Mag-log inLukas wurde von seinem Exfreund betrogen und entdeckte dabei sogar dessen Affäre mit einer anderen. Enttäuscht und desillusioniert versuchte er, sein Herz durch einen One-Night-Stand zu heilen – und begegnete dabei Felix, einem reifen, selbstbewussten und dominanten Kommilitonen. Anfangs waren ihre Begegnungen nur nächtliche BDSM-Spiele: Felix als dominanter S, der führt und kontrolliert, Lukas als M, der gehorcht und hingibt. In den dunklen Nächten erkundeten sie gegenseitig ihre Grenzen und Sehnsüchte, und jede Begegnung ließ Lukas Herz schneller schlagen – und seine Gefühle immer komplizierter werden. Tagsüber waren sie jedoch Kollegen im selben Labor, höflich und distanziert, als hätte die Leidenschaft der Nacht nie existiert. Zwischen diesen zwei Welten kämpfte Lukas mit sich: Das Vergnügen im Spiel ließ ihn allmählich in Felix verlieben, doch Felix schien ihn weiterhin nur als Spielpartner zu sehen und leugnete die Gefühle im echten Leben. Als Missverständnisse, äußere Einflüsse und innere Barrieren sich überlagerten, musste Lukas zwischen Begierde und Stolz, Liebe und Besitz wählen. Er sehnte sich nach mehr als nur den nächtlichen Spielen – nach echter Zuneigung von Felix. Und auch Felix begann allmählich zu erkennen, dass seine Besitzgier über das Spiel hinausging.
view moreAm Mittwoch im Labor lief die Heizung zu stark. Lukas zog seinen Pullover aus und trug nur ein dünnes weißes T-Shirt. Das schwarze Lederband am rechten Handgelenk war nun völlig sichtbar – er versteckte es nicht mehr.Felix kam heute spät. Als er das Labor betrat, brachte er eine kalte Brise mit sich, kleine Regentropfen perlten auf seinen Mantel. Er warf einen Blick über den Raum, verweilte einen Moment auf Lukas’ freiem Handgelenk, dann ging er gelassen zu seinem Arbeitsplatz.Aber Lukas bemerkte, dass Felix, nachdem er sich gesetzt hatte, den Handschuh an der rechten Hand auszog. Der linke blieb an, die rechte war nackt. Auf dem Ringfinger erschien wieder der Silberring.Er imitiert mich. Lukas’ Herzschlag übersprang einen Schlag. Oder er wollte mir zeigen, dass auch er etwas trägt.Am ganzen Vormittag gab es kein überflüssiges Wort zwischen ihnen. Felix schickte Lukas eine E-Mail mit einer Datei, die er bearbeiten sollte. Im Text stand nur ein Satz: „Die dritte Zeile nicht noch ei
Das schwarze Lederband war dreimal um Lukas’ rechtes Handgelenk gewickelt, ein einfacher Knoten hielt es zusammen. Beim Duschen ließ er es an, beim Schlafen auch. Das Leder wurde von der Körperwärme warm, wie ein geheimer Code. Tagsüber versteckt unter dem Ärmel seines Pullovers, nachts in der Dunkelheit matt schimmernd.Am Dienstagmorgen stand Lukas fünf Minuten vor dem Spiegel. Er schob den Ärmel hoch, sodass ein Stück des Bandes sichtbar wurde, dann wieder herunter. Schließlich ließ er es verdeckt – nicht, weil er nicht gesehen werden wollte, sondern um zu beobachten, ob Felix es von sich aus bemerken würde.Im Labor trug Felix heute ein dunkelblaues Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, Handschuhe fest an den Händen. Er zeigte einem Bachelorstudenten, wie man ein Spektralphotometer bedient, ruhig und sachlich, ohne Lukas einen Blick zuzuwerfen.Lukas saß an seinem Tisch, tat so, als würde er ein Paper lesen. Doch die PDF-Seiten blieben unverändert – seine Aufmerksamkeit lag auf seinem r
Tagsüber liegt im physikalisch-chemischen Labor immer dieser eiskalte Geruch von Reagenzien in der Luft. Lukas steht im Laborkittel vor der Abzugshaube und tropft mechanisch die Lösungen hinzu. Sein Blickwinkel ist voller Felix – der Mann sitzt drei Meter entfernt am Schreibtisch und korrigiert Laborberichte. Der schwarze Kugelschreiber kratzt leise über das Papier.Seit dem Morgen haben sie nur ein einziges Wort gewechselt.„pH stimmt.“ Felix warf diesen Satz, während er an Lukas vorbeiging, so beiläufig wie der graue Berliner Novemberhimmel draußen. Lukas wollte gerade „Danke“ sagen, da war er schon im Wägebereich verschwunden.So sieht der Abstand zwischen einem älteren und einem jüngeren Studenten aus. Höflich, distanziert, sauber wie eine Fläche, die mit Isopropanol abgewischt wurde.Aber Lukas wusste, dass es nicht so war.Denn jedes Mal, wenn er den Kopf hob, traf er auf Felix’ Blick, der sich gerade abwandte. Kein Zufall – es war dieses letzte Moment-Abschweifen, das noch Rest
Berlin im Oktober, die Dunkelheit fiel besonders früh.Lukas stand unter dem Studentenwohnheim und hielt noch die mittlerweile kalte Latte in der Hand. Er hätte eigentlich nach oben gehen sollen – zurück in die kleine Wohnung, die er mit Marcel teilte, voller schmutziger Socken und leerer Bierflaschen. Doch vor zehn Minuten hatte er auf irgendeine Weise die App geöffnet, nur um Marcels „zuletzt online“-Status zu sehen.Stattdessen sah er das Foto.Marcel umarmte einen anderen Jungen, die Ortsangabe zeigte die vierte Etage dieses Gebäudes – direkt nebenan. Untertitel: ein schwarzes Herz, hochgeladen vor zwanzig Minuten.Lukas stürmte nicht zur Tür. Er weinte nicht einmal.Er blieb einfach stehen, ließ den kalten Oktoberwind seine Augen brennen und trank langsam die bittere Latte aus. Auf seiner Zunge lag der Geschmack billigen Sirups, und in seinem Hals breitete sich dieses unbestimmbare Gefühl aus, halb Ekel, halb Leere, das einem nach Verrat bleibt.„Was an mir ist nicht genug?“Er w