เข้าสู่ระบบDamon und Marcus sprechen eine Nacht lang.Ich weiss das, weil die Lichter im Arbeitszimmer brennen, als ich nach Mitternacht aufwache und durch das Fenster schaue, und weil das Anwesen eine Art hat, wenn zwei Menschen darin ein Gespraech fuehren, das wichtig ist: es haelt die Stille um sie herum sehr still, wie ein Raum, der zuhoert.Ich lasse sie.Was zwischen Damon und Marcus zu sagen ist, gehoert ihnen. Ich war dabei, als Marcus erfuhr, was er traegt. Der Rest ist Brueder-Arbeit, die langsam und schmerzhaft und noetig ist.Nadia kommt in der Nacht zu mir, mit Amara auf dem Arm, weil Amara manchmal nachts unruhig ist, und wir sitzen in der Kueche und Nadia gibt mir Amara zum Halten, und ich halte die schlafende Nichte und ich denke an alles, das passierte, seit ich das erste Mal durch die Eingangstuer trat.Was wird Marcus tun? sagt Nadia.Ich weiss es noch nicht, sage ich. Aber er wird das Richtige tun. Das glaube ich.Nadia schaut auf Amara. Das oestliche Territorium, sagt sie.J
Wir kommen drei Tage nach dem Eingang aus dem Ursprungsnetz zurueck.Die drei Tage sind eine Stunde auf dem Weg ins Ursprungsnetz und zwei Stunden auf dem Rueckweg und dazwischen eine Zeitlosigkeit, die ich nicht erklaeren kann, weil die Zeit im Ursprungsnetz anders funktioniert als ausserhalb, weil das Ursprungsnetz die Zeit enthaelt, statt in der Zeit zu sein.Am Strand, als wir zurueckkommen, ist Mira nicht mehr da.Sie war da, als wir den Eingang passierten, und dann war sie nicht mehr da, und Carolina und ich stehen allein am suedlichen Strand, im Sonnenlicht des Nachmittags, und der Strand ist gewoehnlich und das Meer ist gewoehnlich und die Welt ist dieselbe wie immer.Aber ich bin nicht dieselbe.Das Ursprungsnetz hat mich veraendert, auf eine Art, die ich noch nicht vollstaendig benennen kann, aber die ich spuere: ein Tieferwerden des Spuerens, als ob der Kanal, durch den ich das Netz wahrnehme, weiter wurde.Carolina steht neben mir und schaut auf das Meer.Das suedliche Net
Das Meer am fruehen Morgen ist kalt.Das hatte ich vergessen, oder vielleicht gewusst und verdraengt: das Meer am fruehen Morgen ist kalt auf eine Art, die nicht nur Temperatur ist, sondern auch Wahrheit. Das Wasser weiss nicht, wer man ist, und es nimmt keine Ruecksicht, und das Eintreten in das Wasser ist das Aufgeben einer Sicherheit, die man gewohnt ist, die Sicherheit des festen Bodens.Carolina betritt das Wasser zuerst, ohne Zoegern, mit der direkten Art, die sie fuer alles Wichtige hat.Mira geht neben mir, und das Wasser wirkt auf sie anders als auf uns, ruhiger, als ob das Wasser sie kennt.Ich gehe.Das Wasser ist kalt und dann weniger kalt, und dann ist da etwas anderes, eine Veraenderung in der Qualitaet des Wassers, die nicht physisch ist, die ich in dem Netz-Spueren erkenne, das mir inzwischen vertraut ist.Das Ursprungsnetz.Mira fuehrt uns, durch das Wasser, und der Eingang ist kein physischer Ort, er ist ein Moment, in dem die Wassertextur sich veraendert und das Net
Der Sueden riecht anders als das Anwesen.Das ist das Erste, das ich bemerke, als Carolina und ich nach zwei Tagen Reise das suedliche Territorium erreichen, das ich noch nie besuchte, weil es kein Grund gab, bis jetzt. Es riecht nach dem Sueden: waermer, trockener, mit einem Unterton von etwas, das ich als schlafend lese, weil das suedliche Netz schlaeft, aber das Schlafen riecht, wer weiss woher ich das weiss, aber ich weiss es.Carolina kennt den Sueden. Sie faehrt die Strassen mit der Sicherheit von jemandem, der sie auswendig kennt, und sie zeigt mir Dinge, wenn wir durch Staedte und Landschaften fahren, in ihrer direkten Art: Das ist das Haus, wo ich aufwuchs. Das ist das Cafe, in dem ich das erste Mal dein Buch las. Das ist die Strasse, die zum Meer fuehrt.Das Meer, sage ich.Sie schaut mich an. Du warst nie am Meer?Das noerdliche Territorium, sage ich, hat kein Meer.Sie faehrt eine andere Route. Fuenfzehn Minuten spaeter halte ich an einem Parkplatz am Meer.Ich steige aus,
Ich schlafe nicht in dieser Nacht.Das ist nicht ungewoehnlich, wenn etwas Grosses passierte, aber diese Nacht ist anders. Diese Nacht ist die Nacht, in der ich eine Entscheidung treffe, und das Treffen der Entscheidung braucht die Stunden, die die Nacht gibt.Carolina sagt, ich komme mit, und ich weiss, bevor ich antwortete, dass sie recht hat. Nicht weil ich muss, nicht weil das Netz mich schickt. Sondern weil der Faden, den Carolina beschreibt, ein Faden ist, der zu dem gehoert, was ich bin.Die Mondgesegnete des noerdlichen Netzes.Das suedliche Netz schlaeft.Mira, die westliche Mondgesegnete, die verschwand, liegt irgendwo jenseits des suedlichen Fadens.Das Ursprungsnetz.Die Quelle.Ich liege im Bett und ich denke, und Damon liegt neben mir, wach, weil er weiss, dass ich wach bin, und er wartet, weil er gelernt hat, dass manche Entscheidungen Zeit brauchen.Dann, gegen vier Uhr morgens, sage ich in das Dunkel: Ich gehe.Er antwortet sofort: Ich weiss.Ich weiss, dass du weisst
Adaeze kommt persoenlich.Das sagt mir, noch bevor sie spricht, dass das, was sie zu sagen hat, schwerer ist, als ein Brief oder ein Telefongespraech tragen kann. Adaeze, die selten reist, die sagte sie geht nur dorthin wo das Naechste ist, kommt persoenlich.Sie steht an der Eingangstuer am naechsten Nachmittag, mit dem Gehstock und der einzigen Tasche, die sie immer traegt, und sie schaut mich an, und ich sehe in ihren Augen etwas, das ich dort noch nie gesehen habe.Schwere.Nicht Trauer, nicht Angst. Schwere. Die Art, die entsteht, wenn jemand etwas traegt, das er sehr lange trug, und jetzt abzulegen bereit ist.Komm herein, sage ich.Sie kommt herein. Das Anwesen nimmt sie auf, wie es sie immer aufnahm, mit der Ruhe des Erkennens. Aber auch das Anwesen spuert die Schwere, die sie mitbrachte.Wir versammeln uns im grossen Wohnzimmer, alle, die wichtig sind: Damon und ich, Lyra, Joel, Nadia und Kade, Lena und Carolina, Marcus. Adaeze setzt sich in den Sessel, den sie immer benutzte







