MasukIch sah, wie mein Gefährte in unserer Hochzeitsnacht jemanden tötete. Lucienne Fisher hat siebzehn Jahre der Sklaverei überlebt, doch nichts konnte sie auf Jonas’ Verrat vorbereiten – gezwungen, den Mord an seinem Vater zu gestehen, oder Schlimmeres als den Tod zu erleiden. Als sie der Klinge des Henkers entkommt, wird sie an den einen Alpha verkauft, der gefährlicher ist als ihre schlimmsten Albträume: Azrael Devilmoore, der verfluchte Schattenwolf. Gezeichnet von einem Blutrausch-Fluch, der ihn langsam verschlingt, bietet Azrael einen Handel an: Spiele für ein Jahr seine Gefährtin, hilf dabei, ihr ehemaliges Rudel zu zerstören, und gehe frei. Doch Freiheit hat ihren Preis. Je näher sie sich kommen, desto leiser wird sein Fluch – und desto lauter schreit ihr Herz. Manche Geschäfte werden aus Verzweiflung gemacht. Andere sind vom Schicksal geschrieben. Und manche werden die Welt in Flammen setzen.
Lihat lebih banyakDie Luft in der Kammer des Nordturms war vollkommen still. Die verwitwete Morgana saß mit gekreuzten Beinen auf dem kalten Steinboden, vollständig entkleidet von den schweren Seidenstoffen und funkelnden Juwelen, die vierzig Jahre lang ihre Existenz bestimmt hatten. Sie trug ein schlichtes, schmuckloses Gewand aus milchweißem Leinen – die Farbe der Trauer. Ihr dunkles Haar hing lose über ihre Schultern, befreit von ihren üblichen goldenen Nadeln, aber ihr Rücken blieb so gerade und starr wie eine Marmorsäule. Selbst angesichts des Todes weigerte sie sich, ihre Haltung brechen zu lassen. Aus der Ferne begann das schwere, rhythmische Dröhnen gepanzerter Stiefel die Wendeltreppe hinaufzuhallen. Die Soldaten kamen. Sie kamen, um sie zum Hohen Rat zu schleifen, ihr öffentlich den Titel zu entreißen und sie zum Spektakel für die Gemeinen zu machen, auf die sie ihr Leben lang herabgesehen hatte. Morgana drehte langsam ihren Kopf, ihre dunklen Augen verfolgten die schwere Eichentür. Sie li
Die Hitze der brennenden Ölgräben ließ allmählich nach und hinterließ nichts als dicke graue Asche, die durch die Crimson Canyon trieb. Das ohrenbetäubende Dröhnen klirrender Schwerter und schreiender Männer war endlich zu einer schweren, erschöpfenden Stille geschmolzen. Jonas' sich zurückziehende Soldaten waren nichts weiter als entfernte Schatten, die über die felsigen Spalten kletterten und das Tal mit verbeulten Schilden, zerbrochenen Speeren und den kalten Körpern der Männer übersäten, die ihr Leben auf eine gescheiterte Rebellion gesetzt hatten. Azrael hielt seine Arme um Lucienne geschlungen, seine Brust hob und senkte sich heftig gegen ihre lederne Rüstung. Er kümmerte sich nicht um den sich zurückziehenden Feind. Er kümmerte sich nicht um die Siegesrufe, die von seiner Vorhut weiter unten in der Schlucht aufzusteigen begannen. Sein ganzes Universum war auf das Geräusch ihres Atems an seinem Hals geschrumpft. Er zog sich nur einen Zentimeter zurück, seine massiven Hände um
Die Kriegsaxt fuhr hart herab, ein Silberblitz, der den Rauch durchschnitt.Lucienne sah es nicht. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, den Blick auf die Flammenwand gerichtet, die Minuten zuvor entfacht war, als Jonas' Männer jene Feuertöpfe von den Klippen oberhalb herabregnen ließen. Das Feuer hatte die Schlucht in zwei Hälften geteilt und sie von Azrael abgeschnitten. Schwarzer Rauch füllte ihre Lungen. Sie hustete, blinzelte, versuchte, ihren Mann durch das Inferno auszumachen. Hinter ihr erhob der Henker seine Axt.Thwip.Der Pfeil schlug in die Schulter des Soldaten ein - nicht von den Felsvorsprüngen, nicht von den Bogenschützen. Aus dem Rauch am Rand der Lichtung krachte eine Gestalt direkt in die Seite des Riesen.Isolde.Sie hatte das Chaos genutzt, um ihre Hände von den Seilen zu befreien, die rauen Fasern hinterließen blutende Ringe um ihre Handgelenke. Sie hatte Tage damit verbracht, sich leer zu fühlen, gebrochen vom Tod ihrer Mutter, aber als sie sah, wie sich diese Axt üb
Der Wind heulte durch den Crimson Canyon wie etwas Sterbendes. Eng und zerklüftet schnitt sich die Schlucht tief zwischen Devilmoore und den gesetzlosen westlichen Territorien, ihre Wände gefärbt in einem gequetschten, blutigen Rot. Schatten zogen sich lang über die Steine, während die Männer ihre letzten Vorbereitungen trafen.Azrael saß am Eingang der Schlucht, sein massiver schwarzer Kriegshengst bewegte sich ruhelos unter ihm. Seine Rüstung trug die Narben von einem Dutzend Feldzügen, und sein dunkler Umhang knallte hart im beißenden Wind. Bernsteinfarbene Augen schweiften über die Grate oberhalb, durchsuchten die Schatten. Jonas war da oben. Das wusste er. Er wusste auch, dass dies eine Falle war. Aber die Alternative - umzukehren, den Westen sich festigen zu lassen - war keine Option. Also ritt er vorwärts.Hufe donnerten hinter ihm.Durch den Staub und den grauen Nebel löste sich ein einzelner Reiter aus den Verstärkungslinien. Weißes Pferd, wilde Mähne, silberbesetzte Leder de
AZRAELDer Fluch war wieder da.Lauter als sonst.Vier Jahre davon. Vier Jahre, in denen ich gegen meinen eigenen Wolf, gegen meinen eigenen Verstand kämpfte, jede gottverdammte Sekunde.Ich saß auf meinem schwarzen Hengst, die Wüstensonne brannte auf das weiße Leinen meiner Gewänder—geschichtet, f
LUCIENNEFreiheit fühlte sich anders an, als ich erwartet hatte.Nach allem, was passiert war, wusste ich nicht einmal mehr, wohin ich eigentlich lief.Wir rannten stundenlang—meine Lungen brannten, die Füße bluteten durch meine dünnen Pantoffeln, Äste rissen an meinen schmutzigen Kleidern. Marcus
LUCIENNEIch hatte noch drei Tage zu leben.Ich verbrachte sie damit, mich daran zu erinnern, wie man stirbt.Der Kerker war genau so, wie ich es erwartet hatte: kalter Stein, Ratten und Dunkelheit, die dick genug war, um daran zu ersticken. Ich machte mich in der Ecke am weitesten vom Eimer, der n
LUCIENNESie warteten auf mich wie Wölfe, die ein Lamm umkreisen.Die große Halle erstreckte sich unter uns, weit und kalt, erleuchtet von Fackeln, deren Flammen tanzende Schatten über die Steinwände warfen. Rudelmitglieder füllten den Raum—Krieger mit den Händen an ihren Waffen, Älteste mit ernste












Ulasan-ulasan