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Kapitel 2

Author: Echo
Als ich Andrews misstrauischen grauen Blick sah, zwang ich mich, ruhig zu bleiben.

„Nichts ist los“, sagte ich beiläufig und lenkte dann ganz bewusst ab. „Weißt du noch, was heute für ein Tag ist?“

Andrews Miene erstarrte. In seinen Augen flackerte Panik auf. Ich sah, wie sein Adamsapfel auf und ab ging, während er fieberhaft nachdachte.

„Heute ist...“ Seine Stimme klang unsicher.

„Unser fünfter Jahrestag“, sagte ich leise. „Der fünfte Jahrestag unserer Paarung.“

Mit einem Schlag wich ihm jede Farbe aus dem Gesicht. Schuld und Unruhe traten an ihre Stelle.

Er öffnete den Mund, als wollte er etwas sagen. Doch am Ende kam nur ein kaum hörbares Ausatmen heraus.

„Lucia, ich...“

„Schon gut.“ Ich schnitt ihm die Entschuldigung ab. Meine Stimme blieb unnatürlich ruhig. „Ich weiß, dass du beschäftigt bist. Rudelangelegenheiten sind wichtig, oder?“

Gerade meine Ruhe machte ihn nervös.

Normalerweise wäre ich verletzt gewesen, wenn er ein wichtiges Datum vergaß. Ich hätte ihn zur Rede gestellt. Ich hätte eine Erklärung verlangt.

„Ich mache es wieder gut“, sagte Andrew hastig. „Was willst du? Schmuck? Eine neue Handtasche? Eine Reise nach Paris?“

Ich sah in sein angespanntes Gesicht, und eine Welle aus Traurigkeit stieg in mir auf.

„Ich will nur eine Sache“, sagte ich langsam.

„Alles.“

„Erinnerst du dich an das Versprechen, das du mir vor fünf Jahren bei deinem Antrag gegeben hast?“

Andrew suchte in seiner Erinnerung.

„Du hast gesagt“, fuhr ich fort, „du würdest mir ein ganzes Feld voller Regenbogenmondblumen pflanzen. Unser Symbol für wahre Liebe.“

Jetzt erinnerte er sich. Sein Gesicht verdunkelte sich noch mehr vor Schuld.

Fünf Jahre lang hatte er sich so sehr in Rudelangelegenheiten verloren, dass er dieses Versprechen vollkommen vergessen hatte.

„Ich kümmere mich sofort darum.“

Andrew zog augenblicklich sein Handy heraus.

„Ich lasse die Samen sofort liefern.“

Nachdem er aufgelegt hatte, sah er mich an.

„Sie sind in weniger als einer Stunde hier. Ich pflanze jede einzelne Samen für dich selbst ein.“

Ich nickte nur und sagte nichts.

Eine Stunde später kam sein Assistent mit einem Dutzend Säcken Regenbogenmondblumen Samen zurück.

Andrew zog sich um und begann im Mondlicht zu graben.

Er stellte sich dabei ungeschickt an.

Ich stand auf der Terrasse und sah ihm schweigend zu.

Früher hätte mich dieser Anblick zu Tränen gerührt.

Jetzt fühlte es sich nur noch bitter ironisch an.

„In sieben Tagen werden sie in den schönsten Farben blühen“, sagte er, während er pflanzte. „Dann sehen wir sie uns zusammen an, Babe.“

Ich lächelte schwach.

In sieben Tagen wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier, um ihre Blüte zu sehen.

Zwei Stunden später war Andrew endlich fertig.

„Geh duschen“, sagte ich.

Er nickte, beugte sich zu mir und küsste mich zärtlich auf die Stirn.

„Wenn es dich glücklich macht, tue ich alles, Lucia. Für dich würde ich alles tun.“

Nachdem Andrew nach oben gegangen war, bemerkte ich etwas, das aus seiner Jackentasche gerutscht war.

Ein schwarzer Spitzen Slip.

Er roch durchdringend nach Crystal.

Noch schlimmer war, dass meine scharfen Sinne sofort zerfetzte Bilder aufnahmen, die an dem Stoff haften geblieben waren.

Andrew drückte die Frau auf das Sofa in seinem Büro. Ihre Beine schlangen sich um seine Hüfte, während er ihr die Kleidung vom Leib riss...

Galle schoss mir in den Hals.

Ich konnte sie nicht zurückhalten. Ich stürzte ins Bad und übergab mich. Alles, was noch in meinem Magen gewesen war, kam hoch.

Die Galle brannte mir im Hals, und mir liefen Tränen über das Gesicht.

Nicht aus Liebeskummer.

Nur aus blankem Ekel.

Dieser Mann ekelte mich bis ins Innerste an.

„Lucia?“

Andrews Stimme klang von oben herab, gleich darauf folgten hastige Schritte.

Er stürmte herein. Um seine Hüfte war nur ein Handtuch geschlungen. Aus seinen Haaren tropfte noch Wasser.

„Was ist los? Geht es dir schlecht?“

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