LOGINKian hat die Welt vor dem Frost gerettet, doch er ist in seinem eigenen Eis gefangen. Um nicht endgültig zu einer gefühllosen Statue zu erstarren, segelt die Crew der Schwarzen Muräne an den gefährlichsten Ort der Welt: die Feuerinseln. Hier kocht der Ozean, Asche verdunkelt den Himmel und gigantische, vulkanische Schildkröten – die Leviathane – schlafen unter den Wellen. Doch der fanatische "Kult der Asche" unter Führung der Hohepriesterin Ignis will die uralten Monster wecken, um die Welt in einem Meer aus Lava zu reinigen. Angetrieben von einer defekten Maschine, die Kians Vater einst zurückließ, droht der Vulkan zu explodieren. Kian, Talisa und der geniale Ingenieur Silas müssen tief in das Herz des Berges hinabsteigen. Dort wartet auf Kian die ultimative Prüfung: Er muss das perfekte Gleichgewicht zwischen Feuer und Eis finden, bevor die Welt in Flammen aufgeht.
View MoreDer pechschwarze Smog der imperialen Schornsteine lag endlich hinter ihnen. Die Schwarze Muräne glitt leise durch ein Labyrinth aus tückischen Riffen, weit abseits der gängigen Handelsrouten. Captain Vane stand am Steuerrad und navigierte blind nach einer alten, handgezeichneten Karte, die Silas in den Archiven der Festung des Rauchs "ausgeliehen" hatte. „Wir sind fast da“, rief Silas vom Krähennest hinunter, während der kleine Messing-Frosch Archimedes auf seiner Schulter saß und aufgeregt Surrr-Quak machte. „Die magnetischen Anomalien schirmen diese Koordinaten komplett vor den imperialen Sonar-Bojen ab!“ Kian und Talisa traten an den Bug. Als sich der morgendliche Nebel lichtete, offenbarte sich vor ihnen keine gewöhnliche Südsee-Insel, sondern ein absolutes Wunderwerk der Zweckentfremdung. Es war ein ringförmiges Atoll, doch anstelle von einfachen Holzhütten erhoben sich dort Gebäude, die vollständig aus den Überresten imperialer Zerstörung erbaut waren. Ausgemusterte, verroste
Der Große Tempel war still geworden. Ohne Ignis’ fanatische Schreie und das bedrohliche Pochen der Maschine wirkte der gewaltige Krater plötzlich friedlich. Die Tausenden von Kultisten hatten ihre Waffen niedergelegt. Viele weinten, andere starrten einfach nur auf das sanft gluckernde Wasser des heiligen Beckens, in dem die riesige weiße Schlange nun ruhig ruhte. Sie hatten verstanden, dass ihr Gott kein Zerstörer war. Während die Bewohner der Insel begannen, die Trümmer ihres falschen Glaubens wegzuräumen, durchsuchten Talisa und Silas die privaten Gemächer der Hohepriesterin. „Wenn Ignis etwas Wertvolles hatte, dann hier“, murmelte Silas, dessen linker Arm nun provisorisch geschient war. Sie fanden keine Goldmünzen oder Waffen. Aber auf einem massiven Altar aus Obsidian, geschützt von einer gläsernen Kuppel, lag etwas, das den ganzen Raum in ein warmes, goldenes
Ignis stand in der Mitte der steinernen Brücke, die sich wie ein feiner Faden über den bodenlosen, glühenden Schlund des Vulkans spannte. In ihren erhobenen Händen sammelte sich eine Kugel aus purem, weißem Feuer. Die Hitze, die davon ausging, ließ den Fels unter ihren Füßen weich werden. Wenn sie diesen konzentrierten Zorn in den Schacht schleuderte, würde das Magma explodieren und die Insel mitsamt dem Leviathan in Stücke reißen. „Für die Reinigung!“, kreischte Ignis, die Augen blind vor Wahn. Kian rannte auf den Abgrund zu. Er wusste, er konnte diesen Zauber nicht physisch aufhalten. Er musste ihn ersticken. Er riss die Arme hoch und entfesselte alles, was der „Winter aus Stahl“ ihm gegeben hatte. Ein ohrenbetäubendes Heulen erfüllte den Tempel, als ein Blizzard aus absoluter Kälte aus Kians Händen schoss. Der Eissturm prallte genau in dem Moment auf Ignis, als sie den Fe
Die blinde Schlange glitt mit atemberaubender Geschwindigkeit durch die steilen, dunklen Kühlkanäle des Leviathans. Kian, Talisa und Silas folgten ihr so schnell sie konnten. Die Tunnel waren feucht und kühl – ein krasser Gegensatz zu der mörderischen Hitze, die sie noch vor einer Stunde fast getötet hätte. Je höher sie stiegen, desto lauter wurde ein rhythmisches Pochen. Es war nicht das mechanische Schlagen von Corvus' Maschine. Es waren Trommeln. Hunderte von Trommeln. Dazu gesellte sich ein monotoner, fanatischer Singsang, der durch das Gestein vibrierte. „Wir nähern uns der Oberfläche“, rief Silas, dessen Atem in der kalten Luft des Tunnels kleine weiße Wölkchen bildete. „Direkt unter dem Hauptkrater!“ Die Schlange blieb vor einem runden Schacht stehen, der senkrecht nach oben führte. Schwaches, orangefarbenes Licht fiel von oben herab, zusammen mit dem Geruc
Aus dem blubbernden Magmasee erhoben sich fünf gewaltige Kreaturen. Sie hatten die Formvon Skorpionen, doch ihre Panzer bestanden aus tiefschwarzem, scharfkantigem Obsidian,durch dessen Risse flüssige Lava pulsierte. Ihre Stacheln tropften vor weißglüh
Prolog: Der Schlafende Gott erwacht Der Himmel über dem östlichen Rand der Welt kannte kein Blau. Er war die Farbe von altem Rost und frischem Blut. Asche fiel wie grauer Schnee auf das Deck der Sonnenanbeter, ein kleines Schiff aus verkohltem Holz, dessen Segel r
Das eiskalte Grundwasser war für Kian wie ein zweites Leben. Er lag bis zur Brust in dem unterirdischen Becken, die Augen geschlossen. Mit jedem Atemzug zog er die Kälte des Wassers in sich auf. Die roten, verbrannten Stellen auf seiner Haut verblassten, und die l
Die Hitze in der Magmakammer war erdrückend, aber die Aura der Hohepriesterin Ignisschien den Raum noch weiter aufzuheizen. Die Flammen in ihren Händen züngelten hungrig,und das Lächeln auf ihren Lippen war das eines Raubtiers, das seine Beute in die En






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