MasukSloanes PerspektiveDrei Tage. Ich hatte sie gezählt wie Münzen.In der dritten Nacht saß ich auf meinem Bett, das Handgelenk unter der Lampe nach oben gedreht, und starrte auf die Daten, die ich dort mit Tinte vermerkt, wieder abgewaschen und erneut aufgemalt hatte. T., 3. April. T., 3. Mai. T., 3. Juni. Ich wusste, an wen sie auf dem Papier gerichtet waren. Ich wusste immer noch nicht, wer mir die Hand entgegenstreckte.Ich hatte Seite sieben nicht gefunden. Ich hatte Bernard nicht gefunden. Ich hatte nicht eine einzige Sache gefunden, die ich mit nach Hause nehmen konnte.Oscar hatte mich bei drei Abendessen angelächelt, und jedes Lächeln fühlte sich an wie eine Hand, die sich langsam schloss.Die Zeit ist um, sagte Lucien leise in meinem Kopf.&nb
Aus Luciens SichtIch spürte, wie sie stürzte, noch bevor ich ihren Schrei hörte.Elf Minuten später stand ich im Schlamm an der Grenze; meine Rippen brannten, und Vinces Hand lag flach auf meiner Brust.„Wenn du diese Linie überschreitest“, sagte er, „dann bekommt Oscar, was er will. Einen Krieg – und einen Grund dafür.“„Sie hing an einem Balkon.“„Sie lebt. Du hast es gespürt. Sie lebt.“Ich hatte es gespürt. Ihre Todesangst war wie eine Klinge durch mich hindurchgefahren, und danach war da noch ihr Puls – sie rang noch immer nach Luft. Dann folgte diese dünne, zittrige Ruhe, die sie sich mühsam auferlegt hatte, um mit mir sprechen zu können.
Aus Sloanes SichtBericht.Mittags, während ich im Wintergarten so tat, als würde ich lesen, drang seine Stimme in meinen Kopf. Diesmal zuckte ich nicht zusammen. Ich hatte gelernt, still und lautlos zu bleiben und die Verbindung für mich sprechen zu lassen.Guten Morgen auch dir.Es ist Nachmittag. Bericht, Kleine.Oscar ist um neun Uhr am Hof der Ältesten aufgetaucht. Bella versucht, ihren Schuldgefühlen im Schlaf zu entkommen. Laut Hannah ist das Arbeitszimmer bis vier Uhr leer.Und das Hauptbuch?Wieder in seinem Schrank. Unberührt. Ich habe es auch nicht gefressen. Ich habe eine Seite umgeblättert, die ich noch nicht gelesen hatte. Er will, dass ich das tue.Eine Pause. Ich konnte ihn denk
Aus Ryans PerspektiveSie hat mich nicht gesehen.Das sagte ich mir, während ich um zwei Uhr morgens im Regen stand, das Telefon am Ohr, den Blick zu ihrem Fenster gerichtet. Der Vorhang war ein Stück hochgezogen – vielleicht einen Zoll breit. Dann fiel er wieder zu.Sie hatte mich gesehen. Ich lächelte trotzdem.„Ist sie es?“, knisterte Oscars Stimme aus der Leitung. „Beobachtet sie dich?“„Nein.“„Du lügst.“„Vielleicht.“ Ich wischte mir den Regen vom Kiefer. „Spielt das eine Rolle?“„Alles spielt eine Rolle, Taylor; nur so habe ich es so lange ausgehalten“, sagte er.Ich legte auf, b
Aus Sloanes Perspektive„Drei Tage“, sagte Lucien am Tor. „Emma weicht nicht von deiner Seite.“„Ich weiß.“„Wenn ich auch nur das Geringste von Kopfschmerzen spüre –“„Dann brennst du das Haus nieder. Ich weiß noch.“ Ich legte meine Handfläche flach auf seine Brust, über den Verband. „Ich kehre nicht zurück, weil du mich geschickt hast, Lucien. Ich kehre zurück, weil ich es will.“Sein Kiefer spannte sich an. „Partnerin.“„Partnerin, keine Waffe.“Er küsste mich vor den Augen zweier Wachen – es war ihm völlig egal. Dann stieg ich ins Auto, die Tore von Blackstone schlossen sich hinter mir, und das Band zwischen uns dehnte sich – dünn und warm – und hielt stand.Moonlight sah aus wie immer. Die Fenster beobachteten mich, während ich die Auffahrt hinauffuhr.Oscar wartete auf der Treppe.„Sloane.“ Er nahm meine Hände. „Gott sei Dank. Ich habe von dem Unfall am See gehört. Schrecklich, einfach schrecklich. Ein Bremsdefekt, hieß es. Diese alten Straßen …“Ein Unfall.Ich ließ meinen Gesi
Aus Sloanes PerspektiveNiemand sagte ein Wort.Regen tropfte von Ryans Haar auf den Teppich. Er wischte ihn nicht weg.„Emma muss beobachtet worden sein“, sagte er schließlich. „Jemand hat gesehen, wie sie zu diesem Stein ging. Nur so konnte er geleert worden sein.“„Wer wusste von dem Übergabepunkt?“, fragte Lucien.„Du. Ich. Vince. Emma.“ Ryans Kiefer mahlte. „Und Sloane.“Er sprach meinen Namen sanft aus, als würde er ihn mir zurückgeben.Ich sagte nichts. Ich saß auf der Bettkante – die Fäden der Wundnähte zogen an meinem Haaransatz – und beobachtete seine Hände. Sie waren regungslos. Zu regungslos für einen Mann, der mitten in der Nacht schlechte Nachrichten überbringt.„Ich werde herausfinden, wer es war“, sagte Ryan. „Gib mir zwei Tage.“Lucien nickte langsam. Wegen des Verbands unter seinem Hemd bewegte er sich vorsichtig, als trüge er etwas bei sich, das leicht überschwappen könnte. „Danke, Ryan.“„Dank mir lieber noch nicht.“„Ich danke dir trotzdem. Du hättest bei diesem W
Sloanes SichtSeine Brust hob und senkte sich langsam. Heute Abend war ich nicht mehr Sloane, das naive Mädchen, das ihrem Schwarm einen Brief geschrieben hatte. Ich war Sloane, Luciens Vertragsfrau. Sein Penis stand steif zwischen seinen Schenkeln, die Adern pulsierten schnell mit jedem Atemzug, u
Sloanes Sicht.Ich keuchte auf, als Lucien mich vom Boden hob und aufs Bett legte. Er lehnte sich nicht von mir weg, sein Gesicht war so nah, dass ich schlucken musste.Sein Körper presste sich gegen meine nackten Brüste, und seine Hand wanderte zu meinem Rücken. Unbewusst bog ich mich vom Bett weg
Sloanes Sicht.Man sagt, Omegas seien bedeutungslos. Man erinnert uns daran, dass wir nichts wert sind. Deshalb kann jemand wie ich nicht einmal davon träumen, mit jemandem wie Lucien zusammen zu sein. Was er mir damals im College angetan hat, hat es nur bestätigt.Omegas wie ich werden behandelt,
Sloanes Sicht.Ein Klopfen an Dads Arbeitszimmer genügte. Ohne auf Erlaubnis zu warten, drehte ich den Türknauf und stieß die Tür auf.Dad saß auf dem Drehstuhl, seine Hand trommelte langsam auf dem Schreibtisch.„Willst du das wirklich tun?“, fragte ich und blieb vor ihm stehen.Unsere Blicke traf







