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Die tödliche Rache der Exfrau

Die tödliche Rache der Exfrau

By:  AnonymCompleted
Language: Deutsch
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Dante Falcone schleuderte mir die verdammten Scheidungspapiere zum sechsten Mal vor die Füße und zwang mich, meine Unterschrift darunterzusetzen. Diesmal kämpfte ich nicht mehr dagegen an. Er ließ den Füller langsam sinken. Für einen Augenblick wurde es so still im Raum, dass selbst die Luft schwer wirkte. Seine dunkelbraunen Augen ruhten auf mir. Kalt. Durchdringend. Als wollte er mir die letzten Reste meiner Seele aus dem Körper reißen. „Warum bist du diesmal so fügsam, Sophia?“ Seine Stimme war leise, doch darin lag diese gefährliche Schärfe, die ganze Männer zum Schweigen brachte. „Oder ist das wieder eines deiner kleinen Spielchen? Vergiss nicht, wer du bist. Frau Falcone.“ Ich zog den Rubinring von meinem Finger. Das Zeichen der Donna dieser Familie. Damals, auf Sizilien, hatte er ihn mir angesteckt, als er um meine Hand anhielt. Jetzt legte ich ihn langsam auf seinen Schreibtisch. Auf dieses Stück dunkles Holz, das schon Blut, Geld und gebrochene Schwüre gesehen hatte. Meine Stimme blieb ruhig. So ruhig wie die eines Menschen, der innerlich längst gestorben war. „Nein, Dante. Ich bin einfach nur müde.“ Ich sah ihm direkt in die Augen. „Deine Welt ist mir zu laut geworden.“

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Chapter 1

Kapitel 1

Lange sagte keiner von uns ein Wort.

Dante schloss die Mappe, lehnte sich zurück und ließ sich in seinen teuren italienischen Ledersessel sinken. Dann nahm er eine Schere, kappte die Spitze einer kubanischen Zigarre und zündete sie mit quälender Langsamkeit an. Hinter dem aufsteigenden Rauch blieb sein Gesicht vollkommen undurchdringlich.

„So eilig ist es im Grunde nicht. Du hast zwar unterschrieben, aber die Anwälte sind noch mit der Aufteilung der Trusts beschäftigt. Eine komplizierte Sache.“

„Bis der Richter das endgültige Scheidungsurteil unterzeichnet, bist du rein rechtlich immer noch meine Frau.“

„Außerdem kandidiert Olivia demnächst für den Vorsitz der Falcone Charity Foundation. Das ist unser wichtigster Schritt, um unseren Namen in New York wieder sauber wirken zu lassen.“

„Und du tauchst ständig im Massachusetts General Hospital auf. Du machst bei ihren Spenden-Dinners Ärger. Das bringt die Familie in Verlegenheit. Ein paar alte Herren im Vorstand sind darüber alles andere als erfreut.“

Ich antwortete nicht.

Ich hielt nur den Stift fest und setzte Strich für Strich meinen Namen unter die Vereinbarung.

Sophia Rossi.

Mein echter Name.

Als ich fertig war, hob ich den Kopf und sah dem Mann direkt in die Augen, der die Unterwelt von Boston beherrschte.

„Keine Sorge. Es wird nicht wieder vorkommen.“

Dantes Finger, zwischen denen die Zigarre klemmte, hielten kurz inne.

Der Rauch legte sich wie ein Schleier über sein schönes, kaltes Gesicht. Einen Augenblick später richtete er sich auf. In seiner Stimme lag etwas kaum Hörbares. Gereiztheit. Und eine Drohung.

„Gut. Ich hoffe, das bleibt so.“

„Sonst ... du weißt, was passiert, wenn man sich dem Willen der Familie widersetzt, Sophia. Hier hört niemand deine Schreie.“

Mein Körper zitterte unwillkürlich.

Beim letzten Mal, als er mich zur Scheidung drängen wollte, war ich völlig zusammengebrochen.

Ich hatte die Beweise veröffentlicht, dass Olivia Ricci meine Labordaten gestohlen hatte. Auf Twitter. Auf Reddit. Überall dort, wo die Familie sie nicht sofort verschwinden lassen konnte. Die Screenshots zeigten eindeutig, dass die Kerndaten ihrer Studie über ein neues Opioid, die in „The Lancet“ erschienen war, direkt aus meinen Notizen von vor zwei Jahren stammten.

Und was war das Ergebnis?

Dante hetzte die Anwälte der Familie auf mich. Sie zerrten mich vor das Bundesgericht in Boston und klagten wegen Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und Verleumdung.

Danach tauchte meine Adresse im Netz auf.

Olivias fanatische Anhänger, hieß es.

In Wahrheit waren es die bezahlten Trolle der Familie. Sie entfesselten in den sozialen Medien eine Hetzkampagne, die mich endgültig brechen sollte.

Nachdem der Richter Olivia recht gegeben hatte, stand Dante genau so vor mir. In seinem maßgeschneiderten Tom-Ford-Anzug sah er von oben auf mich herab, während ich weinend auf dem Boden zusammenbrach.

Er hob nur eine Augenbraue. Um seinen Mund lag das grausame Lächeln eines Mannes, der seinen Sieg längst eingeplant hatte.

„Na, Liebes? Zufrieden mit dem Ergebnis?“

„Jetzt weißt du, dass es Familien gibt, mit denen man sich niemals anlegt.“

Seltsam.

Damals hatte sich der Schmerz angefühlt, als würde er mir die Luft aus der Brust pressen. Ich war so verzweifelt gewesen, dass ich sterben wollte.

Doch heute, wenn ich daran zurückdachte, blieb in mir alles still.

Keine Wut.

Kein Schmerz.

Nur bittere Ironie.

Als ich mit meinem Louis-Vuitton-Koffer durch das Tor der Villa auf Beacon Hill trat, blieb ich im kalten Wind stehen und sah auf das One-Way-Ticket in meiner Hand.

Erst in diesem Moment begriff ich es wirklich.

Ich entkam dieser Ehe, die mich in die Hölle gezerrt hatte.

Und ich entkam lebend.
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