ANMELDEN"Warum bist du nur so verdammt leichtgläubig und dumm?!", schrie ich, die harschen Worte rissen sich aus meiner Kehle, bevor ich sie überhaupt filtern konnte. Ich trat direkt in seinen Raum, stieß einen zitternden Finger hart gegen seine Brust. "Bist du völlig hirntot, Kingsley? Welchen Teil von halt dich aus meinen Angelegenheiten raus verstehst du nicht?" "Ich habe nur versucht zu helfen", flüsterte er, das schiere Gift in seinem leisen Ton schnitt tiefer als jeder Schrei. Er trat einen Schritt vor, überragte mich, seine Augen blitzten mit einer gefährlichen Mischung aus Verletzung und Gereiztheit. "Aber ich schätze, jemand ist sehr unabhängig. Zu unabhängig, um zu merken, wann er ertrinkt." --- In den Schatten von New York tauscht Summer Walker ihre Musikträume gegen das Überleben – sie tanzt als der berüchtigte "Dark Bird", um ihren jüngeren Bruder zu beschützen, nachdem ihre Eltern brutal ermordet wurden. Als der wohlhabende, grüblerische Kingsley Robert sie eines schicksalhaften Abends rettet, prallen ihre Welten in einem gefährlichen Funken aufeinander. Doch Kingsley ist mit dem Monster verbunden, das ihr Leben zerstört hat, und jemand beobachtet jeden ihrer Schritte. Während Erpressung, Verrat und ein tödliches Familiengeheimnis alles bedrohen, was sie liebt, muss Summer sich entscheiden: Die Dunkelheit umarmen, um zu überleben... oder alles riskieren für eine Liebe, die sie beide zerstören könnte. Schmutzige kleine Geheimnisse – Wo Leidenschaft auf Rache trifft.
Mehr anzeigenSUMMERS SICHT
Ich kam sehr spät im Club an. Ich wusste, dass ich von Mr. Noel, dem Clubmanager, gerügt werden würde, aber das kümmerte mich wenig. Das Leben war für mich schon hart genug. Ich klammerte mich an meine Tasche, so fest, als hinge mein Leben davon ab. Denn mein Leben hing wirklich davon ab. Ich ging hinein, langsam. Der Club stank nach Alkohol und Zigaretten. Nur die Bekannten dürfen in diesen Club. Alles was gesehen und gehört wird, verlässt niemals diesen Ort. Ich mochte nur die Bezahlung, nicht den Job. Aber ich kann nicht wählerisch sein. Ich stecke schon genug in der Klemme. Und da kam diese Stimme, die ich am meisten hasste - Mr. Noel. "Dark Bird! Wie kannst du es wagen, zu spät zu kommen? Denkst du, Geld und Kunden wachsen hinten raus?" Ich drehte mich langsam zu ihm um, meine Augen waren bereits müde. "Ich habe eine Erklärung dafür." "Behalt deine verdammte Erklärung für dich. Ich lass es diesmal durchgehen, weil die Kunden dich mögen. Aber beim nächsten Mal, wenn du zu spät kommst, bist du gefeuert. Schreib dir das hinter die Ohren!" fuhr er mich an. "Jetzt beweg deinen Hintern in den Umkleideraum. Sieh sexy aus und setz ein Lächeln auf." schloss er und ging davon. Ich stand einfach nur still da. Ich war von der heutigen Schicht schon so müde. Aber ich musste arbeiten. Amanda kam mir zu Hilfe. Sie ist wie meine Kumpel hier im Club. "Dark Bird, komm auf den Boden zurück, Mädchen!" Sie schnippte mit den Fingern vor mir. "Zu viel davon, so sexy zu sein." Ich starrte sie nur an, ausdruckslos, während wir beide zusammen zum Umkleideraum gingen. Ich wählte das provokanteste Outfit von allen aus. Amanda machte schnell mein Make-up. Amanda redete ununterbrochen. Sie sprach über ein großes