INICIAR SESIÓNFredrics POV
Ich weiß nicht, was meine Großmutter dazu gebracht hat, mich zu bitten, dieses Mädchen zu begleiten. Mein Gott! In meinem Auto ist noch nie jemand wie Mathilda mitgefahren.
Was, wenn ihr lockiges, rotes Haar den ganzen Rücksitz schmutzig macht? Ist ihr Hintern überhaupt sauber genug, um in meinem luxuriösen Wagen zu sitzen?
Ich bin so genervt.
Zum Glück ist Paula ziemlich freundlich und verständnisvoll. Ich habe mich nicht geirrt, sie als meine Freundin zu wählen.
Unsere Nähe in den letzten drei Monaten hat mich davon überzeugt, dass sie meine zukünftige Ehefrau sein wird. Klingt wie ein Scherz… aber ich liebe sie wirklich sehr.
Man könnte sagen, Paula ist die erste Frau, die mich dazu gebracht hat, ernsthaft den nächsten Schritt zu gehen. Bisher waren Frauen und Schönheit für mich nur ein Spiel, das mir egal war.
Paula kam in mein Leben und hinterließ einen anderen Eindruck. Sie hat es geschafft, mein Herz für die Liebe zu öffnen. Ich habe verstanden, wie ernst eine Beziehung ist. Ihre Schönheit und ihr freundliches Herz lassen keinen Zweifel.
Leider scheint meine Großmutter Paula nicht zu mögen. Jedes Mal, wenn ich erzähle, wie eng unsere Beziehung geworden ist, reagiert sie kühl und gleichgültig.
„Hier reicht es.“
Mathildas Stimme ließ mich instinktiv auf die Bremse treten. Wir waren an einem leeren Laden nicht weit von ihrem Haus angekommen.
„Beeil dich! Meine Zeit ist nicht nur dafür da, dich hierher zu bringen! Wenn es nicht meine Großmutter gewesen wäre, hätte ich dich nicht einmal mitgenommen.“
„Schatz, pass auf deine Manieren auf“, sagte Paula.
„Danke, Paula. Ich wäre auch nicht mitgekommen, wenn es nicht wegen Frau Rosa wäre!“
Ich warf Mathilda einen Blick zu, die auf Paulas Worte reagiert hatte. Wie kann sie es wagen, mir so zu antworten? Kaum hatte sie die Autotür geschlossen, berührte Paula sanft mein Gesicht.
„Warum bist du so wütend?“, fragte sie.
„Hast du nicht gehört, was sie gerade gesagt hat? Sie ist nur eine schwache Frau, die kein Recht hat, mir so frech zu antworten!“
„Du weißt doch, in welcher Lage Mathilda ist, oder? Ist es wirklich so wichtig, dass sie freundlich antwortet? Solltest du nicht verstehen, dass unsere Welt und ihre völlig unterschiedlich sind?“
Ich hatte nicht mit so einer Antwort von Paula gerechnet. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so grausam sein kann. Aber genau das gefällt mir—freundlich und gleichzeitig hart. Wie eine Rose. Für sie ist Mathilda nichts weiter als jemand, der nicht auf unsere Ebene gehört.
„Weißt du was? Ich dachte, du würdest auf Mathildas Seite stehen. Offenbar habe ich mich nicht geirrt. Wir müssen uns mit solchen Leuten nicht gut verstehen—irgendwann werden sie unsere Freundlichkeit nur ausnutzen. Das hat sich schon oft bewiesen.“
Paula lächelte breit. Ihre roten Lippen wirkten verführerisch und brachten mich dazu, sie sofort küssen zu wollen. Langsam näherte ich mich ihr, und als nur noch ein Zentimeter zwischen uns war, wurde plötzlich die hintere Autotür geöffnet.
„Ah, entschuldigung.“
Mathilda war zurück, mit einem Rucksack auf dem Rücken. Dieser störende Ausdruck lag in ihrem Gesicht, als sie unsere unterbrochene Nähe sah.
