Die gebrochene Luna: Verpaart mit dem verkrüppelten Alpha

Die gebrochene Luna: Verpaart mit dem verkrüppelten Alpha

last updateDernière mise à jour : 2026-10-02
Par:  Sam NixonMis à jour à l'instant
Langue: Deutsch
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Aria Thorne wurde in einem Rudel geboren, das sie behandelte wie Dreck unter seinen Pfoten. Als StillBlood geboren, wurde sie verspottet, geschlagen und als „gebrochen“ abgestempelt. Ihre einzige Chance auf Flucht? Eine erzwungene Ehe mit einem gefallenen Alpha, dessen Narben tiefer gingen als nur bis unter die Haut. Lucien Vine war einst ein Mann, über den Legenden erzählt wurden. Ein erbarmungsloser Krieger. Ein König unter den Alphas. Doch jetzt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst – verkrüppelt und von ebenjenem Rudel verstoßen, das er einst angeführt und für das er geblutet hatte. Als der neue Alpha ihn dazu zwang, eine StillBlood zu heiraten, sah Lucien darin nichts weiter als eine weitere Kette. Sie war nichts weiter als ein weiterer Fluch. Doch das Schicksal besitzt einen verdrehten Sinn für Humor. Denn die Broken Luna besitzt eine verborgene Fähigkeit, von der sie selbst nichts weiß – und der einzige Mensch, der sie möglicherweise erwecken kann, ist der Crippled Alpha. Werden sie einander zugrunde richten? Oder werden sie gemeinsam aufsteigen und die Welt in Flammen setzen?

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Chapitre 1

DIE VERFLUCHTE WÖLFIN

„Du bist verflucht.“

Diese Worte waren Aria seit ihrer Geburt zugeflüstert worden, und heute Nacht hallten sie lauter wider als je zuvor.

Die Musik und die Feier dröhnten durch die Halle, und alles davon galt ihr – der gebrochenen Wölfin, dem Stillblut, der unerwünschten Braut.

Aria stand neben dem Festmahlstisch, ihre Beine waren verkrampft, während sie ihre Finger fest ineinander verschränkte. Es war ihre Feier, und doch war es ihr verboten, sich auch nur hinzusetzen.

Sie trug ein langes, karmesinrotes Kleid, das sich eng an ihre Narben schmiegte. Ihre Schultern pochten dort, wo sich die langen diagonalen Male unter dem Stoff verbargen.

Heute Nacht trug sie keine Ketten um ihre Handgelenke, und trotzdem fühlte sie sich gefangener als je zuvor. Ihr Blick war zu Boden gerichtet. Sie wagte es nicht, aufzusehen – aus Angst, eine weitere Tracht Prügel zu provozieren.

„Tanz, Aria, tanz“, höhnte jemand vom anderen Ende der Halle.

„Du bist doch der Ehrengast, oder?“, spottete ein anderer. „Du solltest für uns tanzen.“

Ronan, ihr betrunkener Halbbruder und Erbe des Rudels, hob seinen Weinkelch zu einem höhnischen Trinkspruch. Lyra, seine Zwillingsschwester, schnurrte laut auf, während die gesamte Halle in noch mehr Gelächter ausbrach.

„Du wirst eine so perfekte Braut abgeben, liebe Schwester.“ Ihre Worte klangen sanft, doch sie verbargen einen Giftstachel, den nur Aria wahrnehmen konnte.

Ihre Brust zog sich zusammen, als sie einen Schritt zurückwich. Das hier war keine Feier.

Das war eine Beerdigung.

Ihre.

Sie ging weiter rückwärts, langsam wie ein Schatten. Die Aufmerksamkeit der feiernden Wölfe richtete sich allmählich auf andere Dinge, und als sie sicher war, dass niemand sie beobachtete, schlich sie zur Tür für die Dienerschaft.

In dem Moment, in dem sich die Türen hinter ihr schlossen, stieß sie einen erleichterten Seufzer aus. Ihr Herz hämmerte, während sie ihren Entschluss festigte und flüsterte:

Lauf. Jetzt.

Der Gang der Dienerschaft war ein riesiges Labyrinth, das sie auswendig kannte. Zweimal musste sie sich vor geschäftigem Personal ducken. Sie bewegte sich wie ein Schatten, dicht an den kalten, schmalen Wänden entlang, die mit den Abbildungen ihrer Vorfahren geschmückt waren.

Sie spuckte auf ihre gemalten Gesichter.

Verflucht! Stillblut! Eine Schande!

Sie alle hatten ihr Leben zur Hölle gemacht.

Als sie die Hintertür erreichte, fuhren ihre Finger hastig durch die Taschen ihres Umhangs, bis sie sich um kalten, harten Stahl schlossen.

Der längste Schlüssel glitt ins Schloss, und sie drehte ihn.

KLICK!

