MasukKian hat die Welt vor dem Frost gerettet, doch er ist in seinem eigenen Eis gefangen. Um nicht endgültig zu einer gefühllosen Statue zu erstarren, segelt die Crew der Schwarzen Muräne an den gefährlichsten Ort der Welt: die Feuerinseln. Hier kocht der Ozean, Asche verdunkelt den Himmel und gigantische, vulkanische Schildkröten – die Leviathane – schlafen unter den Wellen. Doch der fanatische "Kult der Asche" unter Führung der Hohepriesterin Ignis will die uralten Monster wecken, um die Welt in einem Meer aus Lava zu reinigen. Angetrieben von einer defekten Maschine, die Kians Vater einst zurückließ, droht der Vulkan zu explodieren. Kian, Talisa und der geniale Ingenieur Silas müssen tief in das Herz des Berges hinabsteigen. Dort wartet auf Kian die ultimative Prüfung: Er muss das perfekte Gleichgewicht zwischen Feuer und Eis finden, bevor die Welt in Flammen aufgeht.
Lihat lebih banyakDie Nacht wurde zu einer Symphonie aus kratzenden Schaufeln, ächzendem Metall und dem leisen Murmeln von Menschen, die nicht aufgaben. Fackeln aus ölgetränkten Lappen tauchten den zerstörten Hang in ein flackerndes, warmes Licht.Niemand aus der Crew der Schwarzen Muräne dachte an Schlaf. Captain Vane, der normalerweise jede Art von Landarbeit mit einem abfälligen Schnauben abtat, wuchtete mit seinen breiten Schultern schwere, verbogene Stahlplatten aus dem Schlamm.Talisa lag bäuchlings auf der aufgewühlten Erde. Wo sie sonst mit chirurgischer Präzision Dolche warf, grub sie nun mit bloßen Händen, um die verschütteten Pflanzen zu retten. „Hier ist noch eine!“, rief sie triumphierend und zog eine der Ranken mit den leuchtend roten Wasserfrüchten vorsichtig aus dem Geröll. Die Blätter waren zerknautscht, aber der dicke Haupttrieb war intakt. Behutsam legte sie die Pflanze in einen provisorischen Korb. Daneben stapelten sich bereits dutzende der geretteten, scharfen Zwiebelknollen.Sila
Die Melodie der selbstgebauten Saiteninstrumente schwebte gerade friedlich in den Nachthimmel hinauf, als die Musik jäh von einem tiefen, unheilvollen Grollen unterbrochen wurde.Kian spürte es zuerst – nicht über seine Ohren, sondern durch die Vibrationen im feuchten Sand unter seinen Stiefeln. Das Grollen wurde zu einem Dröhnen, das aus der Tiefe des Atolls aufzusteigen schien. Dann begann die Erde zu beben.„Festhalten!“, brüllte Captain Vane und klammerte sich instinktiv an einen der schweren, in den Boden gerammten Holztische.Die Erschütterung war kurz, aber extrem heftig. Eines der kunstvollen Windspiele riss aus seiner Verankerung und schepperte zu Boden. Die Laternen aus geschliffenem Glas schwankten wild, und ein lautes, metallisches Kreischen zerriss die Luft, als würden massive Stahlträger gegeneinander reiben.Dann folgte das furchterregendste Geräusch von allen: ein massives, dumpfes Krachen, gefolgt vom Rauschen rutschender Erde und kollabierendem Schrott.Als das Beben
Die Eiersuche erwies sich als weitaus nervenaufreibender, als Talisa zugeben wollte. Mit der gebotenen Vorsicht einer Attentäterin, die ein imperiales Waffenlager infiltriert, näherte sie sich den gepolsterten Nistkästen im Inneren des umgebauten Truppentransporters.„Das ist absurd“, flüsterte sie und starrte eine besonders plüschige, weiße Henne an, die schläfrig auf ihrem Gelege saß und leise gurrte. „Ich kann einem Wachmann im Dunkeln die Waffe abnehmen, aber ich habe Angst, dass mir dieses Federvieh in die Finger hackt.“Kian lachte leise und trat neben sie. „Du darfst nicht zögern. Sie spüren, wenn du nervös bist. Lass fließende Bewegungen zu, wie Wasser.“ Er griff sanft, aber bestimmt unter eine andere Henne, die sich nur leicht anhob, und zog ein makelloses, warmes Ei hervor. Er legte es vorsichtig in seinen Weidenkorb.Talisa atmete tief durch, schob ihre Lederhandschuhe etwas höher und ahmte Kians fließende Bewegung nach. Zu ihrer eigenen Überraschung ließ die weiße Henne es
Während sie die friedlichen Beete hinter sich ließen, mischte sich plötzlich ein völlig neues, aufgeregtes Geräusch unter das ferne Rauschen der Brandung. Es war ein lautes, kehliges Gackern, begleitet von einem rhythmischen Pochen gegen Metall.Elara führte die Crew um eine ausgediente, hochkant aufgestellte Schiffsschraube herum. Dahinter offenbarte sich ein Anblick, der selbst Silas für einen Moment sprachlos machte.Ein riesiger, zylindrischer Hohlraum – zweifellos das aufgeschnittene Mittelstück eines alten imperialen Truppentransporters – war zu einem gigantischen, mehrstöckigen Hühnerstall umgebaut worden. Aus den ehemaligen Bullaugen ragten gemütliche Nistkästen, die mit weichen Holzspänen und getrocknetem Seegras gepolstert waren. Ein ausgeklügeltes System aus alten, polierten Messingrohren sammelte Regenwasser, das in kleine, saubere Trinkbecken rieselte.Überall wuselten robuste, stolze Hühner herum. Ihr Gefieder leuchtete in warmen Kupfer-, Rostrot- und tiefen Brauntönen,
Prolog: Der Schlafende Gott erwacht Der Himmel über dem östlichen Rand der Welt kannte kein Blau. Er war die Farbe von altem Rost und frischem Blut. Asche fiel wie grauer Schnee auf das Deck der Sonnenanbeter, ein kleines Schiff aus verkohltem Holz, dessen Segel r
Aus dem blubbernden Magmasee erhoben sich fünf gewaltige Kreaturen. Sie hatten die Formvon Skorpionen, doch ihre Panzer bestanden aus tiefschwarzem, scharfkantigem Obsidian,durch dessen Risse flüssige Lava pulsierte. Ihre Stacheln tropften vor weißglüh
Die blinde Schlange glitt mit atemberaubender Geschwindigkeit durch die steilen, dunklen Kühlkanäle des Leviathans. Kian, Talisa und Silas folgten ihr so schnell sie konnten. Die Tunnel waren feucht und kühl – ein krasser Gegensatz zu der mörderischen Hitze, die sie
Das eiskalte Grundwasser war für Kian wie ein zweites Leben. Er lag bis zur Brust in dem unterirdischen Becken, die Augen geschlossen. Mit jedem Atemzug zog er die Kälte des Wassers in sich auf. Die roten, verbrannten Stellen auf seiner Haut verblassten, und die l






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