„Komm, Schatz, bringen wir Mathilda schnell nach Hause“, sagte Paula.
Ich warf Mathilda einen wütenden Blick zu und trat sofort aufs Gaspedal.
Verdammt. Wenn sie nicht reingekommen wäre, hätte ich meinen ersten Kuss mit Paula gehabt. Ich habe sie noch nie berührt. Das ist ein weiterer Grund, warum ich mir bei ihr so sicher bin. Sie ist völlig anders als alle Frauen, die ich bisher kannte.
Ich sah Mathilda im Rückspiegel an. Sie blickte still aus dem Fenster.
„Ich weiß nicht, was du vorhast. Aber eines solltest du wissen: Du wirst meine Großmutter nicht ausnutzen können, Mathilda.“
„Schatz, warum sagst du so etwas? Ich bin sicher, jemand wie Mathilda hat keine bösen Absichten… auch wenn sie auf einem ganz anderen Niveau ist als wir“, sagte Paula.
Ich sah Paula an, und wir lächelten beide. Ehrlich gesagt glaube ich trotzdem, dass Mathilda die Freundlichkeit meiner Großmutter ausnutzen könnte. Man weiß nie, was in den Gedanken eines schwachen und armen Mädchens vorgeht.
Manchmal muss man sie von Anfang an warnen. Zum Glück hat Paula mir geholfen, genau diesen Punkt zu betonen.
„Wow, deine Worte haben sie verletzt. Schau, wie sie ihre Tränen zurückhält, Fredric.“
Ich blickte nach hinten und sah, wie Mathilda sich die Tränen abwischte. Sie sagte kein Wort.
„Ich brauche deine Tränen nicht, Mathilda. Ich will nur, dass du verstehst, dass du meine Familie niemals ausnutzen kannst. Meine Großmutter ist freundlich, aber ich bin nicht dumm. Verstanden? Wenn du das verstanden hast, solltest du nur einen Tag bei uns bleiben.“
Mathilda bewegte sich nicht. Sie blieb vollkommen still.
Ich hatte eigentlich mit einem Streit gerechnet. Aber dieses schwache Mädchen hat nicht den Mut, sich mir zu stellen. Sie sollte attraktiver werden… haha.
**
„Mathilda, warum weinst du?“
Die Frage meiner Großmutter machte mich etwas nervös. Ich hatte Angst, dass Mathilda alles erzählt.
„Ähm… nichts. Ich weine nicht, ich habe nur Staub ins Auge bekommen. Übrigens, Frau Rosa, ich muss zurück zur Arbeit. Ich komme nach der Arbeit wieder. Es tut mir leid, aber ich habe meinen Vater allein gelassen“, sagte Mathilda.
Gut. Sie kann Geheimnisse für sich behalten.
„Gut, Großmutter, jetzt können wir essen gehen. Komm, ich habe großen Hunger.“
Mathilda hatte sich bereits entfernt. Als sie an mir vorbeiging, warf sie mir einen kurzen Blick zu. Ich erwiderte ihn nur mit einem zynischen Lächeln.
„Mathilda, warte. Nach der Arbeit warte einfach an deinem Arbeitsplatz. Fredric und ich holen dich ab.“
Ich runzelte sofort die Stirn. „Was? Was meinst du damit, Großmutter?“
„Ich wollte nur, dass du und Mathilda etwas Zeit miteinander verbringt. Nur ihr beide—Paula muss nicht mitkommen“, sagte meine Großmutter ruhig und blickte zu Paula.
Ich sah zu Mathilda. Ihr Gesicht war ernst.
„Du kannst jetzt gehen, Mathilda. Ich wollte dir nur das sagen.“
Mathilda drehte sich um und rannte davon. Ich bin genervt und habe keine Ahnung, was meine Großmutter plant.
