LOGINMerricks Gesichtsausdruck verschloss sich. Pagan schaute weg. Lyon atmete aus – lang und langsam, die Augen für einen halben Moment geschlossen, als versuchte er, zurückzuhalten, was er sagen wollte.Charise spürte die Schuld einen Herzschlag später. Der Tadel ihres Wolfs kam sofort.Du verletzt sie.„Ich weiß“, flüsterte sie, zu leise, als dass jemand anderes es hören konnte. Ihre Kehle brannte. „Götter, ich weiß.“„Verdammt.“ Sie fluchte, warf ihre Serviette auf den Teller, stützte die Ellbogen auf den Tisch und ließ den Kopf in ihre Hände sinken, bevor sie tief einatmete. Sie fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, schüttelte den Kopf und stand abrupt auf. „Das hätte ich nicht sagen sollen.“Merrick begann aufzustehen, doch sie hob
Die Wärme des Wolfs pulsierte gegen ihre Gedanken. Das ist anders. Sie haben keine Angst vor dem, was du bist. Sie haben sich bereits für dich entschieden.Sie blieb stehen. Die Worte trafen hart und zogen etwas in ihrer Brust straff. Für mich entschieden?Ihr Puls stolperte. „Oder hat die Verbindung für sie entschieden?“, flüsterte sie, ihr Blick huschte zum sonnenbeschienenen Boden. „Wenn es die Verbindung nicht gegeben hätte – wenn ich einfach nur ich gewesen wäre – würden sie dann immer noch…“ Ihre Kehle zog sich zusammen. „…würde ich dann immer noch hier stehen?“Für einen Moment war ihr Wolf still. Dann kam ein sanfteres, fast trauriges Flüstern. Spielt das eine Rolle, Kleine? Sie wählen dich jetzt. Immer wieder. Jedes Mal, wenn du hier aufwachst. Jedes Mal, wenn sie nach dir gr
Charise neigte den Kopf, ein spielerisches Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Oh, das würde mir nicht im Traum einfallen… Aber du solltest deine Wache vielleicht mit jemand anderem teilen. Ich habe gehört, Merrick ist sehr geduldig.“Merricks ruhige Stimme drang vom Fenster herüber, ein leises Lachen unter seinen Worten. „Geduldig genug. Das wirst du brauchen, wenn du sie weiterhin so lange wach hältst.“Lyons Lippen zuckten, als er sich leicht nach vorn lehnte und eine lose Haarsträhne von ihrer Schulter strich. „Ich bürge für sie. Sie ist auf die beste Weise erschöpfend.“ Seine Hand schwebte erneut nahe ihrer, ohne sie zu berühren, doch die Verbindung summte vor Zustimmung und Beruhigung und wärmte ihre Haut wie ein sanfter Strom.Charise ließ sich zurück in die Kissen sinken und spürte das
Das leise Summen des Anwesens hatte sich in einen tiefen, zufriedenen Rhythmus beruhigt. Lyons Präsenz verweilte schwach durch die Verbindung, Merricks stetige Wachsamkeit fädelte sich leise irgendwo jenseits der Mauern, und Pagan spürte das Ziehen – schwach, aber beharrlich –, das ihm verriet, wo Charise war. Sie war im Flügel des Hauses, der Duft von warmer Bettwäsche und schwachem Lavendel stieg zu ihm auf und vermischte sich mit der nachwirkenden Energie der Verbindung, die seinen Wolf in erwartungsvoller Vorfreude regte.Er bewegte sich den Flur entlang, vorsichtig, zielstrebig, seine Stiefel lautlos auf dem polierten Stein. Die Mundwinkel zogen sich nach oben, als er die Tür zu ihrem Zimmer umrundete und den sanften Schein des Lampenlichts auffing, der über ihre Gestalt fiel.Sie stand am Rand des Bettes, eines seiner alten, übergroßen Hemden hing ihr bis zur Mit
Das letzte Wort – ihr Name auf seiner Zunge – fühlte sich schwerer an als ein Befehl.Ihre Lippen teilten sich, als wollte sie antworten, aber sie tat es nicht. Stattdessen stand sie langsam auf, die Bewegung bedächtig, das Kinn zu ihm gehoben. Der Größenunterschied brachte sie nah genug, dass die Luft sich veränderte, dick und aufgeladen.Ihr Wolf drängte nach vorn, ein schwaches Echo durch die Verbindung – neugierig, prüfend.Merrick lächelte, nur ganz leicht. „Vorsichtig“, sagte er leise. „Wenn du mich weiter so ansiehst, höre ich vielleicht auf, so zu tun, als wäre ich geduldig.“Charises Atem stockte, ihr Blick huschte von seinem Mund zu seinen Augen, bevor sie ein kleines, unsicheres Lächeln zeigte. „Dann ist es vielleicht gut, dass ich auch lerne, mich zu beherrschen.&ldquo
Charise seufzte und setzte sich auf den Rand des Brunnens, den Apfel noch in der Hand von vorhin, rollte ihn geistesabwesend zwischen ihren Handflächen. Es war ruhig hier – kein Personal, keine Alphas, die herumschwebten. Nur sie und das Flüstern des Gartens.Trotzdem wollte die Verbindung sich nicht beruhigen.Sie pulsierte erneut – eine sanfte Wärme in ihrer Brust, die nicht ihre eigene war. Für einen flüchtigen Herzschlag erhaschte sie Blicke, die nicht ihre waren. Pagans Konzentration, die im Wald nachließ, Merricks stetige Gedanken auf dem Balkon, Lyons ruhiges, anhaltendes Summen.Sie atmete langsam ein. Die Verbindung verknüpfte nicht nur ihre Kräfte. Sie teilte auch ihre Emotionen – ihre Frustrationen, ihre Unruhe, ihre Sorgen. Und vielleicht, wenn sie ehrlich war, auch etwas von ihrem Sehnen.Der Gedanke ließ
„Hör auf, herumzuzappeln“, murmelte er unter seinem Atem, als ihre Hände versuchten, die Decke zurechtzuziehen. „Du fällst nicht herunter.“Charise grummelte leise, sagte jedoch nic
Der Motor des SUVs summte gleichmäßig, während Merrick fuhr und Pagan neben ihm saß. Die Reifen knirschten über die schneebedeckte Straße.Vorne in der Fahrerkabine war es ruhig. Die einz
Das Band pulsierte erneut – drei Fäden, die sich durch ihr Herz webten, beständig und unzerbrechlich.Zum ersten Mal seit langer Zeit erlaubte sie sich, darin zu versinken.
Pagan war noch immer dort, genau so, wie Merrick ihn zurückgelassen hatte – halb über sie gebeugt, ein Arm fest um ihre Taille geschlungen, das Gesicht in ihrem Haar vergraben. Der große Wolf sah überhaupt nicht wie der wilde Kommandant