Home / Werwolf / FINDE MICH / 2. Erwachen

Share

2. Erwachen

Author: Prisca H.
last update publish date: 2026-05-02 03:25:50

Blinzelnd schlug ich meine Augen auf als ein krachendes Geräusch ertönte. War das die Eingangstür? Völlig orientierungslos lag ich am Boden hinter der Bar und drehte mich erstmal auf die Seite. Fuck. Zischend holte ich Luft, als es mir wieder einfiel, was passiert war. Erneut hörte ich wie etwas auf den Boden fiel. Gläser? Jetzt konnte ich auch Stimmen vernehmen. "Wo versteckt sich der Dreckskerl nur?!" Und wieder hörte ich, wie wieder etwas auf den Boden knallte. War es diesmal ein Stuhl? Die Bar hatte auch Sitzecken, in denen man sich etwas zurückziehen konnte. Ich versuchte mich so leise wie möglich, unter Schmerzen weiter hinter die Bar zu verstecken, was mit meiner Größe ja nicht allzu schwierig war. Die Geräusche kamen näher. "Ich weiß es nicht aber wir werden ihn bestimmt in die Finger kriegen." Stampfende Schritte liefen nur ein paar Zentimeter neben mir vorbei Richtung Büro. Was war hier nur los?! "Schlag du dich hier vorne durch, ich geh nach hinten und sehe nach, ob ich etwas finde." Ich hörte wie die Tür zum Büro eingetreten wurde und wie es auch hier vorne wieder lauter wurde. Jemand fing anscheinend an die Bar zu demolieren. Na super. Besser konnte es ja nicht werden und Ich mittendrin. Ich schaute vorsichtig, so weit es mir möglich war um die Ecke und entschied mich nach dem Anblick eines halben Schrankes, der die Möbel mit einem Baseballschläger auseinandernahm, mich doch weiter hinter meiner "lauschigen Ecke" zu verstecken. Vorerst. Hinter der Bar gab es zum Glück nichts Spannendes zu sehen oder zu holen, da ich die Kasse ins Büro gebracht hatte. Welch ein glücklicher Zufall, dass ich vor lauter

Hektik vergessen hatte, sie in den Tresor zu sperren. "Wouhh, sieh mal an, was ich gefunden habe!" ertönte eine laute Stimme. Die stampfenden Schritte von vorhin kamen wieder nach vorne in den Hauptteil der Bar. "Da hat wohl jemand vergessen, die randvolle Kasse in den Tresor zu sperren. Umso besser für uns." Ich verdrehte die Augen. Ihr Glück mindestens genau so wie meins, sonst könnte ich hier nicht so friedlich sitzen. Ich duckte mich weiter in meinem Versteck und beschloss einfach auszuharren. Plötzlich hörte ich wie etwas einrastete. "Ich hab eine Idee, wer mehr Flaschen hinter der Bar trifft, bekommt das Geld."

„Alles klar", ertönte die andere Stimme und schon fielen Gläser und Flaschen mit allen möglichen alkoholischen Spirituosen um mich. Flaschen platzten auf den klebrigen Boden und auch die Gläser die gespült auf der Anrichte standen, schlugen auf. Nach ein paar Sekunden lag alles in Scherben vor mir. Wie ich hier rauskommen sollte, war mir immer noch nicht klar und sehr sehr schleierhaft. Meine Kopfschmerzen vom Sturz kamen pochend zurück. Mit einem schnellen Blick schaute ich auf mein verletztes Bein und stellte zu meinem Erstaunen fest, dass die Wunde nicht mehr blutete und schon fast so aussah als würde sie heilen! Was?! Das war nicht möglich. Im Hintergrund konnte ich nähernde Polizeisirenen hören.