„Großmutter, warum hast du so einen absurden Plan? Wohin sollen wir heute gehen? Paula und ich wollten—“
„Psst, ich will keine Beschwerden hören, Fredric. Meine Entscheidung steht fest. Wir gehen ohne Paula.“
Ich konnte nur tief durchatmen und meiner Großmutter folgen.
Ich glaube, ich will dieses Mittagessen absagen. Meine Stimmung ist ruiniert. Selbst wenn Paula mich beruhigt, finde ich keine Ruhe.
Das ist Wahnsinn.
Mathilda hat alles ruiniert.
Matildas POVMein Telefon vibriert auf dem Schminktisch. Der Bildschirm leuchtet auf und zeigt Enzos Namen.11:47 Uhr nachts. Enzo ruft um diese Zeit nie an, es sei denn, es liegt ein Notfall vor.Ich nehme den Anruf entgegen. „Ja?“„Wir haben ein Problem.“ Seine Stimme war ruhig, aber hinter diesem Ton verbarg sich eine Spannung. „Frederick hat einen Privatdetektiv engagiert. Sein Name ist Gerald Vance.“Mein Herz hörte für eine Sekunde auf zu schlagen. „Vance? Der Detektiv, der vor fünf Jahren den Fall der italienischen Mafia übernommen hat?“„Exakt. Und er steht kurz davor, unsere Verbindung zum Athel-Institut aufzudecken.“Ich stand auf und begann, im Schlafzimmer dieses viel zu großen Anwesens auf und ab zu gehen. „Wie nah ist er drangekommen?“„Sehr nah. Er hat die Routing-Nummer der Zahlungsabwicklung für die Operation zurückverfolgt. Und er weiß, dass sie von den Konten von PSD Health stammt. Ihm fehlen nur noch wenige Tage, um das Aufnahmedatum der Patientin mit der Nacht von
FREDRICS POVAus Fredericks PerspektiveDer Regen in New York wäscht niemals etwas rein. Er macht die Straßen nur rutschig und lässt die Sünden dieser Stadt noch schwerer abwaschen.Ich saß hinter meinem Schreibtisch aus Mahagoniholz und starrte den Mann mir gegenüber lange an. Gerald Vance. Der Privatdetektiv, dem ich eine Summe gezahlt hatte, die einem gewöhnlichen Menschen den vorzeitigen Ruhestand ermöglichen würde. Er sah mitgenommen aus — sein Hemd war zerknittert, seine Augen rot von Schlafmangel, und seine Zigarettenkippen lagen verstreut auf meinem sonst so sterilen Schreibtisch.Aber die Umgangsformen waren mir in dieser Nacht völlig egal.„Sie sagten, Sie hätten etwas, Vance“, sagte ich. Meine Stimme war ruhig. Kein Zittern mehr. Keine betelnde Verzweiflung mehr. „Sprechen Sie. Vergeuden Sie nicht meine Zeit.“Vance antwortete nicht sofort. Er nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette und ließ dann eine dicke, schwarze Akte auf meinen Schreibtisch fallen. Das Geräusch des
MATHILDAS POVIch hätte heute nicht herkommen sollen.Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als Enzos Auto vor dem Tor des Smith-Jones-Anwesens hielt. Der Himmel über New York war trist und grau, als würde er um Sünden trauern, die noch gar nicht begangen worden waren.„Bist du sicher, dass du allein hineingehen willst?“, fragte Enzo vom Beifahrersitz aus. Seine Stimme klang neutral, doch er verbarg dahinter eine tiefe, brodelnde Sorge.„Ich muss. Rosa hat mich persönlich eingeladen. Wenn ich ablehne, wird ihr das nur noch mehr Verdacht erregen.“Enzo stieß einen Seufzer aus. „Sei vorsichtig. Rosa ist keine gewöhnliche Frau. Sie hat Tausende vor sich lügen sehen. Ein einziger kleiner Fehler, und sie wird es herausfinden.“„Ich weiß.“Aber ich wusste gar nichts. Eigentlich wusste ich überhaupt nichts von alledem.Am Haupteingang wurde ich von Ammy mit einem Lächeln empfangen, das fast schon zu perfekt wirkte. „Willkommen, Miss Helena. Lady Rosa erwartet Sie bereits
