MasukANGELAS POVVier Wochen vor der Hochzeit hörte der Winter endlich auf zu verhandeln.Die Kälte hielt über Nacht mit klarer Entschlossenheit Einzug. Ich wachte auf und spürte sie an der Beschaffenheit der Stille – daran, wie sich Geräusche anders ausbreiteten, wenn die Luft scharf wie Zähne war. Liam war neben mir bereits wach. Ein Arm lag hinter seinem Kopf, während er beobachtete, wie das dünne Licht über die Decke wanderte. Eine Weile sagte keiner von uns etwas. Das Zimmer bewahrte die Restwärme der Nacht und das Wissen, dass das Datum im Kalender inzwischen schwer genug geworden war, um es wirklich zu spüren.„Vier Wochen“, sagte ich schließlich.„Vier Wochen.“Er drehte den Kopf auf dem Kissen und sah mich an. Die Frage musste inzwischen nicht mehr laut gestellt werden. Ich nickte einmal. Es fühlte sich immer noch richtig an. Er atmete leise aus und griff unter der Decke nach meiner Hand.Wir standen später als gewöhnlich auf. Die Kälte verlangsamte alles auf eine Weise, die mich
KAPITEL 165LIAMS POVIn der fünften Woche hielt die Kälte endgültig Einzug. Es war jene Art von Kälte, durch die die Eishalle einen schärferen Geruch bekam und der Weg vom Auto bis zum Eingang länger erschien. Ich bemerkte es, sobald ich an diesem Morgen nach draußen trat. Die Luft war klar und frisch und trug jene metallische Schärfe in sich, die bedeutete, dass der Winter nicht länger verhandelte. Angela saß noch am Tisch und trank ihren Kaffee aus, als ich mich auf den Weg machte. Sie blickte auf, lächelte kurz und sagte mir, ich solle ihr schreiben, falls die Trainingseinheit länger dauern sollte. Gewöhnlich. Beständig. Eine Art des Abschieds, die kein zusätzliches Gewicht mehr brauchte, um sich vollständig anzufühlen.In der Eishalle hatte das kältere Wetter die Teilnehmerzahl verringert, nicht aber ihre Konzentration. Die Kerngruppe der Kinder kam in dickeren Jacken und Handschuhen an, die noch immer viel zu groß waren. Ihre Gesichter zeigten jene besondere Entschlossenheit von
KAPITEL 164ANGELAS POVDie sechste Woche vor der Hochzeit begann unter einem Himmel, aus dem es endlich aufgehört hatte zu regnen. Die Luft trug die klare, scharfe Kälte des nahenden Winters in sich, und das Licht, das durch die Vorhänge fiel, besaß jene besondere, zarte Klarheit, die es nur im späten Herbst gab. Ich wachte vor dem Wecker auf und blieb lange reglos liegen, während ich Liam neben mir atmen hörte. Sein Arm lag mit dem vertrauten Gewicht um meine Taille, das zu einer der beständigen Gewissheiten meiner Morgen geworden war. Sechs Wochen. Nah genug, dass sich das Datum inzwischen wie ein echter Termin im Kalender anfühlte und nicht mehr wie eine weit entfernte Jahreszeit. Weit genug, dass die gewöhnlichen Tage noch immer in erster Linie sich selbst gehörten.Vorsichtig schlüpfte ich unter seinem Arm hervor. Er gab ein leises, missbilligendes Geräusch von sich, wachte aber nicht vollständig auf. In der Küche setzte ich Kaffee auf und blieb am Fenster stehen, während die Ma
LIAMS POVDie siebte Woche vor der Hochzeit begann unter einem Himmel, dessen Farbe an nassen Stein erinnerte. Seit dem frühen Morgen hatte es ununterbrochen geregnet. Der Regen war sanft und beständig, von jener Art, die die Straßen der Stadt in dunkle Spiegel verwandelte und die Wohnung im Gegensatz dazu kleiner und wärmer erscheinen ließ. Ich wachte vom Geräusch des Regens auf, der gegen die Fenster prasselte, und von den leisen, vertrauten Geräuschen, die verrieten, dass Angela sich bereits in der Küche bewegte – das Klicken der Kaffeemühle, das sanfte Rauschen des Wassers und jene besondere Ruhe, die sie bewahrte, damit sich der Morgen für uns beide nicht gehetzt anfühlte.Ein paar Minuten blieb ich regungslos liegen und lauschte.Die häuslichen Zeichen ihrer Anwesenheit schafften es noch immer, etwas in mir zur Ruhe zu bringen, das früher ständig unruhig geblieben war. Als ich schließlich aufstand und zu ihr in die Küche ging, reichte sie mir wortlos eine Tasse und drückte mir e
ANGELAS POVDie achte Woche vor der Hochzeit begann mit einem Morgen, der so still war, dass selbst die Stadt den Atem anzuhalten schien. Ich erwachte im sanften, grauen Licht des Spätherbstes, das durch die Vorhänge fiel, und spürte das vertraute Gewicht von Liams Arm, der um meine Taille lag. Lange Zeit bewegte ich mich nicht. Ich blieb einfach liegen und nahm die kleinen, gewöhnlichen Beweise für das Leben in mich auf, das wir gemeinsam aufgebaut hatten: den gleichmäßigen Rhythmus seiner Atmung, den schwachen Duft des Waschmittels, das wir beide mochten und mit dem unsere Bettwäsche gewaschen worden war, und das kühle Metall des Rings an meinem Finger, als ich mich ein wenig bewegte.Acht Wochen.Inzwischen war der Tag nahe genug, dass sich das Datum wie ein wirklicher Termin anfühlte und nicht mehr wie eine weit entfernte Jahreszeit. Gleichzeitig lag es noch weit genug in der Zukunft, dass die Tage in erster Linie weiterhin sich selbst gehörten.Vorsichtig glitt ich unter seinem A
ANGELAS POVDie elfte Woche vor der Hochzeit begann mit einem Morgen, der so klar und kühl war, dass das Licht, das durch die Vorhänge fiel, sich wie eine unbeschriebene, saubere Seite anfühlte. Ich wachte vor Liam auf, so wie es mir manchmal immer noch passierte, und lag da, während ich dem gleichmäßigen Rhythmus seiner Atmung lauschte. Die Wohnung war von jener besonderen Stille erfüllt, die ein Tag mit sich brachte, der noch nichts von uns verlangt hatte. Als ich mich bewegte, fing der Ring an meiner Hand einen schmalen Lichtstreifen ein. Ich drehte ihn einmal mit dem Daumen, eine kleine, private Bewegung, die inzwischen ebenso automatisch geworden war wie ein Blick auf die Uhr.Elf Wochen.Nah genug, dass die Hochzeitsvorbereitungen inzwischen eine sanfte, nach vorn gerichtete Schwerkraft entwickelt hatten. Weit genug entfernt, dass die gewöhnlichen Tage in erster Linie noch sich selbst gehörten. Wir hatten dieses Gleichgewicht ganz bewusst geschützt. Der Veranstaltungsort im Gart







