LOGINAlison sollte eigentlich nur still in den Küchen des Dark Crystal Rudels dienen, doch ein einziger gestohlener Blick auf den Alpha veränderte alles – sie war seine Gefährtin, doch er gehörte einer anderen. Als eine tödliche Vergiftung sie als Verräterin dastehen lässt, wird Alison von dem Mann, der sie eigentlich beschützen sollte, in die Dunkelheit gestoßen. Dem Tod überlassen und von ihrem Schicksal verraten, erhebt sie sich erneut – stärker, gefährlicher und nicht länger das sanfte Mädchen, das alle unterschätzt hatten. Nun gefangen zwischen zwei gnadenlosen Alphas und gejagt von der Hexe, die ihr alles genommen hat, muss Alison die Macht umarmen, die durch ihr Blut fließt. Doch wenn Liebe mit Vermächtnis zusammenprallt und Rache einen Krieg entfacht – wird ihr Herz das Feuer überleben?
View MoreAlisons Perspektive
Hätte mir heute Morgen jemand gesagt, dass ich noch vor Sonnenuntergang meinen Partner treffen würde, hätte ich gelacht und ihn für verrückt erklärt. Doch hier stand ich nun, im Büro des Alphas, vor Nervosität zitternd, während mich die Bindung wie ein Hurrikan überrollte.
Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger fühlte es sich nach Schicksal an. Stattdessen kam es mir wie ein grausamer Scherz vor – Alpha Ryder, der Alpha des Dark Crystal-Rudels, war mein Partner!
Er war viel größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Breitschultrig, dunkelhaarig und mit einer kühlen Ausstrahlung. Ich hatte ihn bisher nur aus der Ferne gesehen, und selbst das kam selten vor. Er mischte sich nicht unter die anderen und war nicht der Typ Alpha, der wie andere Alphas im Rudelhaus herumstolzierte.
Er regierte aus dem Hintergrund – still und strategisch, und sein Urteil war äußerst tödlich. Jetzt weiß ich, warum schon allein der Klang seines Namens selbst die Krieger aufrichten ließ. Ein Mann dieses Kalibers war mein Partner.
Ich bin nur eine vorübergehende Aushilfsköchin für meine Tante Lyra, die Chefköchin des Rudelhauses. Wie soll ich also einem Mann, der mit roher Macht in den Fingerspitzen geboren wurde, sagen, dass ich seine Partnerin bin?
Wie soll ich es ihm sagen, wenn seine Geliebte direkt neben ihm sitzt?
Lady Tamara, wie sie genannt wird, ist perfekt, gelassen und mächtig – alles, was ich nicht bin. Sie schmiegte sich elegant an ihn und flüsterte ihm Worte ins Ohr, die ich nicht hören konnte.
In dem Moment, als ich hereinkam, hatte ihr Blick wissend zu mir gewandert. Sie wusste von der Partnerbindung und hatte sie ebenfalls gespürt. Sie wusste, dass ich seine rechtmäßige Partnerin war, nicht sie.
Doch ausgerechnet der Mann, den die Mondgöttin für mich geschaffen hatte, sah durch mich hindurch, als wäre ich ein Niemand. Er zuckte nicht einmal zusammen und warf mir keinen zweiten Blick zu. Stattdessen wanderten seine Augen gierig über eine andere Frau, als hätte sie die vollständige Kontrolle über ihn.
Ich weiß nicht, wie es kam – vielleicht war es ein Zauber oder ein Bann –, aber die Partnerbindung konnte ihn nicht erreichen, solange sie in seiner Nähe war.
Er spürte es nicht, aber ich schon. Jeder Zentimeter meiner Haut kribbelte, und mein Wolf, der so lange still gewesen war, regte sich plötzlich mit einem Ansturm aus Verlangen und Wiedererkennung.
Ich räusperte mich und versteckte meine zitternden Hände hinter meiner Schürze.
„Du hast nach dem Koch gefragt, Alpha?“
Sein Blick huschte langsam und musternd über mich hinweg, als versuche er, etwas von meiner Anwesenheit zu erfassen.
„Ich hatte bestimmte Vorlieben für die Gerichte, die heute Abend serviert werden“, sagte er, ohne von den Papieren in seiner Hand aufzublicken. „Ich dulde keine Fehler.“
Ich nickte, obwohl meine Kehle trocken war. „Ja, Alpha. Mir wurde gesagt, Sie mögen keine Zwiebeln und nichts, das –“
„Ich mag es nicht, wenn mein Essen in Öl schwimmt“, unterbrach er mich, ohne mich anzusehen. „Ich hasse Ziegenkäse, und ich rühre nichts an, das nach Rosmarin riecht.“
Seine Stimme war tief, bedächtig und von einer ganz besonderen Art von Männlichkeit geprägt. Die Art von Stimme, der man auf dem Schlachtfeld oder im Bett vertrauen würde. Ich verfluchte mich sofort für diesen Gedanken.
