Die Gezeiten-Rebellen  Band 4: Das Erbe des Architekten

Die Gezeiten-Rebellen Band 4: Das Erbe des Architekten

last updateÚltima actualización : 2026-05-09
Por:  AzillaActualizado ahora
Idioma: Deutsch
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Kian hat das Eis besiegt und seine menschliche Wärme zurückgewonnen. An Bord der Schwarzen Muräne könnte das Leben endlich friedlich sein – zumal aus der tiefen Freundschaft zwischen ihm und der furchtlosen Kriegerin Talisa endlich mehr wird. Doch die Vergangenheit ruht nicht. Als der geniale Ingenieur Silas eine kryptische, mechanische Karte entschlüsselt, beginnt für die Rebellen das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens. Die Karte führt zu Atlantis-Null, der legendären Meister-Werkstatt von Kians Vater Corvus. Dort soll eine Erfindung ruhen, die den Krieg gegen das eiserne Imperium für immer beenden könnte. Doch sie sind nicht die Einzigen, die das Rätsel jagen. Der skrupellose Korsar „Silberzunge“ Locke, ein ehemaliger Schüler von Corvus, ist ihnen dicht auf den Fersen – bewaffnet mit tödlicher Kristall-Magie und einem dunklen Geheimnis über Kians wahre Herkunft. Eine atemlose Schatzsuche durch flüsternde Nebelriffe, rostige Schiffsfriedhöfe und gewaltige Strudel beginnt. Am Ende der Welt muss Kian entscheiden, was ihm wichtiger ist: das gewaltige Erbe seines Vaters, oder das Leben und die Liebe, die er sich selbst erkämpft hat.

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Capítulo 1

Kapitel 7: Klingen im Rost

Das Heulen von Lockes Kristallkanonen erreichte einen ohrenbetäubenden Höhepunkt. Das 

blaue Licht spiegelte sich auf den öligen Wellen des Ehernen Meeres. 

Kian ignorierte das tödliche Leuchten. Er riss die Arme hoch und stieß einen 

markerschütternden Schrei aus. Das Wasser um die Schwarze Muräne herum explodierte 

förmlich nach oben. Es war kein feiner Strahl, sondern ein gewaltiger, rotierender Geysir, der 

mit dem Druck eines platzenden Staudamms direkt gegen die Unterseite des massiven 

Wracks über ihnen schoss. Der jahrzehntealte Rost wurde in Sekundenbruchteilen von den 

gigantischen Zahnrädern und Gelenken des imperialen Dreadnoughts gewaschen. 

„Der Mechanismus ist frei!“, brüllte Silas. Er hing mit einer Hand an einer schwingenden 

Takelage, holte mit seinem schweren Schraubenschlüssel aus und schlug mit all seiner Kraft 

gegen den nun freigelegten, armdicken Sicherungsbolzen des Wracks. 

KLONG! 

Der Bolzen gab nach. Ein Stöhnen ging durch das alte Metall, lauter als jeder Donnerschlag. 

Tausende Tonnen von imperialem Stahl, Schrott und Ketten lösten sich aus ihrer 

Verankerung und stürzten direkt auf die Splitter hinab. 

Lockes überhebliches Grinsen verschwand. „Feuer! Zerschießt die Trümmer!“, schrie er 

panisch. Die blauen Kristallstrahlen zuckten nach oben und ließen einige der fallenden 

Stahlträger zu Staub zerfallen, aber es war einfach zu viel Masse. Mit einem verheerenden 

Krachen schlug das Heck des Dreadnoughts auf dem Deck der Splitter ein. Zwei der vier 

Kristallkanonen wurden augenblicklich unter dem Schrott zermalmt. 

Die Druckwelle und die herabfallenden Trümmer drückten Lockes Schiff unkontrolliert zur 

Seite – direkt in die Flanke der Schwarzen Muräne. Holz kreischte gegen polierten Rumpf, 

als die beiden Schiffe sich ineinander verhakten. 

