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last update Fecha de publicación: 2026-05-17 22:55:15

Mathildas POV

Heute ist der Tag, den ich am meisten hasse.

Der 1. März 2017 ist das schrecklichste und traurigsten Datum meines Lebens.

Ein Sarg, der bereits im Boden liegt, fühlt sich immer noch wie ein Albtraum an. Ich habe meine Mutter verloren. Es gibt keine Frau mehr, die mich verteidigt, wenn meine Mitschüler, die ein besseres Leben haben, mich schikanieren.

Wo soll ich all die Tränen und die Erschöpfung lassen, die mich so oft quälen?

Mein Vater ist am Boden zerstört. Seit heute Morgen bleibt er in seinem Zimmer. Er weigerte sich, zur Beerdigung meiner Mutter zu kommen, selbst als der Sarg ein letztes Mal geöffnet wurde. Er wollte sie nicht sehen.

„Mathilda, es tut mir sehr leid für deinen Verlust.“

Eine warme Umarmung kam von Frau Rosa, die gerade am Friedhof angekommen war.

Ich nickte ergeben, während ich mir die Tränen abwischte, die seit fünfzehn Minuten unaufhörlich flossen.

„Danke, Frau Rosa.“

Das war der einzige Satz, den ich sagen konnte. Ich blickte zurück auf das Grab meiner Mutter. Ich kann es immer noch nicht glauben… sie ist wirklich gegangen.

„Wo ist dein Vater?“, fragte Frau Rosa.

„Er ist nicht gekommen, er ist noch zu Hause. Ich habe ihn überredet, genauso wie die Onkel und Tanten, die gekommen sind, aber mein Vater war zu traurig, um zu sehen, wie seine Frau begraben wird.“

Frau Rosa lehnte ihren Kopf an meine Schulter. Ich konnte ihre tiefe Traurigkeit spüren.

„Das Leben ist seltsam, Frau Rosa. Ich brauche Zuneigung von jemandem, der sich wirklich um mich kümmern und mich beschützen kann, aber jetzt ist auch sie weg. Wissen Sie, ich war schon immer ein unattraktives Mädchen und wurde oft verspottet. Ohne meine Mutter wäre ich nie so weit gekommen. Glaubt Gott, dass ich stark genug bin, um dieser grausamen Welt zu begegnen?“

Als wäre es eine Antwort auf meine komplizierte Frage, donnerte es am Himmel. Dunkle Wolken zogen auf, und langsam begann es zu regnen—zuerst leicht, dann immer stärker.

„Komm, Mathilda, wir müssen bald nach Hause gehen. Es wird regnen, sieh dir den Wind und den dunklen Himmel an.“

Frau Rosa nahm meinen Arm, doch ich hielt sie sanft zurück und löste mich aus ihrem Griff.

„Sie können gehen, Frau Rosa. Ich bleibe hier. Ich möchte im Regen weinen und die Einsamkeit genießen.“

„Großmutter!“

Ein lauter Ruf ließ mich mich umdrehen. Ich sah Fredric, der mit einem Regenschirm auf uns zulief.

Frau Rosa trat sofort zurück, als sie ihren Enkel sah.

„Komm, Großmutter, gehen wir nach Hause! Warum stehst du noch hier?!“ rief Fredric.

Ich sah keinen von beiden mehr an. Mein Blick lag wieder auf dem Grab meiner Mutter.

Einen Moment lang wurde es still. Ich dachte, sie wären gegangen… aber das waren sie nicht. Plötzlich griff Fredric nach meiner Hand.

„Lass mich los!“

Reflexartig riss ich mich los. Ehrlich gesagt war ich wütend, so gezwungen zu werden. Es ist nicht so, dass ich seine Aufmerksamkeit nicht schätze, aber ich möchte diesen Schmerz im Regen durchleben. Verstehen sie das denn nicht?

„Du bist so stur! Es regnet—worauf wartest du noch? Selbst wenn du hier bleibst, kommt deine Mutter nicht zurück. Du musst diese Realität akzeptieren!“

Ich drehte mich zu Fredric um, der inzwischen ebenfalls durchnässt war. Er hatte seinen Regenschirm bereits Frau Rosa gegeben. Zum ersten Mal war ich wirklich wütend… und ich hasste ihn.