Reiß dich zusammen, Alison.
„Ja, Alpha. Ich habe das Menü bereits angepasst“, antwortete ich und nickte leicht.
Endlich hob er den Kopf und sah mich an. Ich brach zusammen – nicht, weil ich es wollte, sondern weil mein Wolf in mir wimmerte, an die Oberfläche drängte und verzweifelt danach strebte, ihm näherzukommen und ihn zu berühren.
Aber ich konnte es nicht, denn er wusste nicht, dass ich seine Gefährtin war.
Seine scharfen Augen waren sturmgrau, im Licht fast silbern, und so durchdringend, dass ich vergaß zu atmen. Mein Herz hämmerte in meiner Brust, als ich seinen holzigen Duft einatmete – er roch nach einer Mischung aus Kiefer und etwas Uraltem.
Und doch zeigte sein Gesicht keinerlei Regung, als sich unsere Blicke trafen. Kein Funke, kein Anziehen oder auch nur ein Hauch von Wiedererkennung.
„Dein Name?“, fragte er.
„Alison, Alpha.“
Seine Augenbrauen zogen sich ganz leicht zusammen. „Du bist nicht die Chefköchin.“
„Doch, Alpha“, nickte ich. „Sie hat sich heute Morgen das Handgelenk verstaucht, also bin ich … ich bin ihre vorübergehende Vertretung.“
Es herrschte Stille im Raum, während er die Information verarbeitete.
„Bist du kompetent?“
„Äh … wie bitte?“
Mensch! Je länger ich hier stand, desto schneller verlor ich meine Fassung.
„Ich nehme an, du bist kompetent?“, wiederholte er mit neutraler Stimme.
Ich straffte die Schultern. „Ja. Das bin ich, Alpha.“
Er nickte nur flüchtig, löste sich dann von Tamara und ging mit langsamen, bedächtigen Schritten um den Schreibtisch herum. Ich stand regungslos da, den Rücken gerade, obwohl jeder Nerv in meinem Körper mich dazu drängte, zurückzuweichen.
Als er an mir vorbeiging, hielt ich den Atem an, doch er reagierte erneut nicht. Für ihn war ich nur eine unbedeutende Person.
Er stand am Fenster, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, und blickte auf das Rudelgelände unter ihm.
„Dieser Ball dient politischen Zwecken. Das Festmahl ist nur eine Fassade für die Außenstehenden. Alphas aus mehreren Rudeln nehmen daran teil. Sogar unsere Feinde werden anwesend sein. Niemand wäre hier, um mit uns zu schlemmen oder zu feiern. Sie sind hier, um die Stärke der anderen zu messen.“
Ich nickte, obwohl er mich nicht sehen konnte.
„Ich nehme an, du möchtest, dass das Essen Perfektion und höchste Raffinesse widerspiegelt.“
Er drehte sich halb zu mir um, ein amüsiertes Grinsen umspielte seine Lippen. „Genau.“
Mein Herz schmerzte, weil er nicht einmal wusste, dass ich seine Gefährtin war. Wahrscheinlich sah er mich nur als eine einfache Küchenhilfe an.
„Ich werde es perfekt machen“, sagte ich, meine Stimme klang fester, als ich mich fühlte.
Er musterte mich erneut, den Kopf leicht geneigt. „Wie lange bist du schon in diesem Rudel?“
„Sechs Monate. Ich bin zu meiner Tante, der Chefköchin Lyra, gezogen.“
Sein Gesichtsausdruck veränderte sich ein wenig. „Du bist ihre Nichte.“
„Ja, Alpha.“
„Das ist seltsam“, sagte er mit gerunzelter Stirn. „Sie redet über alle und alles, aber dich hat sie nie erwähnt. Nicht ein einziges Mal.“
Ich lächelte leicht. „Sie sagt immer, ich sei ihre Geheimwaffe, die sie bald in der Küche enthüllen würde.“
Er lächelte nicht zurück. Natürlich war Ryder nicht der Typ, der lächelte.
„Na gut“, sagte er schließlich und wandte sich wieder seinem Schreibtisch zu. „Du kannst gehen.“
Das war’s. Was auch immer für ein Gespräch wir gerade geführt hatten, es war abrupt zu Ende gegangen, ohne dass er mich erkannt hatte.
Ich drehte mich auf dem Absatz um und ging hinaus, wobei meine Beine unter mir zitterten.
Sobald sich die Tür hinter mir geschlossen hatte, atmete ich aus – ohne zu merken, dass ich den Atem angehalten hatte. Meine Brust schmerzte und mein Wolf winselte immer noch.
Wie zum Teufel soll ich heute Abend kochen, wenn mein Partner nicht einmal weiß, dass ich zu ihm gehöre?
