LOGINMara Bennett hat ihr ganzes Leben lang geglaubt, zu wissen, wer sie ist. Doch kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag beginnt diese Gewissheit zu zerbrechen: Ein Wolf ruft nach ihr, Verletzungen verschwinden innerhalb von Sekunden und Erinnerungen tauchen auf, die niemals ihre hätten sein dürfen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Sophie beginnt Mara nach Antworten zu suchen – und entdeckt, dass ihre Mutter ihr ein Geheimnis hinterlassen hat, das ihre Herkunft und ihre gesamte Vergangenheit infrage stellt. Auf ihrer Suche begegnet sie Adrian Blackwood, dem zukünftigen Alpha eines mächtigen Rudels. Sein Wolf erkennt Mara sofort als seine Mate. Für Adrian ist die Verbindung eindeutig und unausweichlich, doch Mara weigert sich, ihr Leben von einem Band bestimmen zu lassen, das sie weder gewählt noch verstanden hat. Sie will selbst entscheiden, wem sie vertraut und wem sie ihr Herz schenkt. Adrian muss ihr deshalb zeigen, dass eine Schicksalsbindung keine Verpflichtung bedeutet – und dass er bereit ist, ihre Entscheidung zu respektieren. Während Mara immer tiefer in die verborgene Welt der Wölfe, Hexen und alten Magie gerät, stößt sie auf Fragen, die weit über ihre Verbindung zu Adrian hinausgehen. Ihre Mutter hat sie nicht ohne Grund versteckt, ihr Vater ist unter rätselhaften Umständen verschwunden und Menschen aus der Vergangenheit ihrer Familie wissen mehr über sie, als sie preisgeben. Je näher Mara der Wahrheit über ihr Blut kommt, desto deutlicher wird, dass sie selbst der Schlüssel zu einem Geheimnis ist, das seit ihrer Geburt verborgen gehalten wurde.
View MoreMara hielt den Brief noch immer in der Hand, obwohl sie ihn inzwischen mehrmals gelesen hatte. Das Papier war an den Rändern vergilbt und fühlte sich trocken und brüchig zwischen ihren Fingern an, doch die Handschrift ihrer Mutter war so deutlich, als hätte Elena die Worte erst gestern geschrieben. Immer wieder blieb Maras Blick an derselben Stelle hängen: Ich habe dich gefunden. Darunter stand nur das Datum ihres achtzehnten Geburtstags. Mehr nicht. Kein Name, kein Ort, keine Erklärung, nichts, das ihr sagen konnte, wen Ethan gefunden hatte oder warum er einen Brief zurückgelassen hatte, den sie erst so viele Jahre später finden sollte. Trotzdem hatte Mara inzwischen verstanden, dass diese wenigen Worte wahrscheinlich wichtiger waren als alles, was sie in den vergangenen Wochen erfahren hatte. Ihr Vater hatte gewusst, dass sie existierte. Er hatte gewusst, dass der Schutz irgendwann brechen würde. Und er hatte offenbar damit gerechnet, dass sie ihn suchen würde.Sie faltete den Brief
Der Satz ließ Mara auch am nächsten Morgen nicht los.Dann suche dort, wo er zuletzt selbst nach dir gesucht hat.Er stand noch immer auf dem Zettel, den sie am Vortag im Park gefunden hatten, und obwohl Mara ihn inzwischen bestimmt zwanzigmal gelesen hatte, fühlte sich die Bedeutung mit jedem neuen Blick weniger wie eine Antwort und mehr wie eine weitere Tür an, hinter der etwas verborgen lag. Sie hatte inzwischen gelernt, dass fast jede Spur in ihrer Vergangenheit auf eine andere Spur verwies. Elena hatte Hinweise hinterlassen, Marcus hatte Dinge verschwiegen, Alexander hatte Informationen zurückgehalten, Thomas Keller hatte alte Unterlagen gesammelt und Isolde hatte in ihrem Bericht von einem Schutz gesprochen, der irgendwann brechen würde. Selbst Ethan, den Mara ihr ganzes Leben lang nur als Namen gekannt hatte, schien Nachrichten hinterlassen zu haben, ohne dass sie wusste, wann oder für wen sie bestimmt gewesen waren.Sie saß am Küchentisch bei Sophie und hielt den Zettel zwisch
Mara hatte kaum die Tür des Hauses hinter sich geschlossen, als sie merkte, dass ihre Hände zitterten. Nicht nur vor Angst, sondern vor all den widersprüchlichen Gefühlen, die sich seit Alexanders Worten in ihr aufgestaut hatten. Der Bericht von Isolde lag schwer in ihrer Tasche, obwohl er kaum Gewicht hatte, und immer wieder hörte sie den letzten Satz in ihrem Kopf: Der, der unseren Ruf gehört hat. Danach kam Nyx’ Antwort, leise und vollkommen sicher: Dein Vater.Ethan.Der Mann, den Mara ihr ganzes Leben lang nur aus wenigen Erinnerungen gekannt hatte. Sein Gesicht aus einer Vision, seine Stimme aus einem Traum, die Wärme seiner Hände, die sie als kleines Kind gespürt hatte, ohne zu wissen, dass es wirklich Erinnerungen waren. Bisher hatte seine Existenz irgendwo zwischen Hoffnung und Verlust gelegen, zwischen dem Gedanken, dass er vielleicht tot war, und der noch sc
Mara ließ den Blick auf dem schwarzen Kreis ruhen, während sie versuchte, die Gedanken in ihrem Kopf zu ordnen. Je länger sie das Zeichen betrachtete, desto stärker wurde das Gefühl, dass sie es nicht zum ersten Mal sah. Es war nicht nur auf Elenas Unterlagen aufgetaucht, nicht nur auf dem alten Schlüssel aus Sophies Familie und nicht nur in den Aufzeichnungen, die sie gemeinsam mit Sophie gefunden hatte. Es schien überall dort aufzutauchen, wo die Wahrheit über ihre Familie begann, gefährlich zu werden.„Was ist das?“, fragte sie schließlich.Alexander antwortete nicht sofort. Er nahm das Blatt wieder an sich, drehte es zwischen den Fingern und betrachtete die Rückseite, als könnte er darin eine Antwort finden, die er selbst seit Jahren suchte.„Es gibt Dinge“, begann er langsam, „über die ich lange geglaubt habe, dass es besser wäre, wenn sie niemand mehr kennt.“Mara verschränkte die Arme.„Das klingt nicht nach einer Antwort.“„Das ist es auch nicht.“„Dann geben Sie mir eine.“Al











