf dem Rückweg vom Standesamt sagte Adrian Stein plötzlich: „Ich habe dich betrogen.“ Er deutete auf den Beifahrersitz und lächelte grausam. „Gestern saß sie genau dort, hat mich geküsst und trug etwas verdammt Aufreizendes. Ich konnte nicht widerstehen und habe mit ihr geschlafen.“ Zum zweiten Mal wurde ich verraten. Der Schmerz schnürte mir die Kehle zu. Adrian schwelgte geradezu in der Erinnerung. „Jetzt verstehe ich Julian. Fiona ist eben viel weiblicher als du.“ Julian Kern war mein Exmann, Fiona König einst meine beste Freundin. Vor fünf Jahren hatte ich die beiden im Bett erwischt. Als meine Welt zerbrach, war Adrian derjenige gewesen, der mich rettete. Und nun hatte auch er mich ausgerechnet wegen derselben Frau verraten.
View MoreAdrian holte mich nicht ein.Es fehlten nur wenige Sekunden. Kaum saß ich im Taxi, kam er aus dem Gebäude gerannt. Er lief lange hinter dem Wagen her, bis seine Kräfte versagten, und rief mich danach ununterbrochen an.Ich nahm nicht ab.Bereits am Vortag hatten wir die Scheidung vollzogen. Ich hatte behauptet, nach der Hochzeitsfeier würden wir gleich wieder heiraten – doppeltes Glück an einem Tag.Er hatte mir törichterweise geglaubt.Seine Freude, die ich mit dieser Lüge erzeugt hatte, bereitete mir keine Genugtuung. Sie hinterließ nur endlose Melancholie.Als ich damals auf dem Operationstisch sterben wollte, hatte ich die Worte meiner Psychiaterin gehört.Während meiner Behandlung hatte sie meine Abhängigkeit von Adrian erkannt und mich vorsichtig gewarnt. Ich hatte ihr nicht geglaubt. Doch auf dem Operationstisch hörte ich dieselben Worte mit einem völlig veränderten Blick.Nicht der Wunsch zu leben brachte mich zurück, sondern der Gedanke, dass ich nur lebend gegen jene zurücksc
Da Lena darauf bestand, ihre Beziehung neu aufzubauen, schliefen sie in getrennten Zimmern.Eines Tages kam sie mit einem Teller voller Mangostücke zu Adrian, der gerade arbeitete. Ihr Lächeln war strahlend.„Adrian, ich glaube, ich erinnere mich an etwas.“Er erstarrte. In seinem Gesicht mischten sich Hoffnung und Angst.„Du liebst Mangos. Vor Feierabend hast du mich jeden Tag angerufen und gebeten, dir einen Teller davon vorzubereiten.“Die Worte trafen ihn wie Eiswasser.Julian liebte Mangos. Die Erinnerung galt nicht Adrian, sondern ihrem Exmann.Als er schwieg, musterte Lena ihn misstrauisch. „Warum isst du nicht? Habe ich mich geirrt? Aber ich weiß genau, dass mein Mann Mangos liebt. Hatte ich etwa noch einen anderen Ehemann?“„Natürlich nicht! Ich bin es. Ich liebe Mango. Ich bin nur so glücklich, dass mir die Worte fehlen.“Um es zu beweisen, aß Adrian Stück um Stück. Schon bald bedeckten rote Quaddeln seine Arme und seinen Rücken. Beide taten, als sähen sie nichts.Lächelnd re
Natürlich war Lena mit solchen Heiratsurkunden nicht zufrieden.Aus unerfindlichen Gründen war sie seit ihrer angeblichen Amnesie reizbarer geworden. Sie schleuderte alles, was sie tragen konnte, nach Adrian und klagte mit geröteten Augen: „Du kannst nicht einmal unsere Urkunden ordentlich aufbewahren. Du liebst mich überhaupt nicht. Ich will die Scheidung!“Das Wort Scheidung versetzte Adrian in Panik.Er fiel vor ihr auf die Knie. „Es war meine Schuld. Wir können neue Dokumente beantragen. Diesmal passe ich gut darauf auf. Bitte glaub mir.“Erst nachdem er wiederholt vor ihr gekniet und ihr eine achtstellige Summe überwiesen hatte, willigte Lena am Tag ihrer Entlassung ein, mit ihm neue Urkunden zu beantragen.Beim Einsteigen setzte sie sich allerdings auf die Rückbank.Adrian erinnerte sich daran, dass ihr dort schnell übel wurde. Lächelnd sagte er: „Schatz, hast du vergessen, dass dir hinten schlecht wird?“Lena sah aus dem Fenster. „Ich will nicht vorne sitzen. Ich glaube, auf dem
Lena wachte am dritten Tag nach der erfolgreichen Operation auf.Adrian, der drei Tage und Nächte an ihrem Bett gewacht hatte, sprang sofort auf. „Lena, du bist wach. Tut dir etwas weh?“Sie hielt kurz inne. Unter der Decke ballte sie die Hand zur Faust. Dann schüttelte sie den Kopf und fragte neugierig: „Wer sind Sie?“Adrian erstarrte, doch in seinem Inneren brach Jubel aus.Während er auf ihr Erwachen gewartet hatte, hatte er unzählige Entschuldigungen und Erklärungen einstudiert. Er war bereit gewesen, Lena noch einmal von Anfang an zu erobern. Mit einer Amnesie hatte er nicht gerechnet.Sie gab ihm die Chance, alles neu zu beginnen.Er verbarg seine Erregung. „Ich bin dein Ehemann. Wir haben letzte Woche geheiratet, und Ende dieses Monats sollte unsere Feier stattfinden.“Nach einer Pause fügte er hinzu: „Vor ein paar Tagen bist du aufs Dach gestiegen, um die Sterne anzusehen, und versehentlich heruntergefallen. Du musst dich erst erholen. Danach holen wir die Hochzeit nach.“Auße