„Los!! Lass uns hier verschwinden!" Die zwei Kerle rannten an mir vorbei. Mit einem lauten Krach fiel die Hintertür ins Schloss und plötzlich war es sehr leise. Immer noch vorsichtig und mit Bedacht kroch ich aus meinem Versteck. Dabei kitzelten die Scherben in meiner Handfläche und hinterließen kleine Schnitte in der Haut. Ohne lang zu überlegen, was in der letzten halben Stunde passiert war, stand ich nun auf und lief ebenfalls nach hinten. Einfach schnell weg hier. Ich hatte dringend eine Dusche nötig und ein weiches Bett.

----------------------------------------------

Ich sah schrecklich aus. Ein Vogelnest auf dem Kopf. Tiefe Augenringe. Blutige Kleidungsstücke und von meinen Schmerzen will ich gar nicht erst anfangen. Meine kleine Wohnung lag nicht weit entfernt und so erreichte ich sie nach kurzer Zeit. Ich lief die Treppen in den zweiten Stock nach oben und schloss die Tür auf. Meine Wohnung hatte etwa sechzig Quadratmeter. Ich hatte einen kleinen Flur mit einer Garderobe, welche mehr als überfüllt war mit meinen Jacken. Links vom Flur befand sich mein Schlafzimmer und mein schönes, helles Wohnzimmer. Die Küche war etwas kleiner, hatte aber dafür einen Esstisch mit Bänken. Aus hellem Holz und ganz roh behandelt, so wie ich es liebte. Rechts vom Flur, gab es direkt neben der Tür, mein Bad und eine abgegrenzte Toilette. Ich lebte hier allein. Mein jetziger Freund Jasper, wohnte ein paar Blocks entfernt. Wir waren erst seit ein paar Monaten zusammen und hatten uns bei mir in der Bar kennengelernt. Normalerweise ging ich dort nicht auf Kerle ein oder ließ mich geschweige denn, auf ein Treffen ein aber die blonden Locken und strahlend blauen Augen, hatten es mir irgendwie einfach angetan. Naja und wie es so kam, lief alles super bei den ersten Treffen und wir probierten es miteinander. Er arbeitete allerdings in einer Redaktion und spielte in einer höheren Liga als ich. Wie ich mir diese Wohnung leisten kann? Tja, meine Mutter, die am gefühlt anderen Ende der Welt wohnt, hat sie mir hinterlassen, nachdem sie sich mittlerweile zum fünften Mal verlobt hatte. Diesmal mit einem Spanier und wie lang diese Beziehung halten würde, weiß ich selbst noch nicht.

Ich ging also ins Bad und zog mich aus. Gar nicht so einfach. Meine Kleidung klebte an meinem Körper. Eins war sicher, ich konnte alles direkt in den Müll werfen. Nachdem alles auf dem Boden lag, stellte ich mich unter die Dusche und drehte das Wasser direkt auf. Das kalte Wasser traf auf mein Gesicht und wusch all den Dreck und das Blut von mir. Vorsichtig spülte ich meine Haare aus und massierte sanft eine kleine Menge Shampoo ein. Das Wasser wurde langsam wärmer und ich entspannte mich nach und nach. Das dreckige Wasser verschwand im Abfluss und ich streckte mein Gesicht dem Wasser entgegen. Langsam füllte Dampf das ganze Badezimmer und mein Spiegel über dem Waschbecken lief an. Es roch frisch und etwas holzig, fast wie Zedernholz. Grundsätzlich nutze ich nur Männershampoo oder Duschgel. Einfach himmlisch. Ich liebte den herben und belebenden Geruch in meiner Nase. Das klebrige und süße Zeug, welches für Frauen erhältlich war, war mir einfach zu viel. Meine lieben Kolleginnen, welche mehr Tage krank als anwesend waren, rochen meistens nach Vanille oder Erdbeere. Aber dann nicht nur leicht, sondern richtig aufdringlich, wenn man bedenkt, dass sie danach die Parfümflasche noch über sich ausleerten. Deshalb orientierte ich mich in diesem Bereich immer in der Männerabteilung, immerhin war dort auch alles billiger.

