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DEREKS SICHT

Author: Ma Ry
last update publish date: 2026-06-30 18:14:54

DEREKS SICHT

In dem Moment, als ich Laura von mir wegstieß, taumelte sie einige Schritte zurück, ihre Augen weit aufgerissen vor Schock. Dieses Mal hatte sie es eindeutig zu weit getrieben.

Meine Geduld mit ihr war endgültig am Ende, und ich hatte keine Lust mehr, weiter so zu tun, als würde ich ihre Anwesenheit noch tolerieren.

„Das kannst du mir nicht antun, Derek“, flüsterte sie und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab. „Ich bin deine Luna.“

Ich biss die Zähne zusammen.

„Du warst niemals meine Luna. Du hast dich mit Lügen und Manipulation in mein Leben gedrängt. Und jetzt hole ich mir mein Leben zurück.“

Ihr Gesichtsausdruck verfinsterte sich und ihre Lippen verzogen sich frustriert.

„Und was jetzt? Glaubst du ernsthaft, Melissa rennt einfach wieder in deine Arme zurück? Dass sie dir einfach so vergibt?“

Sie lachte bitter auf.

„Sie ist glücklich mit jemand anderem. Sie hat längst ein Leben ohne dich.“

Ein tiefes Knurren vibrierte in meiner Brust, doch ich zwang mich, ruhig zu bleiben.

„Du weißt einen verdammten Scheiß über Melissa.“

„Ich weiß, dass sie dich nicht mehr will“, zischte Laura. „Das hat sie ziemlich deutlich gemacht, als sie deine Zurückweisung akzeptiert hat.“

Ich atmete tief ein, meine Fingernägel bohrten sich in meine Handflächen.

Sie hatte nicht Unrecht.

Aber sie kannte auch nicht die ganze Wahrheit.

Melissa hatte meine Zurückweisung akzeptiert…

doch unsere Bindung war nie vollständig gebrochen.

Das bedeutete etwas.

Das bedeutete, dass sie immer noch etwas für mich empfand — selbst wenn all das unter dem Schmerz begraben lag, den ich ihr zugefügt hatte.

Laura trat einen Schritt näher und verengte die Augen.

„Du glaubst wirklich, du hast noch eine Chance bei ihr?“

Sie schnaubte verächtlich.

„Du bist wahnsinnig. Elijah hat ihr alles gegeben, was du ihr verweigert hast — Liebe, Schutz, Sicherheit. Warum sollte sie jemals dich ihm vorziehen?“

Mein Wolf knurrte wütend bei ihren Worten, doch ich durfte jetzt nicht die Kontrolle verlieren.

Nicht jetzt.

Ich richtete mich auf und sah sie mit einem eiskalten Blick an.

„Ich muss mich vor dir nicht rechtfertigen“, sagte ich entschlossen.

„Aber hör mir gut zu, Laura — deine Zeit hier ist vorbei. Ab jetzt hast du keinen Zutritt mehr zu meinen Gemächern. In meinem Leben bist du nicht länger willkommen. Und wenn du noch einmal versuchst, mich zu manipulieren, nehme ich dir deinen Titel und verbanne dich aus diesem Rudel.“

Ihr Atem stockte.

Sie starrte mich an, als hätte ich sie gerade geschlagen.

„Das würdest du nicht wagen“, flüsterte sie, ihre Stimme bebte vor Unglauben.

„Probier es aus“, forderte ich sie heraus.

Für einen langen Moment stand sie einfach nur da und starrte mich an.

Ihr Gesicht war blass geworden.

Dann drehte sie sich wortlos um, stürmte aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu.

In dem Augenblick, als sie verschwunden war, ließ ich langsam die Luft aus meinen Lungen und fuhr mir durchs Haar.

Ich hätte das schon vor Jahren tun sollen.

Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass sie mich dazu manipuliert, Melissa zurückzuweisen.

Doch es brachte nichts, die Vergangenheit zu bereuen.

Alles, was ich jetzt tun konnte, war, für das zu kämpfen, was ich verloren hatte.

Und das begann mit Melissa.

---

Am nächsten Morgen rührte ich mein Frühstück kaum an.

Meine Gedanken kreisten viel zu sehr um Melissa.

Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich sie vor mir.

Ihr wunderschönes Gesicht.

Den Blick voller Hass und Schmerz, mit dem sie mich angesehen hatte.

Fünf Jahre lang hatte ich nach ihr gesucht…

nur um dann herauszufinden, dass sie längst weitergezogen war.

Aber das war nicht das Schlimmste.

Was mich wirklich innerlich zerriss, war die Erkenntnis, wie sehr ich sie zerstört hatte.

Sie hatte mich einmal geliebt.

Ich war ihre ganze Welt gewesen.

Und ich hatte alles kaputt gemacht.

Ich atmete scharf aus und schob den Teller von mir weg.

In diesem Moment betrat mein Beta, Michael, den Speisesaal, gerade als ich aufstand.

„Alpha“, grüßte er und verbeugte sich leicht.

Ich nickte ihm zu.

„Hast du weitere Informationen über Melissa gefunden?“

Er nickte und reichte mir eine weitere Akte.

„Ich habe tiefer in ihr Leben mit Elijah gegraben. Sie sind seit Jahren zusammen, aber irgendetwas stimmt nicht.“

Ich runzelte die Stirn, während ich die Unterlagen durchblätterte.

„Was meinst du damit?“

„Elijah hat Einfluss und Geld, aber es gibt keinerlei Hinweise auf eine Gefährtenbindung zwischen ihnen. Er hat sie nie markiert.“

Ich erstarrte.