Tier, das heute gekommen war, und wie sehr sie sich wünschte, ihn bedienen zu dürfen. Ich nickte nur die ganze Zeit. Und schließlich waren wir fertig. Ich trug ein extrem kurzes Top, mit einem schmalen Träger. Mein Make-up war dunkel gehalten. Auf Amanda kann ich mich dabei immer verlassen. Ich trug meinen Schmuck an den nötigen Stellen. Ich wollte gerade hinausgehen, um zu tanzen, als Mr. Noel hereinplatzte. "Dark Bird, dein Auftrag heute ist besonders. Es gibt einen besonderen Gast, der heute gekommen ist. Du wirst ihn bedienen. Und ich vertraue darauf, dass du das gut machst. Blamier mich nicht." sagte Mr. Noel. Ich war so verwirrt. Meine Aufgabe heute war Striptanz, nicht irgendeinen Kunden zu bedienen. Ich hatte bereits berechnet, wie ich mich davonschleichen würde, um von irgendeinem großen Tier zu stehlen. Jetzt waren meine Pläne ruiniert. Ich schwöre, in diesem Moment konnte ich Amandas Blicke auf mir spüren. Vielleicht ist dieser besondere Gast derjenige, über den Amanda vorhin gesprochen hat. "In welches Zimmer soll ich gehen?" fragte ich ihn. "Zimmer 306. Komm nicht zu spät. Er wartet." sagte er und ging. "Mädchen! Was für einen Zauber wendest du an?" quietschte Amanda hinter mir. Ich drehte mich zu ihr um und schüttelte den Kopf. "Oh! Bitte." Ich nahm die nötigen Sachen, die ich brauchte, und ging zum Zimmer dieses sogenannten besonderen Gastes. Ich war nicht so aufgeregt, wie Amanda dachte, dass ich es sein würde. Ich wollte es nur hinter mich bringen und nach Hause gehen. Als ich die Tür zu Zimmer 306 öffnete, empfing mich eine dicke Wolke aromatischen Rauchs. Das gedämpfte blaue Neonlicht fing den Dampf ein und erzeugte eine unheimliche, fast hypnotische Atmosphäre. Ich ging weiter in den dämmrigen Raum, zur gepolsterten Lounge-Liege, und dort saß er. Er sah nicht aus wie die typischen älteren, aufgedunsenen Politiker, die ich normalerweise bediente. Nach seiner maßgeschneiderten Designerkleidung und dem schweren Silberschmuck zu urteilen, war er jung. Seltsamerweise verbarg eine glatte schwarze Maske sein Gesicht vollständig. Er lehnte sich zurück und beobachtete, wie ich näherkam. Als er sprach, war seine Stimme unerwartet tief, sanft und verführerisch. "Also, du bist die berühmte Dark Bird. Die Gerüchte wurden dir nicht gerecht: du bist wirklich atemberaubend." Ich unterdrückte ein Schaudern. Moment, er kennt mich? "Du weißt, wer ich bin?" fragte ich, meine Stimme betont sinnlich haltend, während ich zwei Gläser Wein einschenkte. Mit dem Ärmel meines Tops als Deckung ließ ich geschickt eine starke Schlaftablette in sein Glas gleiten. Es war ein enormes Risiko, aber Überleben erforderte verzweifelte Maßnahmen. Ich brauchte ihn bewusstlos, damit ich ihn ausnehmen konnte. "Mädchen, du bist alles, worüber die High-Roller reden," murmelte er, seine Augen verfolgten meine Bewegungen. "Ist das so?" Ich lächelte und reichte ihm das präparierte Glas. Wir tranken beide einen Schluck, sein Blick fest auf meinen gerichtet, völlig ahnungslos. Ich stellte mein Glas ab und machte mich sofort an meine Arbeit. Ich glitt auf seinen Schoß, bewegte meinen Körper verführerisch gegen seinen, um ihn abzulenken, während meine Finger an den Knöpfen seines Hemdes arbeiteten. Aber in dem Moment, als meine