Ich stellte das Wasser aus und öffnete die Dusche. Meine Füße traten auf einen weichen flauschigen Teppich, das Wasser tropfte von meinen Haare auf den dunklen Fliesenboden und hinterließen kleine Muster. Ich schnappte mir ein Handtuch aus dem kleinen Schrank links neben dem Waschbecken und rieb vorsichtig meine Haare damit trocken. Ich beugte mich zum Spiegel und versuchte die Wunde am Kopf zu entdecken. Dafür strich ich vorsichtig die Haare von meiner Stirn und tastete mich an den Schmerz heran. Auf den ersten Blick konnte ich allerdings nicht viel erkennen. "Wie kann das sein?" Mein Blick wanderte an meinem Körper hinab und ich suchte nun meinen ganzen Körper ab. Ein paar blassblaue Flecken waren zu sehen und ebenfalls die Wunde an meinem Bein. Ich setzte mich auf den Teppich um die Wunde besser und näher betrachten zu können. Mit ungläubigem Blick sah ich dabei zu, wie sie sich immer mehr ganz schloss. Ich blinzelte mehrmals und wollte meinen Blick klären, doch ich sah es wirklich. Jeder normale Mensch wäre nach einem Überfall nicht mal nach Hause gekommen, geschweige denn, davor zurück in den Club.

Das Klingeln meines Handys riss mich aus meiner Trance und ich stand auf, um es zu suchen. Ich hatte es vor der Arbeit zu Hause vergessen und fand es jetzt im Wohnzimmer zwischen der Sofaritze. Ich sah, dass es mein Chef war und verdrehte genervt meine Augen.

„Jaa?"fragte ich. „Kayla?! Bist du dran? Wo bist du??" hörte ich eine laut atmende Stimme. „Dir auch einen schönen Guten Morgen", sagte ich. "Kayla! Das ganze Amethyst ist die reinste Katastrophe. Die ganze Bar wurde komplett zertrümmert und die Kasse fehlt mit dem ganzen Geld!" hörte ich die Stimme von Ryan. Sollte ich unbeteiligt wirken? Oder eher so als würde ich wissen, was passiert war? "Ich muss alles erst einmal geschlossen lassen! Was denkst du, was ich für ein Minus mache? Weißt du was passiert ist? Hast du auch richtig abgesperrt als du gegangen bist?", hörte ich seine immer schneller werdenden Worte durch das Handy sprudeln.

„Wenn du mich auch mal zu Wort kommen lassen würdest, hätte ich dir schon längst sagen können, was passiert ist. Nämlich nichts!"antwortete ich. "Bist du dir auch ganz ganz sicher?", fragte Ryan unsicher. "Ryan, ich habe gestern den Müll nach draußen gebracht und ganz normal, wie immer alles verschlossen. Wie das mit der Kasse passiert ist, kann ich dir auch nicht sagen!", erklärte ich sicher. Ich stellte mein Handy auf laut und legte es am Waschbecken ab. Ich schnappte mir einen Haargummi und machte mir vorsichtig einen Zopf. Ich hörte das unverständliche Murmeln von Ryan.

Ich nahm mein Handy und ging Richtung Schlafzimmer, dort warf ich es auf's Bett und öffnete meinen Kleiderschrank. Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte, suchte ich mir schnell passende Kleidung aus, die nicht zu sehr auf meiner Haut drückte. Ich entschied mich für eine Leggings und einen weiten schwarzen Pulli, der locker saß.

„Ryan? Bist du noch dran?" Weiteres Gemurmel und Grummeln antwortete mir. Ich suchte mir schnell Socken aus der Schublade und Unterwäsche. "Ryan! Wenn du nichts mehr zu sagen hast, dann lege ich jetzt auf, ich hatte eine lange Nacht und noch keine einzige Minute Ruhe, geschweige denn Schlaf". Anstatt das er sich auch nur einmal um mich kümmert, denkt er natürlich nur an sich, die Bar und das Geld. "Weißt du Ryan, ohne mich hättest du schon längst dicht machen können, ich war gestern wieder allein, falls es dir noch nicht aufgefallen ist. Du solltest vielleicht mal neues Personal gegen altes Personal eintauschen, wenn du verstehst, was ich meine", murrte ich.