Die Tür ächzte auf, und die Berge ihres Clawholds bliesen eisige Luft in ihre Lungen.

Sie machte einen Schritt nach vorn, und ihr Fuß landete im Schnee. Sie machte noch einen Schritt und kostete das Gefühl des Windes auf ihrem Gesicht aus, bevor sich ein breites Grinsen auf ihre Lippen legte und sie losrannte.

Dornen bohrten sich in ihre Fußsohlen, ihre scharfen Stacheln rissen ihre nackten Füße auf. Große, dicke Äste krallten sich nach ihren Armen, als wollten sie sie allesamt aufhalten, sie auf ihrer Suche nach Freiheit behindern.

Ihre Muskeln schrien vor Schmerz, und ihr Herz hämmerte in ihrer Brust.

Aria ignorierte all das. Sie würde sich nicht von ein wenig Schmerz davon abhalten lassen, das zu bekommen, was sie sich immer gewünscht hatte.

Freiheit.

Sie rannte schneller.

Sie war beinahe frei.

Sie konnte sie beinahe schmecken.

In dem Moment, in dem sie die Baumgrenze durchquerte, die ihren Clawhold von der Wildnis trennte, brach sie in Gelächter aus.

Dann –

„Du gehst schon, große Schwester?“

Aria rutschte abrupt zum Stillstand. Ihr Atem stockte.

Ihre Augen verengten sich, und mit zitternden Händen drehte sie sich um, um zur Baumgrenze zurückzublicken.

Hinter den Bäumen trat Lyra hervor. Die scharfen, sanften Strahlen des Mondlichts betonten ihre wunderschönen Gesichtszüge. Sie war wunderschön, tödlich und voller Gift. Ein unheilvolles Funkeln lag in ihren Augen.

Aria machte einen Schritt zurück.

Lyra lächelte, während ihre Augen die Angst auf dem Gesicht ihrer Halbschwester in sich aufnahmen.

„Oh mein Gott. Du hättest es beinahe geschafft.“ Sie kicherte. „Du weißt doch, dass wir gewettet haben, ob du versuchen würdest zu fliehen, oder? Und weißt du was? Ich habe gewonnen.“

Sie lachte noch lauter, ihre Worte schnitten durch Arias Zuversicht.

„Ich kann nicht glauben, dass du tatsächlich dachtest, wir würden dich gehen lassen. Oder etwa doch?“

„Nein … nein … das habe ich nicht.“ Aria log, doch die Worte kamen nur stockend über ihre Lippen.

„Ich weiß, dass du Freiheit willst, Aria“, sagte Lyra mit einem spöttischen Grinsen.

Mit unnatürlicher Geschwindigkeit stürmte sie vor.

Sie erreichte Aria und packte sie am Arm.

„Aber du verdienst keine Freiheit, Aria. Du verdienst nichts anderes als das, was wir dir geben. Du bist verflucht, Aria. Vergiss das niemals.“

Aria schüttelte den Kopf.

„Bitte, lass mich einfach –“

KLATSCH!

Aria sah weder, wie ihre Schwester die Hand hob, noch wie sie ihr eine Ohrfeige verpasste.

Im einen Moment stand sie noch vor ihrer Schwester.

Im nächsten flog sie durch die Luft.

Ihr schwacher Körper krachte durch die Bäume, als ihre Schwester sie mit einem Rückhandschlag zurück durch die Baumgrenze schleuderte.

Sie lag auf dem eisigen Waldboden, zu benommen und zu gebrochen, um sich zu bewegen.

Mit langsamen Schritten ging Lyra zu ihrer Halbschwester hinüber. Sie beugte sich zu ihr hinunter und grinste.

„Du bist keine Wölfin“, spuckte sie aus. „Du bist ein Ding. Verflucht. Nutzlos. Gebrochen. Du bist ein Wohltätigkeitsfall. Kenne deinen Platz, und vielleicht darfst du weiterleben.“

Nachdem sie das gesagt hatte, spuckte sie auf ihre gebrochene Schwester und ging davon. Ihre Schritte verklangen in der Ferne, während sie verschwand.

Aria weinte nicht.

Sie konnte es nicht.

Denn tief in ihrem Inneren stimmte ein verborgener Teil von ihr ihrer Halbschwester zu.

Sie war nichts weiter als ein Mädchen mit einer toten Mutter und einer verfluchten Blutlinie.

Ein Mädchen, das sich niemals verwandeln, niemals kämpfen, niemals leben konnte.

Sie war gebrochen, und sie wusste es.

Sie lag dort im Schnee, die Augen offen und leblos, während sie ihr Schicksal akzeptierte.

Sie würde verkauft werden, ob es ihr gefiel oder nicht.

Der Schnee fiel auf sie.

Und er war kalt, schwer und gnadenlos.

Genau wie die Welt, die sie gefangen hielt.

 

 

 

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