„Natürlich werde ich mich dem stellen, Fredric. Ich weiß das, und du musst es mir nicht sagen. Aber ich will trotzdem hier bleiben. Was ist daran falsch? Geh nach Hause—die Gesundheit deiner Großmutter ist wichtiger, als mich zu zwingen!“

„Tch! Klar! Glaubst du, ich kümmere mich um dich, weil du mir wichtig bist? Verdammt, komm, Großmutter! Ich habe dir gesagt, es ist sinnlos, mit dieser Frau zu reden!“

Fredric drehte sich um und ließ mich zurück. Ich hörte, wie Frau Rosa ihn leise bat, mich zu überreden, doch er ignorierte sie.

Er ging im Regen davon… während ich mich an den Rand des Grabes setzte und den immer stärker werdenden Regen auf mich fallen ließ.

**

Mai 2017

Ich rannte schnell in den Hof von Frau Rosa.

Ein Anruf von ihr, dass mein Vater plötzlich ohnmächtig geworden sei, machte mir große Sorgen.

Seit dem Tod meiner Mutter hat sich mein Vater in den letzten drei Monaten stark verändert. Er spricht kaum noch und hat seinen Appetit verloren. Nicht nur er—auch ich fühle mich so. Mein Leben ist farblos geworden. Selbst meine einst so starke Liebe zu Fredric scheint verschwunden zu sein.

Mir ist alles egal geworden. Ich versuche nur noch, stark zu bleiben, damit mein Vater nicht noch trauriger wird.

Er war auch mehrmals krank. Ich sagte ihm, er solle sich ausruhen, doch er weigerte sich. Er hasste es, zu Hause zu sein, weil es ihn an meine Mutter erinnerte.

Die Haushälterin von Frau Rosa begrüßte mich und brachte mich sofort zu dem kleinen Haus im Hinterhof.

Mein Vater lag schwach mit blassem Gesicht, als ich ankam.

„Papa…“

„Komm nicht näher.“

Ich blieb stehen, als er das sagte. Doch ich ignorierte es und machte einen weiteren Schritt.

Wer hätte das gedacht—mein Vater sah mich scharf an und rief erneut:

„KOMM NICHT NÄHER!“

Frau Rosa umarmte mich sofort und zog mich aus dem Haus. Mein Herz war völlig durcheinander. Was ist mit meinem Vater passiert?

„Mathilda, du musst den Wunsch deines Vaters respektieren. Er ist depressiv und tief traumatisiert…“

Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Frau Rosa hielt mich fest.

„Was soll ich jetzt tun? Er braucht doch jemanden an seiner Seite… aber wie, Frau Rosa? Ich bin so verwirrt!“

„Du musst Geduld haben. Der Tod deiner Mutter war die größte Angst deines Vaters. Jetzt ist er allein, und die Depression hat ihn fest im Griff. Ich werde langsam mit ihm sprechen. Bleib vorerst hier.“

„Großmutter, ich frage mich, wo du bist.“

Fredrics Stimme war zu hören. Ich hob den Blick und sah, wie er sich uns näherte—zusammen mit einer wunderschönen Frau namens Paula. Ich erkannte ihr Gesicht. Paula ist ein berühmtes Model, über das in letzter Zeit viel gesprochen wird.

Ich löste mich aus Frau Rosas Umarmung. Ich wollte sie nicht ansehen und senkte den Blick.

„Was für ein Zufall, dass du kommst, Fredric. Ich brauche deine Hilfe“, sagte Frau Rosa.

„Was denn?“, fragte er.

„Bring Mathilda nach Hause und begleite sie, damit sie ihre Sachen holen und hierher bringen kann.“

Ich drehte mich sofort zu Frau Rosa um und schüttelte den Kopf.

„Was?! Ich muss mit Paula zum Mittagessen! Ich bin hergekommen, um dich einzuladen, mit uns zu gehen. Warum soll ich Mathilda begleiten? Kann sie nicht alleine nach Hause gehen? Hat sie etwa vergessen, wo sie wohnt?!“ Fredric klang genervt, und sein Gesicht zeigte deutlich seinen Ärger.

„Es tut mir leid, Frau Rosa, aber Herr Fredric hat recht, ich ka—“

„Ich habe gesagt, du sollst sie begleiten, Fredric! Hörst du nicht mehr auf mich? Würde es dir etwas ausmachen, wenn mein Enkel Mathilda hilft?“ Frau Rosa wandte sich an Paula, die leicht stotternd den Kopf schüttelte.

„Ah! Komm schon, beeil dich!“

Fredric drehte sich sofort um und ging schnellen Schrittes davon.

Ich sah Frau Rosa an. Sie lächelte breit und sagte:

„Hol deine Kleidung und die wichtigsten Sachen. Beeil dich—du musst doch auch wieder zur Arbeit, oder?“

Ich konnte nur seufzen und langsam nicken.

Mir fehlten die Worte.

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