„Ich weiß doch..ich weiß doch aber so schnell lässt sich niemand finden und einem geschenkten Gaul, schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Außerdem ist Cassidy zwischendurch ja eigentlich in Ordnung".

„Eigentlich?! Selbst wenn sie da ist, steht sie nur im Weg und trinkt mehr, als dass sie ausschenkt, geschweige denn, wie viel sie ausschenkt, ohne die Kunden zahlen zu lassen. Aber weißt du, gib dein Geld ruhig unnötig für solche Angestellten aus, du scheinst ja genug davon zu haben", schrie ich schon fast und legte auf. Genervt schlurfte ich müde unter meine Bettdecke und schloss die Augen. Die Müdigkeit rollte wie ein Sturm über mich und ließ mich in meinen Traum versinken.

Alles war schwarz um mich herum. Wo war ich? Orientierungslos drehte ich mich im Kreis und versuchte etwas zu erkennen. Doch hier war Nichts. In meinem Augenwinkel konnte ich den Blick auf etwas erhaschen. Ich versuchte näher darauf zuzulaufen doch je mehr ich lief, desto weiter entfernte es sich. Ich drehte mich um meine eigene Achse und sah plötzlich mir sehr bekannte Augen. Bitte nicht noch einmal diese Augen. Rot glühende Augen, die mich fixierten und tödlich im Blick hatten. Langsam machte ich ein paar Schritte nach hinten und versuchte nicht zu stolpern, als ich wie versteinert versuchte dem Blick stand zu halten. Nun fletschte es die Zähne und riss die Augen auf. Ich erschrak, kam aus meiner Trance, drehte mich um und rannte um mein Leben. Hinein in dieses Nichts. Niemand hier, der mir helfen würde. Plötzlich ertönte eine Stimme aus der Tiefe der Dunkelheit und zog mich magisch in seine Richtung. "Komm zu mir, schnell!" Ich schickte all meine Energie in meine Beine und versuchte einfach nur zu entkommen. Doch ich schaffte es nicht. Ich stolperte über einen kleinen Ast und mein Fuß verfing sich darin. "Nein, nein, nein!!" Eine starke Pfote drückte meinen Körper in den Dreck, bevor ich auch nur die Chance hatte mich aufzurappeln. Ich warf einen Blick über meine Schulter und sah wie dieser grausame Wolf aus der Gasse sein Maul aufriss und seine Zähne bleckte. Er knurrte laut und kam mir mit seiner Schnauze immer näher. In meinem Kopf sprach nun eine andere Stimme. "Du hättest schneller sein müssen!" Und dann biss er in meine Kehle.

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • FINDE MICH   11. Anstoßen

    "Du hast den Job!!", schrie Lexy quer durchs Büro und klatschte aufgeregt in ihre Hände. Bitte was?? Ich hatte den Job?! Nach ihrem skeptischen Gesichtsausdruck hatte ich viel erwartet aber nicht das. "Ja?? Hab ich?!" fragte ich mit großen Augen. "Aber klar! Du hast mit Tate gut zusammen gearbeitet und es lief alles ohne Probleme. Du kanntest dich nach kurzer Zeit aus und musstest nicht ein einziges Mal etwas fragen!", meinte sie und lächelte mich an. Eine große Last fiel von meinen Schultern. Stell sich mal einer vor, ich wäre nicht nach Chicago gefahren, sondern wo anders hin. Wahrscheinlich hätte ich da nicht so ein Glück gehabt. Ich würde Lexy am liebsten um den Hals fallen, vor Freude, aber soweit war ich noch nicht. "Ich danke dir! Du hast keine Ahnung wie sehr du mir damit hilfst", sagte ich und rutschte nervös auf meinem Stuhl hin und her. Was ihr Ruby wohl alles von mir erzählt hatte? Mein Herz fühlte sich bezüglich der Arbeit erleichtert an. Wenn ich genug Geld zusammen hä