Hand nach dem Rand seiner Maske griff, schlug er mein Handgelenk gewaltsam weg. "Nein," knurrte er, sein Atem wurde flach, während er gegen den plötzlichen Hitzeschub zwischen uns ankämpfte. "Die Maske bleibt auf." Es war bizarr, aber ich konnte es mir nicht leisten zu widersprechen. Er war der Kunde. Der Raum wurde schwer von Spannung. Ich verlagerte mein Gewicht, drückte mich näher an ihn, führte seine Hände an meiner Taille entlang, während ich meine äußeren Schichten ablegte. Die Luft fühlte sich dick an, aufgeladen mit einer plötzlichen, überwältigenden Reibung. "Was für einen makellosen Körper du hast," krächzte er, seine Hände fuhren die Kurve meiner Hüften nach, seine Berührung sandte ein unwillkürliches Schaudern über meine Wirbelsäule. Eine Welle der Selbstverachtung traf mich. Ich fühlte mich unglaublich billig, aber ich drückte das Gefühl herunter. Das ist nur Geschäft, erinnerte ich mich selbst. "Danke," flüsterte ich gegen seinen Hals. Die Begegnung war ein Wirbel aus Schatten, gedämpftem Atem und dem langsamen, bedachten Rhythmus der Verführung. Ich bewegte mich mit geübter Anmut, hielt ihn völlig auf das körperliche Gefühl konzentriert, während ich im Kopf die Minuten zählte und darauf wartete, dass das Beruhigungsmittel wirkte. Doch trotz der Stärke der Droge blieb sein Griff fest, seine Ausdauer widersetzte sich meinen Berechnungen. Als es vorbei war, lagen wir verschlungen in den Laken, sein Atem schwer, aber seine Augen waren immer noch offen. Er wurde nicht bewusstlos. "Du warst unglaublich," flüsterte er in mein Ohr, seine tiefe Stimme sandte ein seltsames, echtes Kribbeln über meine Wirbelsäule. Was zum Teufel, Summer? Er ging ins Bad, um sich zu säubern. Ich nutzte die Gelegenheit, schnappte mir ein paar wertvolle Dinge und verschwand. "Dark Bird, wann können wir uns als Nächstes treffen? Du warst wirklich mehr als das, was das Gerücht sagte." hörte ich ihn fragen, aber ich wagte nicht zurückzukommen. Im Flur stieß ich gegen die Brust eines Mannes. Was für eine starke Brust, das ist, dachte ich, während ich über sein gutaussehendes Gesicht sabberte. Ich bin eben nur ein Mädchen, oder? "Dark Bird!! Reiß dich zusammen." hörte ich Amandas Stimme, als sie vorbeiging. "Es tut mir so leid, Sir. Ich habe nicht darauf geachtet, wohin ich gehe." entschuldigte ich mich, meine Augen nach unten gerichtet. Er zischte nur und ging davon. Was für ein unhöflicher Flegel, dachte ich und ging auch meines Weges. Nicht lange danach wurde ich erneut umgehauen, von einer anderen breiten Brust. Bevor ich "Es tut mir leid" sagen konnte, sackte ich zusammen. Und ich hörte diese Stimme: "Dark Bird, denkst du, du kannst mir entkommen?"CLYDES SICHTIch brachte Gabrielle heil nach Hause, auch wenn "heil" schon großzügig formuliert war. Sie hatte während der gesamten Fahrt kein Wort gesagt. Sie starrte einfach aus dem Fenster, die Arme verschränkt, als würde sie sich mit Gewalt zusammenhalten."Schlüssel," sagte ich vor ihrer Tür und streckte die Hand aus.Sie grub sie aus ihrer Tasche hervor, ohne mich anzusehen, und ließ mich sie aufschließen, ließ mich sie mit einer Hand, die nahe an ihrem Rücken schwebte, nicht ganz berührte, hinein steuern. Ich holte ihr ein Glas Wasser. Sie trank es nicht. Ich holte ihr eine Decke. Sie brauchte sie nicht, aber sie zog sie trotzdem um ihre Schultern, als würde das Gewicht davon helfen."Du musst nicht auf mich aufpassen," sagte sie schließlich, zusammengerollt in der Ecke ihres Sofas."Ich passe nicht auf. Ich stelle sicher, dass du nicht auseinanderfällst, sobald ich zur Tür hinausgehe." Ich setzte mich auf die Kante des Couchtische
