INICIAR SESIÓNAls Lysa Winter an ihrem ersten Tag auf dem Campus in den verschütteten Kaffee eines Fremden stolpert und versehentlich sein Lieblingsbuch mitnimmt, glaubt sie, ihren schlimmsten Start an der Universität erlebt zu haben. Der arrogante, aber faszinierende Noah Falk scheint der Letzte zu sein, dem sie jemals wieder begegnen möchte. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Ein zufälliger Sitzplatz im Hörsaal, gemeinsame Projekte und unerwartete Begegnungen auf dem Campus zwingen die beiden immer wieder zusammen. Was mit endlosen Wortgefechten und peinlichen Missverständnissen beginnt, verwandelt sich langsam in eine Freundschaft und schließlich in eine erste Liebe, die beide völlig überrascht. Doch als Geheimnisse aus Noahs Vergangenheit ans Licht kommen und Lysa vor einer Entscheidung steht, die ihre gemeinsame Zukunft zerstören könnte, müssen sie beweisen, dass wahre Liebe mehr ist als ein flüchtiger Zufall. Kann eine zufällige Begegnung auf dem Campus zwei Herzen für immer verändern oder wird ihre erste Liebe enden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat?
Ver másDer November kommt mit kalten Winden und endlosem Regen. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, und der Campus versinkt in einer melancholischen Stimmung, die perfekt zu meinem inneren Chaos passt.Seit dem Abend auf dem Dach hat sich etwas zwischen Noah und mir verändert. Nichts Greifbares, nichts, was man in Worte fassen könnte – nur ein anderer Blick, ein längeres Zögern, bevor er sich abwendet, eine Nachricht mitten in der Nacht, die nichts mit dem Projekt zu tun hat:„Bist du noch wach?"Heute ist so ein Tag. Der Regen trommelt gegen die Fenster der Bibliothek, und ich habe mich in eine abgelegene Ecke im dritten Stock geflüchtet, um an meiner Hausarbeit über die moderne Romantik zu arbeiten.Professor Hendrik hat mir ein persönliches Feedback zu meinem letzten Text gegeben – „vielversprechend, aber noch zu zaghaft" –, und ich versuche nun, mit mehr Mut zu schreiben.Nur dass mein Kopf sich weigert, stillzustehen.Meine Gedanken driften ständig ab, zu Noah, zu seinem Vater, z
Einen Moment lang denke ich, er wird wieder wütend werden, sich in sich selbst zurückziehen, alles zerstören, was sich gerade zwischen uns aufgebaut hat.Doch dann atmet er tief aus, und seine Schultern sinken herab, als würden sie eine unsichtbare Last abwerfen.„Du hast es also verstanden", murmelt er.„Vielleicht. Ein wenig."Ich lege vorsichtig meine Hand auf die Brüstung, nur wenige Zentimeter von seiner entfernt.„Ich verstehe vor allem, dass niemand diese Last allein tragen sollte. Egal, was dein Vater gesagt hat – du bist genug, Noah. Mehr als genug."Er starrt mich an, als hätte ich eine fremde Sprache gesprochen.Dann, ganz langsam, legt er seine Hand auf meine.Seine Finger sind kalt, aber sein Griff ist warm und fest.„Du bist anders, Lysa Winter", sagt er. „Weißt du das?"„Sagt der Junge, der geheime Dachterrassen besitzt und seine Gefühle hinter sarkastischen Bemerkungen versteckt?"Er lacht.Es ist ein raues, ungewohntes Geräusch, als würde er es selbst kaum kennen.„To
Der Oktober hat den Campus in ein Meer aus Gold und Rot getaucht. Ich sitze in der Bibliothek und starre seit zwanzig Minuten auf dieselbe Seite, ohne ein einziges Wort aufzunehmen. Vor mir liegt das Buch mit den handschriftlichen Notizen – Noahs Buch.Ich habe es nicht zurückgegeben, und er hat nicht mehr danach gefragt. Vielleicht hat er es vergessen. Vielleicht will er, dass ich es behalte. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.Mein Handy vibriert. Eine Nachricht von Noah:„Projekt. Heute Abend. Dach des Architekturgebäudes. Komm, wenn du willst.“Kein Lächeln als Emoji, keine Erklärung. Typisch Noah.Ich antworte mit einem simplen „Okay“, obwohl mein Herz einen völlig anderen Rhythmus schlägt. Das Architekturgebäude? Das Dach? Seit wann ist das überhaupt zugänglich?Ich denke an Lenas Worte von gestern Abend: „Der Junge trägt ein Schild, aber kein Herz aus Stein.“Vielleicht hat sie recht. Vielleicht ist diese Einladung ein winziger Spalt in seiner Fassade.Der Himmel färbt s
Es ist kurz nach Mitternacht, als mein Handy summt.Ich liege in meinem Bett, eingekuschelt in die kuschelige Decke, die Lena mir zum Semesterstart geschenkt hat, und lese.Draußen hat der Regen endlich aufgehört, und durch das offene Fenster strömt die klare, gewaschene Nachtluft herein. Sie riecht nach nasser Erde und dem süßen Duft der späten Rosen, die im Hofgarten blühen.Lena schläft schon seit einer Stunde. Ihr Atem ist gleichmäßig und tief, und ab und zu murmelt sie etwas Unverständliches in ihr Kissen.Ich muss lächeln. Sie hat mir heute Abend beim Kochen von Jonas erzählt dem Medizinstudenten, den sie zufällig im Waschsalon getroffen hat. „Er hat so freundliche Augen, Lysa. Und er hat meine Wäsche zusammengelegt, als ich kurz weg war. Freiwillig! Welcher Mann tut so etwas?“ Ich habe ihr nicht gesagt, dass Jonas Noahs Mitbewohner ist. Ich wusste nicht, wie ich dieses Gespräch führen sollte, ohne dass sie wieder anfängt, mich zu analysieren.Ich greife nach meinem Handy, das





