INICIAR SESIÓNAls Lysa Winter an ihrem ersten Tag auf dem Campus in den verschütteten Kaffee eines Fremden stolpert und versehentlich sein Lieblingsbuch mitnimmt, glaubt sie, ihren schlimmsten Start an der Universität erlebt zu haben. Der arrogante, aber faszinierende Noah Falk scheint der Letzte zu sein, dem sie jemals wieder begegnen möchte. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Ein zufälliger Sitzplatz im Hörsaal, gemeinsame Projekte und unerwartete Begegnungen auf dem Campus zwingen die beiden immer wieder zusammen. Was mit endlosen Wortgefechten und peinlichen Missverständnissen beginnt, verwandelt sich langsam in eine Freundschaft und schließlich in eine erste Liebe, die beide völlig überrascht. Doch als Geheimnisse aus Noahs Vergangenheit ans Licht kommen und Lysa vor einer Entscheidung steht, die ihre gemeinsame Zukunft zerstören könnte, müssen sie beweisen, dass wahre Liebe mehr ist als ein flüchtiger Zufall. Kann eine zufällige Begegnung auf dem Campus zwei Herzen für immer verändern oder wird ihre erste Liebe enden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat?
Ver másEs ist kurz nach Mitternacht, als mein Handy summt.Ich liege in meinem Bett, eingekuschelt in die kuschelige Decke, die Lena mir zum Semesterstart geschenkt hat, und lese.Draußen hat der Regen endlich aufgehört, und durch das offene Fenster strömt die klare, gewaschene Nachtluft herein. Sie riecht nach nasser Erde und dem süßen Duft der späten Rosen, die im Hofgarten blühen.Lena schläft schon seit einer Stunde. Ihr Atem ist gleichmäßig und tief, und ab und zu murmelt sie etwas Unverständliches in ihr Kissen.Ich muss lächeln. Sie hat mir heute Abend beim Kochen von Jonas erzählt dem Medizinstudenten, den sie zufällig im Waschsalon getroffen hat. „Er hat so freundliche Augen, Lysa. Und er hat meine Wäsche zusammengelegt, als ich kurz weg war. Freiwillig! Welcher Mann tut so etwas?“ Ich habe ihr nicht gesagt, dass Jonas Noahs Mitbewohner ist. Ich wusste nicht, wie ich dieses Gespräch führen sollte, ohne dass sie wieder anfängt, mich zu analysieren.Ich greife nach meinem Handy, das
Der Himmel über dem Campus hat sich innerhalb weniger Minuten von einem freundlichen Septemberblau in ein drohendes Grau verwandelt. Ich stehe vor dem Eingang der Universitätsbibliothek und starre verzweifelt in die Wolken. Natürlich habe ich meinen Regenschirm vergessen.Natürlich. Lena hat mich heute Morgen noch gewarnt. „Lysa, es soll heute Nachmittag gewittern“, hat sie gesagt und mir ihren kleinen roten Knirps hingehalten. Aber ich war zu spät dran, zu verschlafen, zu sehr damit beschäftigt, meine Seminarunterlagen zusammenzusuchen, und jetzt stehe ich hier, während die ersten dicken Tropfen auf den Asphalt klatschen.Der Weg zu meinem Wohnheim ist normalerweise ein angenehmer Spaziergang von fünfzehn Minuten.Eine Strecke, die an der alten Eiche vorbeiführt, durch den kleinen Park mit dem Ententeich und dann die Kastanienallee entlang.Jetzt erscheint sie mir wie eine unüberwindbare Distanz. Ich könnte natürlich warten. Mich wieder in die Bibliothek setzen, zwischen den Bü
Das Wochenende bringt klirrend blauen Himmel und Temperaturen, die an den Nachsommer erinnern. Der Campus feiert ein kleines Herbstfest, und überall duftet es nach gebrannten Mandeln und frischem Apfelmost.Ich schlendere über den Marktstand-Parcours, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und versuche, die Verwirrung der letzten Tage für einen Moment zu vergessen.Lena ist mit Jonas unterwegs, um ein gemeinsames Projekt für ihre Semesterarbeit zu besprechen wobei ich sicher bin, dass mehr Kaffeetrinken und Händchenhalten dahintersteckt als echte Recherche.Ich gönne es ihr von Herzen.An einem Stand mit handgemachten Lesezeichen entdecke ich ein Motiv, das mich sofort an die Leuchtturm-Szene in Nachtleuchten erinnert: ein einsamer Turm auf sturmumtoster Klippe, darüber ein Zitat in goldener Schrift. Ich will es gerade kaufen, als eine tiefe Stimme hinter mir sagt: „Das ist schön. Passt zu dir.“ Ich drehe mich um und sehe Jonas Becker, der mit zwei dampfenden Bechern Punsch in de
An diesem Abend liege ich zusammengerollt auf meinem Bett, die Decke bis zum Kinn gezogen, obwohl die Heizung das Zimmer in eine mollige Wärme hüllt. Draußen regnet es wieder, ein feiner, stetiger Niesel, der die Lichter der Straßenlaternen verschwimmen lässt. Lena sitzt im Schneidersitz auf ihrem eigenen Bett, einen Katalog für Psychologie-Praktika auf dem Schoß, aber ich spüre, dass ihre Aufmerksamkeit ganz bei mir ist. Sie hat mich sofort durchschaut, als ich hereingekommen bin mit verweinten Augen und Noahs aufgewühltem Gesicht noch auf der Netzhaut gebrannt.„Okay, jetzt spuck’s aus“, sagt sie und schiebt den Katalog zur Seite. „Was hat er diesmal getan? Oder soll ich raten: Ihr wart kurz davor, euch zu küssen, und dann ist ihm eingefallen, dass er ein schwieriges Verhältnis zu Kommas hat?“ Trotz allem muss ich lachen, ein zittriges, erleichtertes Lachen, das die Tränen vertreibt. Lena hat diese Gabe, die Schwere des Augenblicks mit einem einzigen Satz zu durchbrechen. Ich