Ryders SichtDas Erste, was ich über den Verlust von Alison lernte, war, dass Stille mehr wehtun konnte als jedes Schreien.Ich hatte ihren Namen gerufen, als die Halle der Erstgeborenen sie verschlungen hatte. Ich hatte gegen die Magie angekämpft, die sie uns entriss, und so lange mit meinen Krallen auf die silberne Barriere eingeschlagen, bis Blut über meine Finger gelaufen war. Ich hatte von der uralten Kammer Antworten verlangt, von den Ruinen und von jedem, der dumm genug gewesen war, in Reichweite meines Zorns zu stehen.Nichts davon hatte sie zurückgebracht.Nun stand ich am Eingang des nördlichen Ganges und starrte in eine Dunkelheit, die sich jenseits der Grenzen dieser Welt zu erstrecken schien. Nicht einmal das Band, das mich seit jeher mit Alison verbunden hatte, konnte ich noch spüren.Es war, als hätte jemand in meine Brust gegriffen und einen Teil von mir herausgerissen.„Du blutest schon wieder.“Aidans Stimme riss mich aus meinen Gedanken.Ich blickte auf meine Hand.
„Hier steht, dass der Preis vom Wächter selbst gefordert wird. Bedeutet das, dass es um dein Leben geht?“„Ich weiß es nicht.“„Das reicht nicht.“„Das ist mir bewusst.“Er starrte mich an. Unter seiner Angst flackerte Wut auf.„Du darfst nicht wieder eine Entscheidung treffen, die allein darauf beruht, was du glaubst, ertragen zu können. Alison befindet sich an diesem Ort, weil die Erstgeborenen entschieden haben, dass sie ihnen gehört. Wenn deine Familie mitverantwortlich dafür ist, dass das alles geschehen ist, müssen wir genau herausfinden, was der Eid vorhat.“„Da stimme ich dir zu.“„Dann hör auf, zu versuchen, diese Last allein zu tragen.“Seine Worte trafen mich härter, als ich erwartet hatte.Für einen Moment sah ich Alison vor mir, wie sie in den Ruinen gestanden hatte. Ihre bernsteinfarbenen Augen hatten im silbernen Licht ihrer Magie geleuchtet, als sie mir erklärte, dass es kein Vertrauen geben könne, wenn man die Wahrheit verschwieg.Ich erinnerte mich an den Schmerz in
Aidans SichtIn dem Moment, in dem Alisons Präsenz verschwand, verstummte die gesamte Kammer unter den Ruinen.Nicht bloß die Geräusche wurden leiser. Es herrschte vollkommene Stille.Dieser Unterschied war wichtig, denn ich konnte noch immer hören, wie das Gestein unter meinen Stiefeln ächzte, wie in der Ferne einstürzende Mauern krachend zu Boden gingen und wie Ryder neben mir schwer und unregelmäßig atmete. Doch der Welt fehlte etwas Wesentliches. Die schwache silberne Wärme, die seit Alisons Eintritt in die Halle der Erstgeborenen am Rande meiner Wahrnehmung verweilt hatte, war so vollständig verschwunden, dass ich mir nicht länger einreden konnte, sie sei lediglich hinter einer weiteren Schicht uralter Magie verborgen.Ich streckte erneut nach ihr aus.Nichts antwortete.„Alison.“Ihr Name entwich meinen Lippen, bevor mir bewusst wurde, dass ich ihn laut ausgesprochen hatte. Ich versuchte es erneut, dehnte mein Bewusstsein über die Kammer hinaus, über die Ruinen hinweg, und sucht
Alisons Sicht„Hallo, meine Königin. Wir sehen uns wieder.“Die Stimme gehörte Ryder. Das Gesicht war Ryders. Sogar die feine Narbe nahe seiner linken Augenbraue, an die ich mich noch von unserer ersten Begegnung im Dark-Crystal-Packhaus erinnerte, war da. Doch der Mann, der vor mir stand, war nicht der Alpha, den ich kannte.Der wahre Ryder hatte mich niemals so angesehen.Selbst wenn er mich verabscheut hatte, hatte in seinen sturmgrauen Augen immer etwas gelegen. Misstrauen, Wut, Bedauern, Sehnsucht. Jahrelang hatte ich versucht, diese Augen zu lesen, weil ein törichter Teil von mir einst geglaubt hatte, ich könnte ihn dazu bringen, mich zu lieben, wenn ich ihn nur gut genug verstand.Das Wesen, das sein Gesicht trug, sah mich an, als wäre die Liebe eine amüsante Schwäche, die es schon vor Jahrhunderten überwunden hatte.Die geschwärzte silberne Krone ruhte auf seinem Haupt. Ihre scharfen Spitzen krümmten sich wie Dornen. Dunkle Magie flimmerte um ihn herum, und die uralte Kammer r


















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