LOGINSie hat keinen Namen. Keine Erinnerungen. Nur das Gefühl, dass sie hier nicht sein sollte. Als Daran sie an der Grenze seines Reviers findet, weiß er sofort, dass sie alles verändern wird. Sein Wolf erkennt etwas, das sein Verstand nicht begreifen will – ein Band, das nicht existieren dürfte. Während alte Rudel, Magie und Verrat ans Licht kommen, muss sie herausfinden, wer sie wirklich ist, bevor andere sie beanspruchen. Denn manche Schicksale lassen sich nicht auslöschen.
View MoreSeraDas Zimmer war dunkel, nur eine kleine Lampe warf Licht hinein, und doch fühlt es sich nicht gemütlich an.Ich sitze auf dem Sessel am Fenster, die Hände ineinander verschränkt, und atme langsam ein. Der Geruch hier ist überall. Wald. Wärme. Etwas Wildes, Erdiges, das mir vertrauter vorkommt, als es sollte. Als würde mein Körper sich erinnern, auch wenn mein Kopf es nicht kann.Daran.Sein Name liegt unausgesprochen auf meinen Lippen.Ich lasse den Blick durch den Raum wandern. Dunkles Holz, klare Linien, nichts Überflüssiges. Alles wirkt kontrolliert, stark, so wie er. Und doch gibt es kleine Dinge, die etwas anderes verraten: ein altes Buch mit abgegriffenen Seiten, ein zerkratztes Bild an der Wand, das einen Wald bei Nacht zeigt. Kein Prunk. Kein Alpha-Gehabe. Nur Wahrheit.Mein Herz zieht sich zusammen.Ich bringe nur Ärger, denke ich wieder. Dieser Gedanke kommt leise, a
DaranDer Wind hatte sich gedreht, trug mir fremde Witterung entgegen – scharf, aggressiv, nicht von hier. Mein Körper spannte sich sofort an. Kian regte sich tief in mir, unruhig, wachsam.'Sie sind da.'Ich trat aus dem Herrenhaus, kaum dass die Tür hinter mir ins Schloss gefallen war. Der Innenhof lag im Zwielicht, das Licht warf Schatten auf das Haus. Einer nach dem anderen tauchten sie aus der Dunkelheit auf – mein Rudel. Lautlos. Bereit.Beta Liam stellte sich an meine rechte Seite, die Schultern breit, der Blick hart. Omega Jules war links von mir, zu locker für die Situation, aber seine Augen verrieten, dass er alles registrierte. Jede Kleinigkeit.Dann spürte ich das andere Rudel.Ihre Präsenz drängte gegen mein Revier wie kalter Rauch. Sie machten keinen Versuch, sich zu verbergen. Das allein war Provokation genug.„Zeigt euch“, sagte ich laut.De
SeraSelina nickte ihm zu.„Ich habe es auch gehört“, sagte sie ruhig, doch ihre Augen waren wachsam. „Wer war das?“„Ich habe eine Vermutung“, antwortete Daran knapp.Er wandte sich bereits zur Tür, doch hielt noch einmal inne. Seine Hand lag auf der Klinke, dann drehte er sich um und sah mich an. Nicht flüchtig. Nicht beiläufig.Intensiv. Durchdringend. Als wollte er sich diesen Moment einprägen.„Selina“, sagte er dann mit fester Stimme, „bleib bei Sera. Schließ die Tür hinter mir. Und falls jemand hereinkommt… beschütze sie mit allem, was du hast. Ich weiß, du hast es nicht gerne zu kämpfen, aber du bist ein starker Wolf.“Sie nickte ohne zu zögern.Dann war er weg.Die Tür fiel ins Schloss, und mit ihr etwas in mir. Eine Anspannung, die ich kaum benennen konnte.„Selina&hellip
DaranIch nahm ihren Geruch wahr, noch lange bevor ich Sera sah.Er war da, klar und warm, vermischt mit etwas Neuem. Etwas, das mir den Atem nahm. Meine Gespräche mit den Mitgliedern des Rudels waren ohnehin beendet, also trat ich zur Tür.Und da stand sie.Mein Herz setzte einen Schlag aus.Für einen Moment war alles still. Kein Rudel. Keine Pflichten. Nur sie.„Kannst du kurz reinkommen?“ fragte ich, leiser als beabsichtigt.Sie sah zu Selina, dankte ihr mit einem kleinen Nicken und kam dann auf mich zu.Als sie an mir vorbeiging, durchzuckte mich dieses Gefühl wieder. Dieses Ziehen. Dieses Erkennen. Es war stärker als zuvor.Sie setzte sich.Zum ersten Mal, ohne dass ich sie darum bitten musste.Ich schloss die Tür und begann zu sprechen. Erzählte ihr alles, was ich erfahren hatte. Über den Zauber. Die Hexe. Dass nichts davon Zufall war.'Ist es
DaranIch wich nicht von ihrer Seite.Sera lag reglos auf dem Bett, ihre Haut zu blass, ihr Atem zu flach. Ab und zu zuckte ihr Körper, als würde sie gegen etwas Unsichtbares ankämpfen. Ihre Stirn legte sich in Falten, ihre Lippen bewegten sich lautlos.Aber es
DaranIn dem Moment, in dem sie die Augen öffnete, spürte ich es.Nicht mit meinen Sinnen. Nicht als Alpha. Nicht einmal als Wolf.Sondern dort, wo Kian und ich eins waren.Es war, als hätte jemand ein Band gestrafft, das vorher lose gewesen war. Warm. P
SeraIch erwachte langsam.Nicht mit einem Ruck, nicht mit einem klaren Gedanken – sondern wie jemand, der sich mühsam aus tiefem, kaltem Wasser an die Oberfläche kämpft. Geräusche waren zuerst nur ein fernes Rauschen. Stimmen, gedämpft. Wärme unt
DaranIch ging mit Beta Liam über den Platz vor dem Herrenhaus und eilte zur Hütte am Waldrand. Sie war bewusst nicht zu nah am Rudel untergebracht – nicht, weil ich sie fürchtete, sondern weil ich nicht wusste, was sie auslösen konnte.Dort saß sie.Auf einem Stuhl.Und sie schaukelte vor sich hin