„Das ist unsere Chance!“, rief Talisa. Sie riss ein Enterseil aus der Halterung. Ihre Augen 

blitzten vor Kampfeslust. „Macht sie fertig!“ 

Sie schwang sich über die Reling, stieß sich ab und landete mit einer eleganten Vorwärtsrolle 

direkt auf dem Deck der Splitter. Noch bevor sie sich aufrichtete, flogen ihre Dolche. Zwei 

von Lockes Freibeutern fielen mit durchtrennten Waffengurten zu Boden. Sie war ein 

Wirbelwind aus Leder und imperialem Stahl. 

Kian folgte ihr nur einen Wimpernschlag später. Er wusste, dass große Wasserangriffe hier 

nutzlos waren – Locke hatte noch immer seine Kristallpistole. Also griff Kian auf die 

Lektionen zurück, die Talisa ihm in endlosen Trainingsstunden beigebracht hatte. Ein riesiger 

Korsar stürzte mit einem Entermesser auf ihn zu. Kian wich nicht zurück, sondern tauchte 

unter dem Schlag hindurch. Er zog nur einen winzigen Tropfen Wasser aus der Luft, fror ihn 

zu einer nadelscharfen Eisklinge an seinen Knöcheln und schlug dem Mann hart gegen einen 

Nervenpunkt am Hals. Der Pirat klappte lautlos zusammen. 

„Kian!“, schrie eine wütende Stimme. 

Silberzunge Locke bahnte sich einen Weg durch das Chaos. Sein teurer Samtmantel war 

zerrissen, sein Hut fehlte, und er sah absolut mörderisch aus. Er riss seine Kristallpistole hoch 

und zielte direkt auf Kians Brust. 

„Dein Vater war ein Narr, und du bist es auch!“, zischte Locke und drückte ab. 

Der blaue Strahl schoss lautlos auf Kian zu. Kian erschuf keinen Schild. Stattdessen warf er 

sich flach auf die regennassen Planken des Decks und schlitterte unter dem tödlichen Licht 

hindurch, das ein faustgroßes Loch in die Reling hinter ihm fraß. 

Aus der Bewegung heraus trat Kian hart gegen Lockes Knie. Der Korsar stolperte fluchend, 

feuerte wild in die Luft und verlor das Gleichgewicht. Kian sprang auf, packte Lockes 

Handgelenk und verdrehte es gnadenlos. Die Kristallpistole fiel klappernd auf das Deck. 

Locke schnappte nach Luft, aber bevor er sich wehren konnte, spürte er den kalten, 

unzerstörbaren Stahl von Talisas Dolch an seiner Kehle. Sie war lautlos hinter ihn getreten. 

„Beweg dich, und ich zeige dir, wie scharf das Erbe des Imperiums wirklich ist“, flüsterte sie 

bedrohlich. 

Der Kampf um sie herum erstarb. Die restlichen Freibeuter ließen ihre Waffen fallen, als sie 

sahen, dass ihr Kapitän besiegt war. 

Locke schluckte, aber das arrogante Lächeln kehrte langsam auf seine Lippen zurück. Er 

blickte zu Kian auf. „Glückwunsch. Ihr habt die Schlacht gewonnen. Aber den Krieg um 

Atlantis-Null werdet ihr verlieren. Ohne mich kommt ihr nicht durch den Mahlstrom.“ 

„Wir haben die Karte“, sagte Kian kalt und drückte Lockes Arm etwas fester auf den Rücken. 

„Wir brauchen dich nicht.“ 

„Oh, Kian“, lachte Locke leise, obwohl der Dolch an seinem Hals kratzte. „Die Karte zeigt 

euch nur das Wo. Aber Corvus hat die Tür zu seiner Werkstatt verschlossen. Um sie zu 

öffnen, braucht man seinen biometrischen Schlüssel. Sein Blut. Seine Magie. Und er hat 

diesen Schlüssel vor seinem Tod an jemanden weitergegeben.“ 

Kian gefror das Blut in den Adern. „An wen?“ 

Lockes Lächeln wurde breiter, und er blickte Kian direkt in die braunen Augen. „An mich. 

Ohne mich bleibt die Tür für immer zu. Wenn ihr euren Vater verstehen wollt, müsst ihr mich 

mitnehmen.“ 

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