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Kapitel 3

Penulis: Moore
Ich sank aufs Bett. Mein ganzer Körper zitterte unkontrolliert.

Was vor mir lag, war ein Spiel mit allem, was ich noch hatte.

Doch ich hatte keinerlei Sicherheit, dass ich dieses Spiel gewann.

Trotzdem bereute ich diese Wette nicht.

Das war die letzte Wahl, die ich Louis ließ. Wenn er zuerst losließ, dann verließ ich ihn ohne jedes Zögern.

Am nächsten Morgen wachte ich auf. In der Luft lag der Duft von Kaffee und meinen liebsten Buttercroissants.

Ich zog mir eine Jacke über die Schultern und ging langsam die Treppe hinunter.

Schon von weitem sah ich die zwei beschäftigten Gestalten in der Küche.

Louis stand am Herd und schwenkte den Pfannenwender. Er briet Eier.

Der kleine Seth hielt mit beiden Händen einen Teller hoch und ermahnte ihn immer wieder:

„Mama mag Eier mit weichem Eigelb. Brat sie nicht zu lange!“

Kurz darauf stritten die beiden darüber, ob ich runde Eier oder herzförmige lieber mochte.

Seth entdeckte mich zuerst. Seine Augen leuchteten auf. Er stellte den Teller ab, nahm den Kaffee vom Tisch und kam unbeholfen auf mich zu.

„Mama, alles Gute zum Hochzeitstag! Diese Kaffeesorte habe ich für dich ausgesucht. Und das Ei, das Papa brät, habe ich auch ausgesucht. Es war das frischeste!“

Er redete aufgeregt weiter und wollte unbedingt gelobt werden.

Wie eine kleine, warme Sonne.

Louis tat so, als wäre er beleidigt.

„Den Kaffee habe ich gemacht. Das Ei brate ich. Und du redest nur ein bisschen und stiehlst Mama sofort die ganze Aufmerksamkeit. Das ist nicht fair.“

Seth schnitt ihm eine Grimasse.

„Du kannst nichts dagegen tun. Mama mag mich eben lieber!“

Für einen Moment wurde mir schwindlig vor Erinnerungen.

Es war, als wäre ich wieder in jenen glücklichen Tagen von vor zwei Jahren, als die beiden mich gemeinsam verwöhnten.

Ich nahm den Kaffee entgegen und probierte vorsichtig einen Schluck.

Haselnuss.

Mein Lieblingsgeschmack.

Sie kannten jede meiner Vorlieben ganz genau.

Alle beneideten mich. Ich war die Frau, die vom Oberhaupt der Familie Morak und vom künftigen Erben auf Händen getragen wurde.

Niemand hatte angeblich mehr Glück als ich.

Doch dieser warme Augenblick zerbrach sehr schnell.

Louis’ Handy vibrierte immer wieder.

Als er den Bildschirm entsperrte, sah ich auf den ersten Blick Janelles Namen.

Louis stand abrupt auf und ging zurück in die Küche.

Seths Augen huschten kurz zur Seite. Dann zog er mich zum Stuhl im Wohnzimmer und sagte gespielt brav:

„Mama, setze dich einfach hierhin. Genieß schön, wie Papa und ich dich verwöhnen.“

Dann rannte er schon ungeduldig in die Küche.

Er merkte nicht einmal, dass ich ihm leise folgte.

Ihre Stimmen waren sehr leise. Ich verstand kein Wort. Doch ich sah deutlich die Aufregung auf Seths Gesicht.

Nicht lange danach schienen sie sich einig zu sein. Beide standen fast gleichzeitig auf und gingen zur Tür.

Ich eilte zurück zu meinem Platz und tat so, als wüsste ich von nichts.

Louis’ Gesicht war voller Schuldgefühl.

„Liebling, die Ältesten der Familie brauchen mich plötzlich. Ich muss kurz ins Hauptquartier zurück.“

Dann wandte er sich zu Seth und ermahnte ihn fürsorglich:

„Pass gut auf Mama auf, bis ich zurück bin.“

Seth nickte. Doch auf seinem Gesicht lag eine seltene Unwilligkeit.

„Ich will auch mit Papa mitgehen“, murmelte er leise.

Er glaubte, ich hörte es nicht.

„Nimm Seth ruhig mit. Dann habe ich wenigstens ein bisschen Ruhe.“

Ich öffnete plötzlich den Mund und stellte diese Forderung.

Beide waren überrascht.

Louis wirkte einen Moment ratlos. Aber Seth jubelte schon und stürzte sich in seine Arme.

Am Ende nahm Louis ihn mit.

Bevor er ging, vergaß er trotzdem nicht, mir zu sagen:

„Iss das Frühstück, solange es warm ist. Später kommt ein eigenes Stylingteam zu dir und macht dich fertig. Warte brav zu Hause auf mich. Ich komme bald zurück und hole dich ab.“

Aber ich wusste: Sie kamen nicht mehr zurück.

Denn im selben Moment schickte Janelle mir eine Nachricht.

„Ich bin schwanger! Als er es erfahren hat, war er überglücklich. Er ist sofort losgefahren. Sogar dein Sohn freut sich für mich! Delilah, diesmal hast du verloren. Selbst wenn du nicht gehst, wird Louis bald die Scheidung von dir verlangen. Er lässt mein Kind nicht als Bastard aufwachsen!“

Mein Kopf wurde leer.

Mir war, als drehte sich der Himmel über mir. Die ganze Welt verlor ihre Farbe.

Erst nach langer Zeit brachte ich es fertig, Isaac anzurufen.

„Setz den Plan in Gang. Louis fährt zu Janelle. Ihr könnt euch anhand seiner Position auf halber Strecke vorbereiten. Die lebensechte Attrappe muss unter seinen Wagen geraten. Danach soll jeder glauben: Louis hat mich überfahren.“

Nach dem Anruf brach ich die SIM-Karte entzwei und löschte alle Nachrichten zwischen Isaac und mir.

Nur die Chatverläufe mit Janelle aus den letzten zwei Jahren ließ ich zurück.

Dieses Handy ließ ich jemandem in die Hand der Attrappe legen.

Selbst wenn ich ging, sollte Louis die Wahrheit klar und deutlich sehen.

Nachdem alles vorbereitet war, nahm ich nichts mit.

Unter Isaacs Schutz stieg ich in ein Privatflugzeug, das Neapel verließ.

Von diesem Moment an gab es auf dieser Welt keine Delilah mehr.
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