„Was?“

Michael nickte erneut.

„So wie es aussieht, leben sie zwar zusammen… aber offiziell sind sie keine Gefährten. Es wirkt eher so, als wären sie nur… zum Schein zusammen.“

Ein Funken Hoffnung flackerte in meiner Brust auf.

Wenn Elijah sie nicht markiert hatte…

dann bedeutete das, dass die Bindung zwischen Melissa und mir immer noch eine Chance hatte.

Es bedeutete, dass sie noch nicht vollständig ihm gehörte.

Es bedeutete…

dass ich noch Zeit hatte.

Michael beobachtete mich aufmerksam.

„Alpha, wenn du sie wirklich zurückgewinnen willst, musst du klug vorgehen. Melissa ist nicht mehr dasselbe Mädchen wie früher. Sie ist stark geworden. Unabhängig. Sie wird nicht einfach wieder in deine Arme fallen.“

„Ich weiß“, gab ich zu und spannte meinen Kiefer an.

„Aber es ist mir egal, wie lange es dauert. Ich werde alles tun, um das zu reparieren, was ich zerstört habe.“

Michael seufzte.

„Sei vorsichtig, Alpha. Elijah ist mächtig. Wenn er erfährt, dass du versuchst, Melissa zurückzubekommen, wird er es dir nicht leicht machen.“

„Ist mir egal“, sagte ich entschlossen.

„Melissa gehört zu mir. Und ich werde um sie kämpfen.“

---

Später an diesem Tag entschied ich, Melissa aufzusuchen.

Ich musste mit ihr reden.

Ich musste sie dazu bringen, mich zu verstehen.

Ich fuhr zu der Firma, in der sie arbeitete.

Mein Herz pochte hart gegen meine Brust.

Als ich ankam, entdeckte ich sie in der Eingangshalle, wo sie mit einem Kollegen sprach.

Sie sah umwerfend aus.

Sie trug ein eng anliegendes schwarzes Kleid, das ihre Kurven perfekt betonte.

Ihr Haar fiel locker über ihren Rücken.

Sie wirkte selbstbewusst.

Stark.

So anders als die Melissa, die ich einst gekannt hatte.

Für einen Moment zögerte ich.

Was, wenn sie sich weigerte, mich überhaupt anzusehen?

Was, wenn sie wirklich längst abgeschlossen hatte?

Doch jetzt konnte ich nicht mehr umdrehen.

Ich holte tief Luft und trat vor.

In dem Moment, als sie mich sah, spannte sich ihr ganzer Körper an.

Ihr Lächeln verschwand augenblicklich.

Ihre Augen wurden hart.

„Was machst du hier?“, fragte sie kalt.

Ich schluckte.

„Wir müssen reden.“

Ihr Kiefer spannte sich an.

„Wir haben nichts mehr zu besprechen, Derek. Geh.“

„Ich kann nicht gehen“, sagte ich ruhig, aber bestimmt.

„Nicht, bevor du mir zugehört hast.“

Ihre Hände ballten sich an ihren Seiten zusammen und sie ließ den Blick kurz durch den Raum schweifen, als wollte sie überprüfen, ob jemand sie beobachtete.

Dann seufzte sie.

„Gut. Fünf Minuten.“

Erleichterung durchströmte mich und ich folgte ihr in ein privates Büro.

Sobald sich die Tür hinter uns schloss, drehte sie sich zu mir um.

„Sag, was du zu sagen hast, und verschwinde.“

Ich trat einen Schritt näher.

Doch sofort wich sie zurück.

Die Distanz zwischen uns fühlte sich unerträglich an.

„Ich wurde getäuscht, Melissa“, begann ich, meine Stimme schwer vor Emotionen.

„Laura hat mir eine Falle gestellt. Sie hat mich glauben lassen, dass du mich verraten hast. Wenn ich damals die Wahrheit gewusst hätte—“

„Aber das hast du nicht“, unterbrach sie mich scharf.

„Du hast mir nicht geglaubt. Du hast mir nicht einmal die Chance gegeben, mich zu erklären.“

Ich zuckte zusammen.

„Ich weiß.“

„Und ich bereue es jeden einzelnen Tag.“

Sie lachte bitter auf.

„Bereuen? Hast du auch nur die geringste Ahnung, was du mir angetan hast, Derek? Weißt du überhaupt, wie sehr ich wegen dir gelitten habe?“

Die Schuld traf mich wie eine gewaltige Welle.

„Ja“, gab ich leise zu.

„Und ich hasse mich dafür.“

Sie schüttelte langsam den Kopf.

„Es ändert nichts. Ich bin weitergezogen.“

„Warum hat Elijah dich dann nie markiert?“, fragte ich leise.

Ihr Atem stockte.

Zum ersten Mal flackerte Unsicherheit in ihren Augen auf.

Ich trat näher und senkte meine Stimme.

„Du spürst die Bindung immer noch… oder nicht?“

Sie antwortete nicht.

Ich hob langsam die Hand und strich ihr eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.

„Melissa… bitte“, flüsterte ich.

„Gib mir eine Chance, alles wieder in Ordnung zu bringen.“

Sie schloss die Augen und atmete zittrig ein.

Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, sie würde nachgeben.

Doch dann trat sie zurück.

Ihre Augen waren wieder kalt geworden.

„Es ist zu spät, Derek.“

Und damit drehte sie sich um und ging.

Sie ließ mich dort stehen.

Mit gebrochenem Herzen.

Doch entschlossener als je zuvor.

Melissa spürte die Bindung noch immer.

Und ich würde dafür sorgen…

dass sie es endlich zugab.

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