  • FINDE MICH   10. Neue Chance

    I walk a lonely road The only one that I have ever known Don't know where it goes But it's home to me, and I walk alone I walk this empty street On a Boulevard of Broken Dreams Where the city sleeps And I'm the only one, and I walk alone Ich kam im Eingang an und lief auf die kleine Theke zu. Ich konnte Ruby nach einem Blick durch den Raum nicht erkennen und so linste ich links vorbei nach hinten in die kleine Stube. "Ruby? Bist du da?" fragte ich vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken. Ich hörte ein Schnaufen und wie jemand etwas am Boden abstellte, da erschien sie auch schon vor mir. „Entschuldigung, ich musste die Lieferung noch schnell verräumen, wie kann ich dir helfen?" fragte sie und wischte sich mit einer schnellen Bewegung den Schweiß von der Stirn. Sie schnappte sich schnell ein Tuch und wischte sich diesen vom Handrücken. Ich lief rot an und fragte schüchtern nach der Adresse. Ich wollte sie nicht ausnutzen. Sie sollte nicht denken, dass ich nur an mich dacht

  • FINDE MICH   9. Erkundung

    Nachdem ich meinen Kaffee schon ausgetrunken hatte und sofort einen Zweiten bestellte, den ich aber diesmal bezahlte, saß ich immer noch an meinem kleinen Tisch auf der Bank und unterhielt mich mit der netten Frau von der Rezeption. Sie hatte sich bei mir vorgestellt. Vor mir saß Ruby, sie war 52 Jahre alt und arbeitete hier schon ihr ganzes Leben. Das B&B hatte sie von ihren Eltern übernommen und nach deren Tod weitergeführt. Es kam oft Besuch, weshalb die Zimmer auch meistens ausgebucht waren aber ich hatte wie durch ein Wunder eins ergattern können. Ich wollte nicht zu viel von mir preisgeben aber sie war so freundlich und aufgeschlossen, dass ich ihr ein bisschen von mir erzählte. Sie fragte mich, wie lang ich vor hatte zu bleiben, da sie eventuell einen Job für mich wüsste.Neugierig auf das, was sie mir erzählen würde, lauschte ich ihren Worten. "Meine Tochter ist 27 Jahre alt und hat einen Club mitten in Chicago. Sie braucht immer Leute, die sich schon gut hinter der Bar ausken

  • FINDE MICH   8. Angekommen

    Es war nicht alles schlechtWir wurden allen gerechtAußer mir, außer mirEs war nicht alles schlechtUnd doch mehr schlechtAls recht - ich bin außer mirIch bin außer mirEs war nicht alles gutAuch wenn jeder so tutAuch wenn jeder verschweigtDass mir jetzt nichts mehr bleibtAußer mir, ich bin außer mirMein Powernap dauerte doch länger als gedacht. Als ich blinzelnd meine Augen öffnete, strahlte schon die Sonne ins Auto. Verdammter Mist. Ich musste unbedingt weiter! Ich schaute auf die Uhr und sah, dass ich fünf Stunden geschlafen hatte. Wie hatte ich das geschafft?! Es klingt nach wenig aber dafür, dass ich nur kurz Energie sammeln wollte, war es sehr lange. Ich würde mir nichts zu essen holen, dazu hatte ich zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt eine bessere Gelegenheit und mehr Zeit. Mein Magen knurrte nicht und Wasser hatte ich noch. Also alles bereit zur Weiterfahrt. Ich rieb mir den letzten Schlaf aus den Augen und blickte um mich. Bei Tageslicht sah alles anders aus als mi