FREDRICS POVDie Manilamappe in meinen Händen fühlte sich an wie eine Zeitbombe, deren Countdown bereits lief.Ich stand vor den doppelten Holzflügeltüren von Rosas Arbeitszimmer im privaten Trakt des Anwesens. Mein Herz schlug in einem unregelmäßigen Takt, als wolle es sich von innen heraus durch meine Rippen brechen. Meine Handflächen waren kaltnass, was die Oberfläche der Mappe glitschig werden ließ.Ich hatte dieses Szenario in meinem Kopf Hunderte Male durchgespielt, seit ich Gerald Vances Büro am Morgen des Vormittags zuvor verlassen hatte. Ich stellte mir vor, wie Rosa schreien würde. Sie würde mich für verrückt erklären. Sie würde mich wieder ohrfeigen, genau wie vor einer Woche, und mir befehlen, aufzuhören, dem Schatten meiner toten Frau hinterherzulaufen. Sie würde mir sagen, dass dies nur eine Begleiterscheinung des Entzugs, des Schocks und der Schuldgefühle sei, die mit meinem Verstand spielten.Ich wünschte, sie würde wütend werden. Denn Wut war mir vertraut. Wut konnte
POV MATILDAEnzos Wagen hielt um punkt drei Uhr nachmittags vor dem eisernen Tor des Anwesens der Familie Smith-Jones. Ich starrte durch das Glas der Autofenster lange auf das majestätische Bauwerk und hatte das Gefühl, als würde meine Brust von einer riesigen, unsichtbaren Hand zusammengedrückt.Schwanke nicht. Du bist Helena. Du bist nicht Matilda. Matilda ist auf dem Grund jenes Abgrunds gestorben.„Bist du bereit?“, fragte Enzo und sah mich vom Nebensitz aus an. Seine Stimme war ruhig, aber hinter seinem ebenmäßigen Ton verbarg sich eine verdeckte Spannung.„Ich bin immer bereit.“Ich log.Ich war nicht bereit. Kein Mensch ist jemals bereit, an den Ort zurückzukehren, an dem er einst gequält, gedemütigt und wie Müll weggeworfen wurde. Aber ich war kein Mensch mehr. Ich war Helena. Die Waffe, die Enzo in den letzten drei Monaten geschliffen hatte.Das Tor öffnete sich mit einem schweren Summen. Enzos Fahrer steuerte den Wagen langsam über die gepflasterte Auffahrt, die mit Blumen g
POV FREDRICKIch hätte nicht hier sein sollen.Das war der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam, als ich im 28. Stock des Smith-Jones Towers vor der Tür von Antonios Büro stand. Meine Hände steckten tief in den Hosentaschen, und ich spürte meinen unregelmäßigen Herzschlag — nicht wegen irgendwelcher Entzugserscheinungen, sondern wegen etwas viel Beschämenderem.Eifersucht.Dieses Wort drehte sich in meinem Kopf wie eine kaputte Kassette. Ich hasste es. Ich hasste die Tatsache, dass dieses Wort überhaupt in meinem Kopf aufgetaucht war. Aber ich konnte es nicht mehr leugnen.Ich klopfte an die Tür.„Herein“, kam Antonios Stimme von drinnen. Ebenmäßig. Kalt. Wie immer.Ich öffnete die Tür und trat ein. Sein Büro war klein und vollgestopft, mit Stapeln von Skizzen und Stoffrollen in jeder Ecke. Antonio stand vor seinem Schreibtisch, hielt einen Bleistift in der Hand und musterte eine Schneiderpuppe mit kritischem Blick.Er drehte sich um, als er das Geräusch der sich öffnenden Tür hörte







