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Kapitel 4

Author: Echo
Alessandro runzelte leicht die Stirn, als er bemerkte, dass ich zu Marco hinübersah. Einen Moment lang sagte er nichts mehr, dann zog er seinen Blick langsam von mir zurück.

Er setzte sich wieder auf das Sofa und blätterte durch meinen Bericht.

„Das ist gut. Perfekt, um genau zu sein.“

Marcos Gesicht hellte sich sofort auf. „Wirklich, Don?“

„Das ist die detaillierteste Marktanalyse, die ich je gesehen habe“, sagte Alessandro. Seine Stimme war ruhig und voller Anerkennung. „Lilianas Fähigkeiten sind beeindruckend.“

Ein warmer Anflug von Stolz durchströmte mich. Ein Kompliment vom Don persönlich war alles andere als selbstverständlich.

Die Atmosphäre lockerte sich ein wenig, und Marco wagte sogar einen Scherz. „Don, das ist das erste Mal, dass ich Sie so freundlich zu einer Frau erlebe. Normalerweise können Sie Frauen doch kaum ausstehen…“

Er brach abrupt ab, als Alessandro ihm einen eisigen Blick zuwarf. Marco sank wieder in seinen Sitz zurück.

Ich warf Alessandro einen kurzen, neugierigen Blick zu.

Der Don hasste Frauen?

Warum war er mir dann eben so nahe gekommen?

„Liliana“, sagte Alessandro und wandte sich mir zu. „Ich benötige heute Abend eine Begleitung für ein wichtiges Geschäftsessen. Du wirst mich begleiten.“

Es war keine Frage. Es war ein Befehl.

„Natürlich. Es wäre mir eine Ehre“, antwortete ich schnell.

„Gut. Meine Assistentin wird alles für dich arrangieren“, sagte Alessandro und erhob sich. „Triff mich um Punkt sechs in der Lobby.“

Zwei Stunden später war ich in einem exklusiven Salon.

Ein Team von Stylisten arbeitete an meinen Haaren und meinem Make-up.

Zu meiner Überraschung waren das Kleid und der Schmuck, die für mich vorbereitet worden waren, genau nach meinem Geschmack.

Ein schlichtes, elegantes, tiefblaues Seidenkleid.

Die Diamantkette war schlicht und von makelloser Eleganz.

„Das wurde alles auf Anweisung von Herrn Falcone vorbereitet“, erklärte seine Assistentin. „Er sagte, wir sollen einen Stil auswählen, der perfekt zu Ihnen passt.“

Eine Welle der Verwirrung stieg in mir auf.

Woher sollte Alessandro Falcone meinen Stil kennen?

Um Punkt sechs stand ich in der Lobby.

Als Alessandro mich sah, flackerte ein Hauch von Bewunderung in seinen Augen auf.

„Du siehst wunderschön aus“, sagte er und bot mir seinen Arm an. „Bereit?“

Meine Wangen wurden heiß, als ich meine Hand sanft auf seinen Arm legte.

Das Abendessen fand in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Innenstadt statt. Die politische und wirtschaftliche Elite Chicagos war anwesend, sowie andere Größen der Unterwelt. Alle waren makellos gekleidet.

„Willst du tanzen?“, fragte Alessandro, als die Musik einsetzte.

Ich nickte, und er führte mich auf die Tanzfläche.

Seine große Hand ruhte auf meinem unteren Rücken. Seine Berührung war überraschend heiß – sie brannte durch den Stoff meines Seidenkleids und ließ meine Knie nachgeben.

Während wir tanzten, zog Alessandro mich immer näher an sich heran, bis mein Körper fest an seine Brust gepresst war. Ich konnte die Wärme spüren, die von ihm ausging.

Seine Lippen streiften absichtlich mein Ohrläppchen und jagten mir einen Schauer über den Rücken.

Aus irgendeinem Grund schossen mir plötzlich Rex und sein freches, schmutziges Gerede in den Kopf.

Dieses Gefühl … es war genau dasselbe.

Ich schüttelte mich. Reiß dich zusammen. Hör auf, an diesen Mistkerl zu denken.

Als der Tanz endete, war ich erhitzt und außer Atem. Alessandro hingegen hatte nur ein leichtes, zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

„Don Falcone, und wer ist diese reizende Dame?“, fragte ein Mann mittleren Alters, als er zu uns trat.

Alessandros Arm legte sich fester um mich und zog mich besitzergreifend näher, aber er beantwortete die Frage des Mannes nicht.

Seine Geste war Antwort genug.

Etwas verlegen flüsterte ich ihm ins Ohr: „Ich glaube, ich brauche eine Pause.“

Ich ging zum Desserttisch und nahm mir ein Stück Schokoladenkuchen.

„Du hast da etwas an der Lippe“, sagte Alessandro und erschien an meiner Seite. Er streckte die Hand aus und strich mir mit dem Daumen sanft einen Krümel aus dem Mundwinkel.

Die Geste war so intim, so selbstverständlich – als wären wir längst ein Paar.

Die Leute um uns herum starrten uns an.

Als ich sein Gesicht so nah an meinem sah, spürte ich, wie mein Herz gegen meine Rippen hämmerte.

So viel also zu seinem angeblichen Frauenhass – und seinem angeblichen Enthaltsamkeit, dachte ich trocken.

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