  • FINDE MICH   7. Rastlos

    Mein KopfWiegt tausend TonnenObwohl er leer istGeisterleerIch hatte so vielMut gewonnenDoch der ist wegIch weiß nichts mehrWäre ich doch lieberGanz MaschineUnd nicht soUngeschickt mit GlückIch schaue traurigIn den SpiegelUnd wütend blicktMein Blick zurückUnd hier saß ich nun, in meinem 1976er Impala und dem Fahrtwind in meinen Haaren. 415$ und einer Tasche mit Wechselkleidung auf dem Beifahrersitz. Inzwischen weiß ich nicht mal mehr wie viel Uhr wir hatten, da ich meine Augen nicht vom Straßenverkehr abwenden wollte. Ich bin ins Auto gestiegen, hab aufs Gas gedrückt und bin einfach gefahren. Seit kurzem hatte ich Ann Arbor passiert und fuhr weiter auf der I-94 W. Ich glaube es zog mich nach Chicago.Wieso Chicago? Wieso nicht?Ich fuhr schon über eine Stunden und merkte, wie meine Augen nun doch langsam müde wurden, durch den ganzen Stress. Ich hatte einen ziemlich langen und harten Tag hinter mir. Mein Kopf dröhnte und was für Schmerzen ich noch verspürte weiß ich gar

  • FINDE MICH   6. Flucht

    Ich lief entspannt und erleichtert nach Hause. Es war schon stockdunkel und nur das schummrige Licht der Straßenlaternen verschaffte ein leichtes Licht auf meinem Weg. Ich musste mir echt etwas für die nächsten Wochen überlegen. Ich bräuchte langsam Geld und vielleicht wäre ein Tapetenwechsel mehr als nötig. Vor ein paar Wochen hatte ich aber auch noch nicht erwartet, ohne Job da zu stehen, geschweige denn eine Trennung vor mir zu haben aber vielleicht hatte es etwas Gutes. So war ich in diesem Sinne ohne Verpflichtungen und konnte mich auf etwas Neues einlassen.Vielleicht sollte ich meine Mom mal wieder besuchen?Völlig in Gedanken schloss ich die untere Eingangstüre auf und beschloss morgen Früh meine Mom anzurufen. Vielleicht wäre sie ja nach unserem letzten Gespräch begeistert, wenn ich ihr mitteilen würde, dass ich vor hatte sie zu besuchen. Dann hatte ich auch die Chance ihren neuen Freund kennenzulernen.Wer weiß welcher Kauz es diesmal war.Ich kam vor meiner Wohnungstüre an

  • FINDE MICH   5. Trennung

    Die Traurigkeit Ist eine blaue BlumeSie wächst uns allen mitten aus dem HerzWenn wir noch Kinder sindDurchbricht sie schon die KrumeBlüht kalt und stechend schönBei jedem SchmerzIn meinen aller dunkelsten MomentenWar sie oft das Letzte Was mir bliebDoch denk daranDass sogar diese Blume

  • FINDE MICH   4. Verwundbar

    Im nächsten Jahr Wirst du sie endlich treffenDie Person, die dein ganzes Leben istDie dich liebt und dir vergibtDie machtDass du den Lärm der Welt vergisstUnd euer BandWird niemals mehr zerbrechenSag ihren NamenUnd sie lässt dich nie alleinIm nächsten Jahr Wirst du sie endlich treffenUn

  • FINDE MICH   3. Enttäuschend

    Ich schreckte hoch, rieb mir den Schlaf aus den Augen und schaute mich um. Mein Herz raste schneller und ich dachte an meinen Traum zurück. Würde mich die letzte Nacht ewig verfolgen? Nachdem ich mir meine Haare aus dem Gesicht gestrichen hatte, drehte ich mich verschlafen nochmal ins Kissen, nur u

  • FINDE MICH   1. Amethyst

    Der Fahrtwind wehte durch meine Haare, als ich einen hektischen Blick in den Rückspiegel meines schwarzen Impalas 1967er warf. Meine Augen brannten, da ich in den letzten Woche zu wenig Schlaf bekommen hatte. Wohin es mich trieb? Keine Ahnung. Hauptsache weg. Ich hatte keine leichte Zeit hinter mir

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status