Mag-log inAidans POVMit Alisons Mal stimmte etwas nicht.Ich wusste es in dem Moment, in dem ich es sah.Das silberne Symbol auf ihrem Handgelenk sah unter ihrer Haut beinahe wunderschön aus.Genau das machte mir Angst.Magie, die dir schaden wollte, kündigte sich nur selten durch etwas Hässliches an.Manchmal kam sie als etwas Schönes.Etwas Uraltes.Etwas, das aussah, als würde es zu dir gehören.Alison saß auf der Bettkante und starrte auf ihr Handgelenk.Ryder stand am anderen Ende des Raumes.Seit der Vision hatte keiner von beiden gesprochen.Ich konnte nicht aufhören, über das nachzudenken, was Alison beschrieben hatte.Tamara.Die Ruinen.Eine andere Version von Alison.Und die beiden Male, die aufeinander reagiert hatten.Ich trat näher.„Lass mich es sehen.“Alison streckte mir ihr Handgelenk entgegen.In dem Moment, in dem meine Finger dem Symbol nahe kamen, wurde das Mal heller.Ich zog die Hand zurück.Alison zuckte zusammen.„Es hat auf dich reagiert.“Ich runzelte die Stirn.„Ne
Alisons POVIch konnte den Blick nicht von dem Mal an Ryders Seite abwenden.Es war inzwischen kaum noch zu erkennen.Fast unsichtbar unter seiner Haut.Aber ich hatte es gesehen.Und ich hatte es gespürt.Dieselbe kalte Magie, die sich im Wald über meine Haut gelegt hatte.Dieselbe seltsame Präsenz, die uns bei den Ruinen umgeben hatte.All das hing miteinander zusammen.Ich wusste nur noch nicht, wie.Ryder saß mit dem Rücken an der Wand, während Aidan nahe dem Eingang stand und sich leise mit Kadel unterhielt.Axel war im Nebenraum noch immer bewusstlos.Alle paar Sekunden wanderte Ryders Blick zur Tür.Er dachte nach.Ich kannte diesen Blick.„Was verschweigst du mir?“Sein Blick traf meinen.„Nichts.“Ich hätte beinahe gelacht.„Du warst noch nie besonders gut im Lügen.“Sein Mund verzog sich.„Ich bin besser geworden.“„Nicht bei mir.“Stille.Ich trat näher.„Erzähl mir von Tamara.“Sein Gesichtsausdruck veränderte sich sofort.Das allein war Antwort genug.„Du verdächtigst sie
Ryders POVDas Erste, was ich fühlte, war Schmerz.Das Zweite war sie.„Ryder?“Alison.Ihre Stimme erreichte mich durch die Dunkelheit, noch bevor ich die Augen öffnen konnte.Ich versuchte, mich zu bewegen.Ein stechender Schmerz schoss durch meine Seite.Ich stöhnte.„Nicht.“Ihre Hand legte sich auf meine Schulter.Die Wärme ihrer Berührung breitete sich in mir aus.Ich öffnete die Augen.Sie saß neben mir.Ihr kastanienbraunes Haar fiel ihr um das Gesicht, und jene bernsteinfarbenen Augen, die mich seit Monaten verfolgten, ruhten auf meinen.Sorge lag darin.Echte, unverfälschte Sorge.Um mich.Ich starrte sie an.„Du bist hier.“Ihr Ausdruck wurde weicher.„Wir haben dich gefunden.“Ich schluckte.„Du hättest nicht kommen sollen.“„Ich weiß.“Ein schwaches Lächeln berührte ihre Lippen.„Aber ich bin trotzdem gekommen.“Etwas in meiner Brust zog sich zusammen.Ich blickte an ihr vorbei.Aidan stand am Eingang des kleinen Unterschlupfs, in den wir uns zurückgezogen hatten.Seine A
Aidans POVIch hörte Ryders Stimme wieder.„Alison …“Sie war kaum mehr als ein Flüstern, doch ich hörte sie. Sie auch. Sofort setzte sie sich in Bewegung.Ich packte ihr Handgelenk.„Warte.“Sie drehte sich zu mir um.„Er braucht Hilfe.“„Ich weiß.“Mein Blick glitt durch die Dunkelheit vor uns, während sich in mir alles dagegen sträubte, weiterzugehen.Die Stille …Der Geruch von Blut …Die schwere Magie, die in der Luft lag.Etwas wartete dort draußen auf uns. Und ich hatte das ungute Gefühl, dass es nicht Ryder war.Alisons silberne Augen leuchteten schwach in der Dunkelheit.„Die Gefährtenbindung zieht mich zu ihm.“„Ich weiß.“„Es tut weh.“Mein Griff um ihr Handgelenk wurde fester.„Dann geh nicht allein.“Sie blickte auf meine Hand.Sofort ließ ich sie los.„Ich werde dich nicht aufhalten“, sagte ich leise. „Aber ich komme mit dir.“Sie nickte.Wir gingen weiter.Kaum hatten wir die Stelle erreicht, öffneten sich die Bäume plötzlich und gaben den Blick auf eine Lichtung frei.
Ryders POVDas Erste, was mir auffiel, war die Stille.Dark Crystal war niemals vollkommen still.Selbst in den tiefsten Stunden der Nacht bewegte sich immer etwas hinter den Mauern. Wachen, die ihre Schichten wechselten. Krieger, die von Patrouillen zurückkehrten. Wölfe, die sich aus dem Wald gegenseitig zuriefen.Heute Nacht war da nichts.Ich stand am Fenster meines Arbeitszimmers und starrte in die Dunkelheit.Etwas stimmte nicht.Mein Wolf wusste es, noch bevor ich es selbst begriff.Seit Stunden war er unruhig, lief rastlos unter meiner Haut umher und weigerte sich, zur Ruhe zu kommen, ganz gleich, wie oft ich versuchte, ihn zu beruhigen.Dann zog die Gefährtenbindung.Hart.Ich packte die Kante des Schreibtisches.Alison.Ihre Angst schoss durch mich.Dann verschwand sie.Ich richtete mich auf.„Alison?“Nichts.Ich schloss die Augen und griff erneut nach der Verbindung.Da.Schwach.Fern.Aber da.Ich konnte ihren Herzschlag spüren.Ich konnte die letzten Spuren ihrer Gefühle
Alisons POVIch schlief in dieser Nacht nicht.Ich lag unter meiner Decke, die Augen auf die Dunkelheit über mir gerichtet, und lauschte dem leisen Rhythmus, mit dem das Packhaus um mich herum zur Ruhe kam.Normalerweise hatten sich die Nächte bei Blue Moon inzwischen friedlich angefühlt.Heute Nacht schien Frieden unmöglich.Aidans Worte kehrten immer wieder zu mir zurück.Ich liebe dich, Alison.Ich hatte diese Worte schon einmal gehört.Unzählige Male hatte ich mir vorgestellt, sie von Ryder zu hören, als ich jünger gewesen war.Es hatte eine Zeit gegeben, in der diese Worte das Einzige gewesen waren, was ich mir auf der Welt am meisten gewünscht hatte.Ich hatte geglaubt, dass alles, was ich durchgemacht hatte, plötzlich einen Sinn ergeben würde, wenn Ryder mich nur eines Tages ansehen und mir sagen würde, dass er mich liebte.Doch jetzt, da ich diese Worte von jemand anderem gehört hatte, wurde mir etwas klar, das mir Angst machte.Nicht die Worte selbst waren es gewesen, die ich