CLYDES SICHTIn dem Moment, als wir in Daniels Haus hineingingen, spürte ich, wie sich jeder Kopf im Raum drehte.Gabrielle hatte ihren Arm in meinen gehakt, das Kinn erhoben, jeder Zentimeter das Mädchen, das genau wusste, welchen Auftritt sie hinlegte. Geflüster folgte uns durch die Menge - einiges über ihr Kleid, das meiste, da war ich mir ziemlich sicher, über mich."Entspann dich," murmelte sie durch ein Lächeln, das nie wankte. "Du siehst aus, als würdest du zu einer Prüfung gehen.""Ich komme nicht gut damit klar, wenn Leute starren," murmelte ich zurück."Gewöhn dich dran. Du gehörst mir heute Nacht." Sie sagte es so leicht, wie eine Zeile aus einem Drehbuch, und ich sagte mir, dass genau das ist, was es war. Eine Vorstellung. Nichts weiter.Wir hatten noch nicht mal den Getränketisch erreicht, bevor ein Mädchen, das ich nicht erkannte, an meinem Ellbogen auftauchte, komplett mit Wimpernverlängerungen und einbeübtem Lache
CLYDES SICHTSummer hatte mich angerufen, um zu sagen, dass sie mit Kingsleys Mutter im Krankenhaus sein würde, was mich genau dort zurückließ, wo ich nicht sein wollte - allein mit meinen eigenen Gedanken für die Nacht."Erde an Clyde!" Gabrielle schnippte mit den Fingern vor meinem Gesicht und brachte mich zurück ins Bewusstsein. "Woran denkst du, dass du komplett abgeschaltet hast?""Nicht viel. Nur dies und das." Ich zuckte mit den Schultern. "Bist du bereit?""Ich wurde bereit geboren." Sie grinste und griff schon nach ihrer Tasche. Wir waren unterwegs zu einer Party, die einer unserer Freunde zusammengestellt hatte; eine Ersatz-Willkommensparty, da die echte Orientation-Show verschoben worden war."Trägerloses Kleid oder Korsettkleid?" fragte sie auf dem Weg dorthin und hakte eine Hand in meine Schulter, als würde es nichts bedeuten. Es bedeutete wirklich nicht nichts. Aber ich erstarrte unter ihrer Handfläche."Beide. Du w
KINGSLEYS SICHTDie Krankenhauslichter waren zu weiß. Zu sauber. Als würden sie versuchen, jedes Fitzelchen Panik auszubleichen, das sich durch meine Brust krallte.Ich stürmte so schnell durch die Notaufnahmetüren, dass eine Krankenschwester fast ihr Klemmbrett fallen ließ."Wo ist sie? Eleanor Roberts, wo ist sie?" verlangte ich, meine Stimme brach auf eine Art, die ich hasste."Sir, bitte beruhigen Sie sich." sagte sie zu mir."Sag mir nicht, ich soll mich beruhigen!" fuhr ich auf und bereute die Schärfe in meinem Ton sofort. Sie zuckte zusammen. Ich fuhr mir mit einer Hand übers Gesicht. "Es tut mir leid. Bitte, meine Mutter. Wo ist sie?" fragte ich diesmal geduldig.Sie zeigte den Flur hinunter, und ich bewegte mich schon, bevor sie den Satz beendet hatte.Ich fand zuerst Felix, der vor einer geschlossenen Tür auf und ab lief wie ein Mann, der eine Entschuldigung probte, die er nicht verdient hatte. George saß zusammengesackt auf einem Plastikstuhl, seine Ellbogen auf den Knien,





